Unzufriedenheit
FRUST IM JOB: SO STOPPEN SIE DIE NEGATIVSPIRALE IM BERUFSALLTAG
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Eine Negativspirale im Beruf entwickelt sich durch das Zusammenspiel innerer und Ă€uĂerer Faktoren. Sie beginnt oft schleichend und verstĂ€rkt sich, wenn nicht frĂŒhzeitig gegengesteuert wird. âEin dysfunktionaler Gedanke folgt auf den nĂ€chstenâ, sagt Karriereberaterin Ragnhild Struss. Je mehr Negatives passiert, desto mehr fĂŒhlt man sich bestĂ€tigt â der Frust im Job nimmt seinen Lauf.
Allein Ă€uĂere UmstĂ€nde â schlechtes Arbeitsklima, Ăberlastung oder fehlende Anerkennung â erklĂ€ren die berufliche Unzufriedenheit selten vollstĂ€ndig. Auch innere Faktoren wie Selbstzweifel, Perfektionismus oder das GefĂŒhl geringer Selbstwirksamkeit tragen wesentlich dazu bei.
Warnsignale erkennen und Burn-out vermeiden
Wie merken wir, dass wir nicht nur eine schlechte Phase haben, sondern mitten in der AbwĂ€rtsspirale stecken? âWir merken nicht, wie es schleichend schlimmer wirdâ, sagt Laura Venz, Professorin fĂŒr Arbeits- und Organisationspsychologie an der Leuphana UniversitĂ€t LĂŒneburg. Venz rĂ€t dazu, sich selbst bewusst zu beobachten â etwa mit einem Tagebuch oder Journal. Auch Feedback von auĂen sollte ernst genommen werden.
Warnsignale wie anhaltende Gereiztheit, Erschöpfung oder Hoffnungslosigkeit sind typische Anzeichen fĂŒr berufliche Unzufriedenheit. Diese können sich emotional wie auch körperlich Ă€uĂern â und sollten nicht ignoriert werden, wenn man langfristig Burn-out vermeiden will.
Frust im Job: Was tun in akuten Phasen?
In akuten Situationen kann es helfen, bewusst innezuhalten. AtemĂŒbungen, kurze SpaziergĂ€nge oder Achtsamkeitspraktiken schaffen Distanz zur belastenden Lage. Wer bewusst handelt, kann den Teufelskreis des Frusts im Job durchbrechen.
Strategien fĂŒr einen entspannten Arbeitsalltag:
Job Crafting als langfristige Lösung
Wichtig ist, die eigene Lage realistisch zu analysieren. Kann die Arbeitsbelastung reduziert werden? Ist das Team ein Teil des Problems? Gibt es Möglichkeiten, die eigenen Ressourcen besser zu schĂŒtzen?
Laut Struss und Venz ist der SchlĂŒssel zu mehr Zufriedenheit das Konzept des Job Crafting. Dabei gestalten Mitarbeitende ihren Arbeitsplatz aktiv mit â durch Anpassungen bei Aufgaben, Prozessen oder Beziehungen. So lĂ€sst sich nicht nur Frust im Job reduzieren, sondern langfristig auch berufliche Unzufriedenheit abbauen und Burn-out vermeiden.
Professionelle Hilfe bei beruflicher Unzufriedenheit
Wer allein nicht weiterkommt, sollte nicht zögern, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen â durch Coaching, psychologische Beratung oder digitale Angebote der Krankenkassen.
Ein gesundes MaĂ an Selbstreflexion und Offenheit kann entscheidend sein, um den Teufelskreis aus Frust im Job, emotionaler Erschöpfung und innerem RĂŒckzug zu durchbrechen.
Wie lÀsst sich Frust im Job vorbeugen?
Vorbeugung beginnt bei der aktiven Lebensgestaltung. Wer seine eigenen BedĂŒrfnisse kennt, realistische Ziele verfolgt und authentisch lebt, schafft eine stabile Basis gegen berufliche Unzufriedenheit. Struss erlĂ€utert weiter:
âEine Negativspirale ist letztlich ein Signal dafĂŒr, dass das gelebte Leben nicht mit der eigenen Persönlichkeit ĂŒbereinstimmt - es ist ein psychischer Weckrufâ
Ein Jobwechsel sollte Laura Venz zufolge die letzte, aber nicht undenkbare MaĂnahme sein. Vor jeder MaĂnahme steht allerdings die Diagnose. Gehen Sie einen Schritt zurĂŒck und analysieren Sie, bevor Sie kommunizieren. Wenn Sie kommunizieren, dann dort, wo das Problem am besten aufgehoben ist. âMan darf ruhig ehrlich zugeben, dass man ĂŒberfordert istâ, sagt Venz. Auch Hilfe in Anspruch zu nehmen, sei nichts, wofĂŒr man sich schĂ€men mĂŒsse.
Wichtig ist: Erst analysieren, dann kommunizieren â und auch Hilfe annehmen.
Quelle: dpa












