Gesunde Partnerschaft
GRENZEN SETZEN IN DER BEZIEHUNG LEICHT GEMACHT
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Auch wenn man zu zweit durchs Leben geht: Manchmal möchte man einfach nicht dasselbe wie der/die Partner*in. Ein Beispiel: Man ist eingeladen auf eine Familienfeier der Partner*in – und weiß, dass einem die Menschen dort nicht guttun. Der oder die Liebste erwartet dennoch, dass man sich dort blicken lässt. Muss das sein?
Oder darf man da eine Grenze ziehen und beispielsweise sagen „Ich komm' nicht mit“? Ja! Denn das eigene Bauchgrummeln zu unterdrücken, ist keine gute Idee. „Grenzen dienen in einer Partnerschaft gegenseitigem Respekt, sie helfen, eigene Bedürfnisse zu schützen und auch die Bedürfnisse des anderen wahrzunehmen“, sagt Petra Beschoner. Sie ist Fachärztin für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin und Ärztliche Leiterin der Akutklinik Bad Saulgau. Wer Grenzen setzen in der Beziehung lernen möchte, profitiert von dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung für Paare:
Eigene Bedürfnisse und Wünsche ermitteln
Persönliche Schmerzgrenzen sind bei allen Menschen unterschiedlich. Um herauszufinden, wo die eigenen verlaufen, wenn wir Grenzen setzen in der Beziehung, können wir uns diese Fragen stellen: Was sind meine Wünsche? Wovor habe ich Angst?
Welche Werte sind mir wichtig und welche Ziele habe ich? Es hilft auch, die Signale des eigenen Körpers wahrzunehmen – wie etwa Anspannung, Unwohlsein oder Kopfschmerzen. Erfolgreich Grenzen setzen beginnt immer bei der eigenen Wahrnehmung in der Beziehung.
Kommunikation stärken:
Offene Gespräche mit der anderen Seite
Partner*innen müssen von den eigenen Bedürfnissen aber auch erfahren. Das geht am besten mit einer offenen, ehrlichen und einfühlsamen Kommunikation.
Wenn Sie effektiv Grenzen setzen in der Beziehung, können Ich-Botschaften und Empathie vermeiden, dass sich die andere Seite angegriffen fühlt.
Zurück zum Familienfeier-Beispiel: In einem Gespräch kann man der Partner*in sanft erklären, wie man sich dort fühlt. Gleichzeitig signalisiert man, dass man den Wunsch ernst nimmt, mit auf diese Feier zu gehen. Auf dieser Grundlage können beide darüber sprechen, wie sie damit umgehen wollen. Womöglich gibt es einen Kompromiss, der für beide funktioniert.
So kann man beispielsweise vereinbaren, dass man nur für ein Stück Kuchen auf der Feier bleibt. Wer gesund Grenzen setzen will in der Beziehung, sucht oft genau diesen Mittelweg.
Klare Absprachen und Konsequenz zeigen
An die Absprache müssen sich dann auch beide halten. Denn hierbei ist vor allem auch Konsistenz wichtig: „Ich bleibe klar und konsequent bei meiner Haltung, sonst schüre ich Unsicherheit und Misstrauen im Partner“, sagt Petra Beschoner.
Um nachhaltig in der Beziehung Grenzen setzen zu können, müssen diese vielleicht auch immer wieder kommuniziert werden, bis sie auf der anderen Seite ankommen. Und zur Not auch Konsequenzen gezogen werden.
So gelingt das Grenzen setzen in der Beziehung dauerhaft.
Zurück zur Familienfeier: Wenn eine Erinnerung an die Partner*in nicht ausreicht, dann verlässt man die Feier eben alleine. Hilfreich ist auch, gleich zu Beginn den Gastgeber*innen zu sagen, wann man die Feier wieder verlassen wird. Das reguliert die Erwartungen und erleichtert das Grenzen setzen in der Beziehung.
Quelle: dpa












