Frau sitzt auf Stuhl und trinken heißen Kaffee.© Piyapong Thongcharoen / iStock / Getty Images Plus
Kaffee macht wach. Allerdings ist der Effekt eher kurzfristig.

Tipps

SO STEIGERN SIE IHRE ENERGIE IM ARBEITSALLTAG – GANZ OHNE KAFFEE

Energie im Arbeitsalltag muss nicht aus der Kaffeetasse kommen. Wer Schlaf, ErnĂ€hrung und Biorhythmus beachtet, kann MĂŒdigkeit bekĂ€mpfen und den Tag mit mehr Power bewĂ€ltigen.

Seite 1/1 5 Minuten

Seite 1/1 5 Minuten

Erst mal 'nen Kaffee – sonst geht gar nichts: Wer kennt es nicht, das GefĂŒhl, schon erschöpft in den Tag zu starten?
Die Frage ist: Ist Kaffee wirklich der Retter in der Not oder kann man das Problem grundsÀtzlich angehen?

Tipps und Wissenswertes fĂŒr mehr Energie im Arbeitsalltag.

Erst gut schlafen – dann gezielt in den Tritt kommen

Es klingt banal, ist aber nun mal Fakt: Wie gut wir in den Arbeitstag starten, hĂ€ngt maßgeblich damit zusammen, wie wir geschlafen haben. Entscheidend ist, das eigene SchlafbedĂŒrfnis möglichst gut zu erfĂŒllen. „Bei den meisten Erwachsenen liegt das zwischen 7 und 9 Stunden“, sagt Emma Erhard vom Institut fĂŒr Betriebliche Gesundheitsberatung (IFBG).

Doch nicht nur die LÀnge des Schlafs, auch seine QualitÀt ist entscheidend: Abendrituale, der Verzicht auf grelle Bildschirme vor dem Einschlafen und ein dunkler, ruhiger Raum können dem Körper helfen, in den Erholungsmodus zu kommen, so Erhard.

Wenn es dann darum geht, MĂŒdigkeit zu bekĂ€mpfen, helfen vor allem frische Luft und Tageslicht. Wenn das möglich ist, könne man etwa zu Fuß gehen oder mit dem Rad zur Arbeit fahren, rĂ€t Nora Johanna SchĂŒth, Psychologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut fĂŒr angewandte Arbeitswissenschaften (ifaa). Dabei werde die Serotoninproduktion angekurbelt – ein wichtiger Faktor fĂŒr mehr Energie im Arbeitsalltag.

Wer auf das Auto oder öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist, könne ein StĂŒck weiter weg parken oder zwei Haltestellen frĂŒher aussteigen. Auch das hilft, MĂŒdigkeit zu bekĂ€mpfen.

Kaffee allein reicht nicht – MĂŒdigkeit bekĂ€mpfen mit Alternativen

Kaffee macht wach – so viel ist klar. Doch der Effekt ist eher kurzfristig. „Wer dauerhaft auf Koffein angewiesen ist, maskiert oft Schlafmangel oder Stress“, sagt Nora Johanna SchĂŒth. Sie empfiehlt: Auf jede Tasse Kaffee ein Glas Wasser folgen lassen. „Das kann helfen, den Kaffeekonsum einzuschrĂ€nken und die tĂ€gliche FlĂŒssigkeitszufuhr zu erhöhen.“

Die Forschung zeigt: „Wenn wir ausgeschlafen sind, bringt Kaffee keinen zusĂ€tzlichen Boost. Erst bei Schlafmangel greift Koffein durch“, sagt Emma Erhard. Das funktioniere aber nur ein paar Tage – dann falle der gewĂŒnschte Wachmacher-Effekt weg. Das heißt, laut Erhard:

„Wer regelmĂ€ĂŸig viel Kaffee trinkt, braucht ihn, um das persönliche Grundniveau zu erreichen und nicht, um darĂŒber hinaus fitter zu werden“.

Um langfristig MĂŒdigkeit zu bekĂ€mpfen, braucht es daher gesunde Routinen – und keine Dauerlösung aus der Kaffeetasse.

Bewegung, Pausen und frische Luft fĂŒr mehr Energie im Arbeitsalltag

Wer fit durch den Arbeitstag kommen möchte, kann auf drei Dinge achten: Pausen, Bewegung und frische Luft!

Emma Erhard rĂ€t, alle 60 Minuten eine Mikropause von mindestens ein bis zwei Minuten einzulegen. „Das reicht oft schon, um den Fokus zurĂŒckzubekommen“, sagt sie. Wer kann, darf sich auch einem Powernap hingeben – jedoch nicht lĂ€nger als maximal 20 Minuten. Außerdem erhöht Sauerstoff die KonzentrationsfĂ€higkeit. Also öfter mal StoßlĂŒften, rĂ€t SchĂŒth.

Ob Treppensteigen oder leichte DehnĂŒbungen – wer Pausen dazu nutzt, in Bewegung zu kommen, regt die Durchblutung im Körper an und kann so MĂŒdigkeit bekĂ€mpfen.

Gesunde Snacks im BĂŒro: Kleine Mahlzeiten mit großer Wirkung

Tipp: Auch gesunde Snacks im BĂŒro können einem DurchhĂ€ngen vorbeugen: „Komplexe Kohlenhydrate, Eiweiß und gesunde Fette liefern nachhaltige Energie“, sagt SchĂŒth. Proteinriegel seien wegen unnötiger ZusĂ€tze oft nicht die beste Wahl.

Stattdessen rĂ€t sie zu einem SchĂ€lchen Magerquark mit Beeren oder einer kleinen TĂŒte gemischter NĂŒsse. Solche gesunden Snacks im BĂŒro versorgen den Körper kontinuierlich mit NĂ€hrstoffen und helfen, Energie im Arbeitsalltag aufrechtzuerhalten.

Mittagstief vermeiden durch kluge ErnÀhrung

Um nach dem Mittagessen nicht in ein Energietief zu fallen, sollte man auf sehr fetthaltiges, stark gesalzenes oder schwer verdauliches Essen verzichten. Leichtere Mahlzeiten belasten den Körper weniger. Und, laut Erhard:

„In Kombination mit einem Verdauungsspaziergang lĂ€sst sich das Mittagstief verringern“.

Auch auf stark verarbeitete Lebensmittel, viel Zucker oder Weißmehl sollte verzichtet werden, so Nora Johanna SchĂŒth. „Sie lassen den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen und nach kurzer Zeit rasch wieder abfallen.“ Das könne zu MĂŒdigkeit und Konzentrationsstörungen fĂŒhren.

Die Energiezufuhr mit regelmĂ€ĂŸigen, gesunden Snacks im BĂŒro ĂŒber den Tag zu verteilen, helfe dabei, fit zu bleiben und Heißhunger vorzubeugen.

Biorhythmus nutzen fĂŒr mehr ProduktivitĂ€t

Von FrĂŒhaufsteher bis Nachteule: Jeder Mensch hat seinen eigenen Biorhythmus, auch Chronotyp genannt. „Je nach Chronotyp haben wir zu unterschiedlichen Tageszeiten unser Leistungshoch“, erklĂ€rt Emma Erhard. Dieses Wissen kann man nutzen, um die Arbeitsorganisation so gut wie möglich abzustimmen. Wer seinen Biorhythmus nutzt, kann Energie im Arbeitsalltag gezielt einsetzen.

„Anspruchsvolle Aufgaben kann man in die persönliche Hochphase legen – dann, wenn man besonders konzentriert ist. Im Mittagstief sind dagegen eher RoutinetĂ€tigkeiten oder organisatorische Aufgaben sinnvoll“.

Auch könne ein Wechsel von geistiger und körperlicher Arbeit helfen, ErmĂŒdung vorzubeugen, rĂ€t Nora Johanna SchĂŒth.
Und: Koffein sollte man ab dem spÀten Nachmittag meiden, um den Schlaf nicht zu stören.

Gut schlafen – Energie tanken fĂŒr den nĂ€chsten Tag

„Feste Schlaf- und Aufwachzeiten sind ein wichtiger Bestandteil einer guten Tagesroutine“,

sagt Nora Johanna SchĂŒth.

FĂŒr einen besseren Schlaf und damit mehr Energie im Arbeitsalltag, können feste Abendroutinen helfen: „Solche Rituale können ganz unterschiedlich aussehen – von Lesen ĂŒber Puzzlen bis hin zu einfachen AtemĂŒbungen. Wichtig ist vor allem die RegelmĂ€ĂŸigkeit“, sagt Emma Erhard.

So lerne unser Gehirn, die TĂ€tigkeit mit dem Einschlafen zu verknĂŒpfen. „Es weiß dann: Jetzt ist es Zeit, zur Ruhe zu kommen.“

Quelle: dpa

×