Ein Mann liegt bewegungslos im Bett und hält sich erschöpft die Hand ans Gesicht.© Dima Berlin/iStock/Getty Images Plus
Wer sich wegen einer Depression schlecht um sich selbst kümmern kann, tut das bei Hitze noch weniger.

Medikamente prüfen

HITZE: AUSWIRKUNGEN AUF DIE PSYCHE NACHGEWIESEN

Große Hitze hat starke Auswirkungen auf die Psyche. Oft hört man während Hitzewellen mehr Berichte über aggressives Verhalten. Leider ist das aber nicht das Einzige, was auffällt. Für Menschen mit psychischen Erkrankungen ist Hitze ebenso gefährlich, und das aus mehreren Gründen.

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Die Bundespsychotherapeutenkammer warnt: Hitze hat starke Auswirkungen auf die Psyche und verstärkt bestehende Probleme. Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychologie, Psychosomatik und Nervenheilkunde DGPPN berichtet über erhöhte Suizidraten bei steigender Temperaturbelastung. Menschen mit psychischen Erkrankungen sind besonders anfällig für hitzebedingte Gesundheitsprobleme.

Ursachen dafür sind zum einen die Erkrankung, zum anderen die eingesetzten Medikamente. In der Apotheke können PTA bei Hitze wertvolle Tipps geben, damit die Psyche nicht zu sehr leidet.

Hitze: Vielfache Auswirkungen auf die Psyche

Dass Hitze Auswirkungen auf den Alltag und auch die Psyche hat, ist nicht verwunderlich. Die Zahl aggressiver Zwischenfälle steigt mit den Temperaturen und ebenso die der Notaufnahmen in Akutpsychiatrien. Andrea Beneke, Präsidentin der Bundespsychotherapeutenkammer, weiß: Hitze ist nicht nur eine körperliche Belastung, auch die Psyche leidet. Schwere psychische Erkrankungen zählen zu den Hauptrisikofaktoren für hitzebedingte Todesfälle.

Für gesunde Menschen ist es schon mitunter nicht einfach, sich effektiv vor der Hitze zu schützen. Kommt dann noch eine depressionsbedingte Antriebsstörung dazu, fällt selbstfürsorgliches Verhalten umso schwerer. Dazu zählt zum Beispiel, mehr zu trinken oder sich an einen kühleren Ort zu begeben. Manische Zustände dagegen fördern risikoreiches Verhalten, was bei Hitze schnell gefährlich werden kann.

Die Psyche leidet auch unter Schlafmangel, wenn es nachts nicht richtig abkühlt. Selbst bei gesunden Menschen sind Exekutivfunktionen, Konzentrationsvermögen und Impulskontrolle bei Hitze herabgesetzt. Bei angeschlagener Psyche verstärken sich diese Probleme zusätzlich. Demenzkranke Menschen und Personen mit bekannten psychischen Erkrankungen sollten besonders unterstützt werden.

Medikamente können bei Hitze Probleme machen

Viele Medikamente können bei Hitze zusätzlich belasten. Neuroleptika beispielsweise beeinflussen mitunter die Thermoregulation oder Schweißsekretion. Zudem unterdrücken die Medikamente das Durstgefühl, was bei Hitze zusätzlich gefährlich werden kann. Hat die Psyche ein Problem, kann das die Sterblichkeit bei Hitze erhöhen. Am deutlichsten ist dieser Effekt bei Schizophrenie.

Aber auch bei Suchterkrankungen wird Hitze schnell gefährlich. So können Amphetamine Selbstüberschätzung und riskantes Verhalten fördern und sedierende Medikamente wie Opiate dazu führen, dass auch bei größter Hitze kein Schatten aufgesucht wird. Alkohol dehydriert zusätzlich.

Treten folgende Beschwerden ein, handelt es sich um einen Hitzenotfall:

  • Bewusstseinstrübung
  • Plötzliche Verwirrtheit
  • Starke Kopfschmerzen
  • Schnell steigendes Fieber über 39 Grad Celsius
  • Krampfanfälle
  • Wiederholtes Erbrechen
  • Steifer Nacken

Hier wählt man sofort den Notruf. Generell sollten bei Hitze Personen, die bekannte Erkrankungen der Psyche haben, besonders vorsichtig sein. Am besten besprechen sie vorab, ob bei Hitze die Dosierung ihrer Medikamente angepasst werden muss. Auch wohin sie sich bei einem psychischen Notfall wenden, lässt sich im Voraus klären.

In der Apotheke können PTA bei der Abgabe von Medikamenten für die Psyche auf die Gefahren bei Hitze hinweisen.

Quellen:
https://www.pharmazeutische-zeitung.de/hitze-als-gefahr-fuer-die-psyche-156514
https://api.bptk.de/uploads/B_Pt_K_Hitzeschutzflyer_Psychotherapeut_Innen_1022524d57.pdf

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