Gesundheitliche Folgen
KOMMERZIELLE MĂRKTE BERGEN HOHE CANNABIS-RISIKEN
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Was hat es fĂŒr gesundheitliche Auswirkungen, wenn Cannabis legal konsumiert werden kann? Diese Frage zu den Risiken wurde heftig diskutiert, bevor vor gut zwei Jahren Cannabis in Deutschland teilweise legalisiert wurde. Nun hat sich ein Forschungsteam der britischen UniversitĂ€t Bath gemeinsam mit internationalen Kolleg*innen dieser Frage gewidmet. Sie haben Forschungsergebnisse der vergangenen Jahre dazu gebĂŒndelt und systematisch ausgewertet.
Aus den im Fachjournal âThe Lancet Psychiatryâ veröffentlichten Ergebnissen lassen sich einige Tendenzen ableiten. Ein Hauptbefund der Studie: Eine gewisse Legalisierung geht nicht zwangslĂ€ufig mit erhöhtem Konsum einher. Dennoch steigen die Risiken von Cannabis fĂŒr einen problematischen Konsum, wenn die Legalisierung einen stark kommerzialisierten Markt hervorbringt. Die USA und Kanada gelten dem Team zufolge als Beispiele fĂŒr solche MĂ€rkte mit speziellen Shops, was die Cannabis-Risiken deutlich erhöht.
Mehr Probleme durch kommerzialisierte MĂ€rkte
Ob LĂ€nder den Besitz, Konsum und Verkauf von Cannabis verbieten oder erlauben, variiert weltweit sehr stark und entwickelt sich stetig weiter. Das Team schaute sich an, wie sich Ănderungen in der Cannabis-Politik zwischen 2000 und 2025 ausgewirkt haben. Hauptautor Tom Freeman hĂ€lt fest: âWir haben kaum Anhaltspunkte fĂŒr VerĂ€nderungen im Konsum nach der Entkriminalisierung oder einer streng kontrollierten Legalisierung gefunden.â Anders sei dies im Fall von Kanada und den USA, wo man weitreichendere VerĂ€nderungen und damit verbundene Cannabis-Risiken festgestellt habe.
Problematischer Konsum von Cannabis nahm in den USA und Kanada besonders zu, wenn sich der Verkauf im Einzelhandel ausweitete. In diesen LĂ€ndern mit gewinnorientierten MĂ€rkten habe der Konsum zugenommen, stellt das Team fest, wodurch auch die Risiken durch Cannabis wachsen. Auch der Wirkstoffgehalt des konsumierten Cannabis habe sich seit der Legalisierung erhöht. Das gilt auch fĂŒr den Anteil der Erwachsenen mit einer Cannabis-Sucht.
Keine Effekte bei begrenzter Legalisierung
In Europa, Afrika und Ozeanien konnten die Forscher*innen keine direkten ZusammenhĂ€nge zwischen Schritten in Richtung Legalisierung und einer VerĂ€nderung des Konsums belegen. Das Team fĂŒhrt dies darauf zurĂŒck, dass dortige Ănderungen in der Cannabis-Politik deutlich kleiner und begrenzter ausfielen, was die Risiken offenbar eindĂ€mmt. Im April 2024 wurde Cannabis in Deutschland teilweise legalisiert. Erlaubt ist der Anbau von bis zu drei Pflanzen in Privatwohnungen.
Zuhause dĂŒrfen Erwachsene bis zu 50 Gramm (g) Cannabis haben, unterwegs sind 25 g erlaubt. Studienautor Freeman erklĂ€rt, man habe fĂŒr Deutschland mit Stand 2025 keine signifikanten VerĂ€nderungen im Cannabis-Konsum seit der Legalisierung feststellen können. Wegen der kurzen Zeitspanne sei jedoch eine weitere Bewertung der Risiken notwendig. Der geringe Grad der Kommerzialisierung könnte jedoch VerĂ€nderungen des Konsums auch begrenzen.
Cannabis birgt Gefahren besonders fĂŒr JĂŒngere
âAngesichts der sich rasch wandelnden globalen Cannabis-Politik ist es zunehmend wichtiger, sich zu fragen, wie sich die Politik Ă€ndern wird, anstatt ob sie sich ĂŒberhaupt Ă€ndern wirdâ, so Freeman. Die Cannabis-Risiken betreffen besonders jĂŒngere Altersgruppen in erheblichem MaĂ. So warnt etwa das Bundesinstitut fĂŒr Ăffentliche Gesundheit, der Konsum könne die Entwicklung des Gehirns beeintrĂ€chtigen. Dies kann zu Konzentrations- und GedĂ€chtnisproblemen fĂŒhren und die Gesundheit langfristig gefĂ€hrden.
Studien belegen einen Zusammenhang zwischen Cannabis-Konsum von Jugendlichen und psychotischen Störungen, was zu den schwerwiegendsten Risiken von Cannabis zĂ€hlt. Laut einer 2024 im Fachjournal âPsychological Medicineâ vorgestellten Studie haben die meisten betroffenen Jugendlichen eine Vorgeschichte mit Cannabiskonsum. Der Zusammenhang zwischen Cannabis im Jugendalter und psychotischen Störungen könnte demnach sogar noch stĂ€rker sein als zuvor angenommen, weshalb die Cannabis-Risiken nicht unterschĂ€tzt werden dĂŒrfen.
Quelle: dpa












