Kaffeemaschine & Wasserkocher
UMWELTFREUNDLICH ENTKALKEN: ZITRONENSĂURE ODER ESSIGSĂURE?
Seite 1/1 3 Minuten
Wo der Kalk nicht hingehört, verschwindet er besser schnell. Denn regelmĂ€Ăiges entkalken kann die Lebensdauer von HaushaltsgerĂ€ten verlĂ€ngern und unnötige Reparaturen oder Neuanschaffungen verhindern. Aber warum ist das so? Und wie geht es nachhaltig?
Kalk kann bei Wasserkochern laut RenĂ© Rettig vom Berufsverband Hauswirtschaft eine isolierende Schicht bilden. Das Wasser braucht dann lĂ€nger zum Erhitzen und der Energieverbrauch steigt. Wer den Kalk also regelmĂ€Ăig entfernt, hĂ€lt GerĂ€te wie Kaffeemaschinen und Wasserkocher nicht nur gut in Form, sondern spart auch noch Energie. Allerdings gibt es dabei einiges zu beachten.
Nachhaltig entkalken: Auf Dosierung und Anwendung achten
Entscheidend sind die richtige Dosierung und die passende Anwendung. Wer nachhaltig entkalkenmöchte, sollte Entkalker nicht ĂŒberdosieren. Denn das kann die Umwelt belasten. Zudem können ungeeignete Mittel GerĂ€te beschĂ€digen, warnt Experte Rettig: âNachhaltig ist aus meiner Sicht, so wenig Mittel wie möglich, so gezielt wie nötig, keine unnötigen Duftstoffe, keine wilden Mischungen und immer grĂŒndlich nachspĂŒlen.â
Denn dafĂŒr muss man wissen: Kalk besteht ĂŒberwiegend aus mineralischen Ablagerungen, vor allem Calcium- und Magnesiumverbindungen. Wer umweltfreundlich entkalken möchte, sollte Kalk mit geeigneten SĂ€uren lösen. DafĂŒr eignen sich vor allem:
- ZitronensÀure
- geeignete Spezialentkalker
- Essig, verdĂŒnnte Essigessenz oder verdĂŒnnte EssigsĂ€ure
Essig riecht deutlich stĂ€rker, kann Atemwege reizen und bei hĂ€ufiger oder falscher Anwendung empfindliche OberflĂ€chen angreifen. Empfehlen Sie Ihren Kund*innen daher, Essigessenz oder EssigsĂ€ure immer nur verdĂŒnnt und gezielt einzusetzen. Beim VerdĂŒnnen gilt: erst das Wasser, dann die SĂ€ure.
Ăbrigens: Entstehen MaterialschĂ€den, spielt die Einwirkdauer oft eine Rolle. Daher rĂ€t die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen davon ab, SĂ€uren ĂŒber Nacht in GerĂ€ten einwirken zu lassen. Wer entkalken nachhaltig möchte, sollte auĂerdem die Einwirkzeit möglichst kurz halten und die Herstellerhinweise beachten.
Wasserkocher entkalken: ZitronensÀure richtig anwenden
Wer einen Wasserkocher entkalken möchte, kann grundsĂ€tzlich ZitronensĂ€ure verwenden. Allerdings sollte man diese nicht stark erhitzen oder aufkochen. Denn dabei kann sich aus Kalk und ZitronensĂ€ure schwer lösliches Calciumcitrat bilden â wodurch neue Ablagerungen entstehen können.
âStattdessen besser die ZitronensĂ€ure in kaltem bis lauwarmem Wasser lösen, einwirken lassen und anschlieĂend grĂŒndlich ausspĂŒlenâ,
so Rettigs Tipp. Raten Sie auĂerdem dazu, anschlieĂend ein- bis zweimal klares Wasser aufzukochen und wegzuschĂŒtten. So lĂ€sst sich der Wasserkocher umweltfreundlich entkalken, ohne neue KalkrĂŒckstĂ€nde zu fördern.
Mehr Putztipps:
Kaffeemaschine entkalken: Herstellerangaben beachten
Auch die Kaffeemaschine sollte man regelmĂ€Ăig entkalken. Denn Kalk kann den Durchlauf, die Temperatur, den Geschmack und die GerĂ€teleistung beeintrĂ€chtigen. FĂŒr einfache Filterkaffeemaschinen können Sie einen geeigneten Kaffeemaschinenentkalker empfehlen.
Bei Kaffeevollautomaten sollten Sie Ihre Kund*innen allerdings auf die Angaben in der Bedienungsanleitung verweisen und den dafĂŒr vorgesehenen Entkalker empfehlen â Experimente sind hier keine gute Idee. Der Grund: Es sind verschiedene Materialien wie Dichtungen, SchlĂ€uche, Metalle und Kunststoffteile verbaut. Sie können jeweils unterschiedlich auf ungeeignete Reiniger reagieren.
Wer eine Kaffeemaschine entkalken möchte, sollte daher ausschlieĂlich geeignete Produkte verwenden.
Tipp: Zugunsten von Trinkwasser und Umwelt sollte man schon beim Kauf von Kaffeevollautomaten und anderen GerĂ€ten darauf achten, dass sie sich umweltfreundlich entkalken lassen â möglichst ohne SulfamidsĂ€ure.
Nachhaltig entkalken: Natron und Backpulver sind keine Alternative
Hausmittel wie Natron und Backpulver sind Rettig zufolge keine klassischen Entkalker â und werden hĂ€ufig ĂŒberschĂ€tzt. Sie könnten aber einen gewissen unterstĂŒtzenden Effekt haben. Man sollte sich daher beim Entkalken nicht allein auf diese Hausmittel verlassen.
âGebissreiniger wĂŒrde ich zum Entkalken von HaushaltsgerĂ€ten nicht empfehlenâ,
ergĂ€nzt Rettig. Empfehlen Sie Ihren Kund*innen bei GerĂ€ten, in denen Wasser fĂŒr GetrĂ€nke oder Lebensmittel erhitzt wird, ausschlieĂlich Mittel zu verwenden, die fĂŒr diesen Einsatz vorgesehen sind. So lĂ€sst sich umweltfreundlich entkalken, ohne Materialien oder die Gesundheit unnötig zu belasten.
Quelle: dpa












