RĂŒckansicht einer blondhaarigen Frau, die in der rechten Hand einen Block und Stift hĂ€lt und sich den Sonnenuntergang anschaut.© Zbynek Pospisil / iStock / Getty Images Plus
Wenn man seine Selbstwirksamkeit erhöhen möchte, braucht man nicht nur Mut, sondern auch eine realistische Planung.

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MOTIVATION STEIGERN STATT SELBSTKRITIK: WARUM SELBSTMITGEFÜHL SO WICHTIG IST

Viele Menschen möchten ihre Motivation steigern, doch statt Tatkraft erleben sie Blockade und Selbstzweifel. Warum das so ist, wie Sie Ihren inneren Schweinehund ĂŒberwinden und mit SelbstmitgefĂŒhl und Selbstwirksamkeit nachhaltig ins Handeln kommen, lesen Sie hier.

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Manchmal ist es so einfach – und doch so schwer: Wir wissen genau, was gut fĂŒr uns wĂ€re. Sei es Putzen, Sport machen oder endlich wieder eine Freundin anzurufen. Und trotzdem schaffen wir es nicht, uns aufzuraffen.

Das GefĂŒhl, nicht motiviert und faul zu sein, kennt fast jeder. Wer seine Motivation steigern möchte, fragt sich in solchen Momenten: Warum klappt es nicht, obwohl ich es doch besser weiß?

Doch warum fallen uns genau solche Dinge manchmal so schwer? „Wissen allein reicht eben nicht, denn Wissen motiviert nicht. Es sind die GefĂŒhle, die uns antreiben“, erklĂ€rt Christina Jochim, Bundesvorsitzende der Deutschen Psychotherapeutenvereinigung (DPtV). Wir Menschen wĂŒrden unterschĂ€tzen, wie stark Emotionen unser Handeln bestimmen – und wie sehr sie darĂŒber entscheiden, ob wir unsere Motivation steigern können oder nicht.

Der Knackpunkt: Unsere Motivation steigert sich laut Gesundheitspsychologin Verena Klusmann-Weißkopf vor allem dann, wenn wir sofort einen emotionalen Gewinn spĂŒren. Wer langfristig seine Motivation steigern will, muss verstehen: VerĂ€nderungen sind oft anstrengend, weil wir Bequemlichkeit ĂŒberwinden und andere Dinge zurĂŒckstellen mĂŒssen.

Fokussieren wir uns auf Folgen, die sich erst langfristig zeigen, entsteht Frust – und statt die Motivation steigern zu können, knickt sie ein.

„Emotionen haben einen starken Einfluss auf unser Handeln“

Innere Schweinehund ĂŒberwinden oder einfach am Limit?

Faulheit ist in der Psychologie kein definierter Begriff – der Ausdruck sei oft eher eine „soziale Verpackung“, so Jochim. Dahinter steckt aber psychische Erschöpfung oder Überforderung. Zu viele Anforderungen oder Angst vor Versagen fĂŒhren zu mentalem Stillstand. Das Gehirn fĂ€hrt in den Selbstschutzmodus: RĂŒckzug statt AktivitĂ€t.

Wer den innere Schweinehund ĂŒberwinden möchte, sollte deshalb zuerst prĂŒfen, ob wirklich fehlender Wille oder eher Erschöpfung dahintersteckt. Denn nur wenn ausreichend Energie vorhanden ist, lĂ€sst sich die Motivation steigern und ein neuer Handlungsimpuls setzen.

Ob wir dann tatsĂ€chlich den inneren Schweinehund ĂŒberwinden und unsere Motivation steigern können, hĂ€ngt laut Klusmann-Weißkopf vor allem von drei Faktoren ab:

  • persönliche Relevanz
  • Selbstwirksamkeit
  • Erwartung, dass sich Anstrengung lohnt

Bricht einer dieser Punkte weg, schwinden Motivation und Energie â€“ und es wird deutlich schwerer, den inneren Schweinehund ĂŒberwinden zu können.

SelbstmitgefĂŒhl stĂ€rken statt sich verurteilen

UntĂ€tigkeit entsteht nicht aus Faulheit, sondern kann letztlich verschiedene Ursachen haben: zu wenig Motivation, keine geeigneten Strategien fĂŒr die Umsetzung oder fĂŒr das Erholen von RĂŒckschlĂ€gen, so Klusmann-Weißkopf.

Wenn wir uns Misserfolge selbst zuschreiben, ist das sehr ungĂŒnstig fĂŒr den eigenen Selbstwert. Dass wir uns fĂŒrs Nichtstun verurteilen, liegt laut Jochim vor allem daran,

„dass wir in einer Leistungskultur leben, in der ein Nicht-Können als persönliches Defizit gewertet wird“.

Dieses GefĂŒhl von Scham entsteht aus der Angst, Erwartungen nicht zu erfĂŒllen – ein sozial erlerntes Muster. Die Scham verstĂ€rkt laut Jochim das Problem, blockiert Motivation und hindert daran, Hilfe oder UnterstĂŒtzung anzunehmen.

Wer hingegen aktiv sein SelbstmitgefĂŒhl stĂ€rken kann, schafft eine wichtige Grundlage, um die eigene Motivation steigern zu können.

Selbstwirksamkeit erhöhen als SchlĂŒssel

Wer freundlich mit sich selbst umgeht, bleibt laut Jochim langfristig motivierter. Strenge Selbstkritik kann kurzfristig antreiben, erschöpft aber auf Dauer. „SelbstmitgefĂŒhl ist kein WeichspĂŒler, sondern ein Turbo fĂŒr Motivation“, sagt Jochim. Wer sein SelbstmitgefĂŒhl stĂ€rken möchte, unterstĂŒtzt damit langfristig die FĂ€higkeit, die Motivation steigern zu können.

Besonders wichtig ist dabei laut Klusmann-Weißkopf die Selbstwirksamkeit: die Überzeugung, ein Ziel tatsĂ€chlich erreichen zu können. Wer seine Selbstwirksamkeit erhöhen will, braucht nicht nur Mut, sondern auch eine realistische Planung. Denn eine gestĂ€rkte Selbstwirksamkeit hilft, RĂŒckschlĂ€ge zu bewĂ€ltigen und erneut die Motivation steigern zu können.

Diese sogenannte Coping-Selbstwirksamkeit entsteht laut Klusmann-Weißkopf, wenn wir uns gut kennen, Erfolge wahrnehmen und RĂŒckschlĂ€ge nicht als persönliches Versagen werten. Wer konsequent seine Selbstwirksamkeit erhöhen kann, erlebt mehr Kontrolle ĂŒber das eigene Handeln – eine zentrale Voraussetzung, um dauerhaft die Motivation steigern zu können.

Kurz gesagt: Wer empathisch mit sich selbst umgeht, sein SelbstmitgefĂŒhl stĂ€rken und gleichzeitig seine Selbstwirksamkeit erhöhen kann, bleibt handlungsfĂ€hig – und kann nachhaltiger die Motivation steigern als jemand, der sich permanent antreibt oder abwertet.

Wer sein SelbstmitgefĂŒhl stĂ€rken möchte, unterstĂŒtzt damit langfristig die FĂ€higkeit, die Motivation steigern zu können.

Inneren Schweinehund ĂŒberwinden: Strategien fĂŒr den Alltag

Viele hoffen darauf, dass die Motivation irgendwann von selbst kommt. Doch genau das sei laut Jochim ein Trugschluss: „Motivation folgt oft der Handlung und nicht umgekehrt.“ Wer seine Motivation steigern möchte, sollte also ins Handeln kommen – auch ohne perfekte Stimmung.

Stattdessen helfen winzige Sofort-Schritte: eine TĂ€tigkeit fĂŒr drei Minuten machen, den Wecker stellen – und dann vielleicht auch wirklich nach drei Minuten wieder aufhören. Dieser Mini-Start kann helfen, den inneren Schweinehund ĂŒberwinden zu können. Oft folgt danach ganz automatisch der nĂ€chste Schritt – und die Motivation steigert sich spĂŒrbar.

Wichtig ist auch, typische Stolpersteine wie MĂŒdigkeit, Zweifel oder fehlende Lust vorab mitzudenken. „Man muss sich selbst eine gute BrĂŒcke bauen, wie man in dem Moment trotzdem loslegt“, sagt Klusmann-Weißkopf. Wer so vorbereitet ist, kann leichter den inneren Schweinehund ĂŒberwinden und Schritt fĂŒr Schritt die Motivation steigern.

Kleine Ziele setzen und nachhaltig die Motivation steigern

Und wie bleibt man langfristig dran? Klusmann-Weißkopf betont: „Das, was erreichbar ist, muss mir am Ende auch etwas bringen.“ Kleine, realistische Ziele sichern Erfolge und verhindern Frust. So lĂ€sst sich kontinuierlich die Motivation steigern, ohne sich zu ĂŒberfordern.

Außerdem steigert es laut Jochim die Motivation, Aufgaben bewusst mit persönlichen Werten zu verbinden. „Sinn entsteht, wenn Handeln mit Werten ĂŒbereinstimmt“, sagt die Psychotherapeutin. Wer sein SelbstmitgefĂŒhl stĂ€rken, seine Selbstwirksamkeit erhöhen und seine Ziele an eigenen Werten ausrichten kann, wird langfristig die Motivation steigern. Bei aller Selbstmotivation sollte man aber auch auf Warnsignale achten. Jeder darf mal antriebslos sein.

Professionelle Hilfe kann laut Jochim sinnvoll sein, wenn Interessenverlust, RĂŒckzug, Schlaf- oder Konzentrationsprobleme andauern. Sobald Freude, Erholung oder Verbundenheit dauerhaft fehlen, sollte man handeln – nicht um sich unter Druck zu setzen, sondern um gesund die eigene Motivation steigern zu können.

Quelle: dpa

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