Frau liegt erschöpft auf Sofa und greift sich an die Stirn© fizkes / iStock / Getty Images Plus
Ständige Müdigkeit und das Gefühl, dass der Akku leer ist: Erste Burn-out-Symptome sollten rechtzeitig ernst genommen werden.

Erschöpfung

BURN-OUT-SYMPTOME: WARNSIGNALE RICHTIG DEUTEN

Plötzlich ständig gereizt, Schlafprobleme oder keine Lust mehr auf den Job? Warum Burn-out-Symptome oft übersehen werden und wie Betroffene rechtzeitig Hilfe finden können.

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„Du landest noch im Burn-out, wenn du so weitermachst“: Viele kennen den Begriff Burn-out als Folge von Stress und Überlastung. Aber was steckt eigentlich hinter diesem Ausgebranntsein? Und wie kann man erste Burn-out-Symptome erkennen? Burn-out an sich ist keine eigenständige psychische Erkrankung, sondern ein Syndrom.

Burn-out entwickelt sich in der Regel schleichend, oft ĂĽber mehrere Jahre, weshalb Burn-out-Symptome anfangs schwer zu fassen sind. „Es gibt den Burn-out-Prozess und das Burn-out-Syndrom“, sagt Gernot Langs, Facharzt fĂĽr Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin. Laut Langs ist das Burn-out-Syndrom „im Prinzip eine Erschöpfungsdepression“. Burn-out ist dabei jedoch zunächst an äuĂźere Belastungen geknĂĽpft, während eine Depression auch ohne solche Auslöser entstehen kann.

Woran merkt man, dass man betroffen ist?

Nicht jede anstrengende Phase im Leben muss gleich ein Burn-out sein. Gewisser Stress sei normal und sogar notwendig, sagt Langs. Es gibt aber deutliche Burn-out-Symptome, die Betroffene ernst nehmen sollten: „Die Einschränkung der Lebensqualität ist immer der entscheidende Faktor.“

Das Problem: Betroffene erkennen meist nur schwer, wie ausgebrannt sie womöglich schon sind. Typische Burn-out-Symptome werden lange ignoriert oder nicht als solche akzeptiert. Oft ist es daher das Umfeld, dem Veränderungen auffallen. „Die Umgebung merkt es zuerst, wenn jemand immer reizbarer wird – die Lunte wird kürzer“, so der Facharzt.

Welche Anzeichen fĂĽr ein Burn-out sprechen

Die Reaktionen auf Überlastung können individuell verschieden sein. Wenn sich erste Burn-out-Symptome zeigen, schildern Betroffene oft, dass ihnen die Energie fehlt und sie sich ausgelaugt fühlen. Manche verlieren den Appetit, andere flüchten gerade ins Essen. Einige schlafen zu viel, andere hingegen leiden unter massiven Schlafstörungen.

Oft kommen körperliche Burn-out-Symptome wie RĂĽckenschmerzen, Tinnitus oder Herzrasen dazu. Betroffene gehen zudem innerlich auf Abstand und empfinden keine Freude mehr an ihren Tätigkeiten. Auch die alltägliche Leistungsfähigkeit leidet stark. Ein weit verbreiteter Irrtum ist dabei, dass Burn-out-Symptome allein ein Problem der Arbeitswelt seien.

Oft muss es erst richtig knallen im Leben

Der Weg zur Diagnose ist allerdings häufig nicht einfach. Menschen, die zum Burn-out neigen, akzeptieren oft lange nicht, dass es ihnen schlecht geht und ignorieren ihre Burn-out-Symptome. „Hilfe holen ist ohnehin schwierig – weil es als Schwäche gilt“, beschreibt Langs typische Gedankenmuster.

Manchmal muss es erst richtig knallen, bis endlich Hilfe geholt wird.

Am Anfang jeder Genesung steht für Langs deshalb eine simple, aber oft schwere Erkenntnis. „Man muss sich eingestehen, dass es zu viel ist – und dass es auch in Ordnung ist, dass es zu viel ist.“ Wer das geschafft hat, hat den entscheidenden Schritt getan.

Erste Schritte: Was tun bei Erschöpfung?

Und wie geht es dann weiter, wenn Burn-out-Symptome den Alltag beherrschen? Langs empfiehlt ein schrittweises Vorgehen und rät zum Beispiel in der Familie zu besprechen, ob sich Aufgaben besser aufteilen lassen. Daneben ist die Hausarztpraxis die passende Anlaufstelle für eine erste Einschätzung.

Bei ausgeprägter Erschöpfungsdepression können Betroffene sich dort eine Arbeitsunfähigkeit bescheinigen lassen.

Eine psychotherapeutische Behandlung sei ebenfalls sinnvoll und hilfreich, um schwerwiegende Burn-out-Symptome zu lindern, auch wenn die Wartezeiten hier oft lang sind. Bei der Art der Therapie gilt es aber auch die individuellen Lebensumstände zu berücksichtigen. Der Facharzt rät:

„Manchmal ist eine stationäre Auszeit sinnvoller. Dann wirklich aus dem Alltag herausgehen – und nach außen signalisieren: Ich brauche jetzt eine Auszeit“.

Quelle: dpa

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