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MENTALE GESUNDHEIT AUF SOCIAL MEDIA: SERIĂ–SE POSTS ERKENNEN
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Das Thema mentale Gesundheit ist auf Social Media heute längst kein Tabuthema mehr. Gerade in sozialen Netzwerken wie TikTok und Instagram gehen viele Menschen offen mit Depressionen, Burn-out, Angststörungen, Traumata und Neurodivergenz um. Andere Betroffene fühlen sich dadurch weniger allein und das allgemeine Bewusstsein für psychische Gesundheit wächst.
Doch nicht alle Inhalte rund um mentale Gesundheit auf Social Media sind seriös, sagt Petra Beschoner, Fachärztin für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin. „Psychische Erkrankungen dürfen nicht zu Lifestyle-Begriffen verkommen oder in kurzen Videos abgehandelt werden“. Die wachsende Zahl von Selbstdiagnosen sieht die Ärztin kritisch.
Wie sich seriöse Posts und Accounts erkennen lassen
Skeptisch sollte man demnach werden, wenn ein Post zum Thema mentale Gesundheit auf Social Media mit einfachen Checklisten arbeitet, etwa: „5 Zeichen, dass du traumatisiert bist“ oder „Daran erkennst du ADHS“. Denn so einfach und eindeutig sind psychische Erkrankungen nicht.
Auch wenn Creator*innen stark zuspitzen oder Angst schĂĽren, sollte man ihre Inhalte nicht fĂĽr bare MĂĽnze nehmen.
Was hingegen Anzeichen für seriöse Accounts rund um mentale Gesundheit auf Social Media sind: Sie erklären ein Thema, ohne vorschnell Diagnosen nahezulegen. Sie benennen Grenzen. Sie verweisen auf professionelle Hilfe. Sie betonen, dass man einzelne Symptome immer im Zusammenhang betrachten muss.
Mentale Gesundheit bei Männern und Frauen:
Nicht jede Befindlichkeit ist eine Diagnose
Beschoner betont außerdem, dass man es nicht direkt pathologisieren sollte, wenn es einem vereinzelt nicht gut geht. Erschöpft, gereizt oder verunsichert fühlt sich schließlich jede*r mal. „Menschen dürfen traurig oder überfordert sein, ohne sich sofort krank fühlen zu müssen“, so die Ärztliche Leiterin der Akutklinik Bad Saulgau.
„Wer das eigene Verhalten permanent analysiert, verliert schnell das Vertrauen in normale emotionale Schwankungen und die eigene Widerstandskraft“.
Beiträge über mentale Gesundheit auf Social Media schaffen ihr zufolge mitunter einen regelrechten Druck, sich ständig um die eigene Psyche zu kümmern. Gerade Teenager*innen seien davon betroffen. „Der Fokus auf innere Stabilität sollte entlasten, nicht zusätzlichen Leistungsdruck erzeugen“, so Beschoner.
Wann Betroffene professionelle Hilfe suchen sollten
Trotz aller Kritik sieht die Psychiaterin die neue Offenheit fĂĽr mentale Gesundheit auf Social Media positiv, da Betroffene sich bei psychischen Problemen frĂĽher Hilfe suchen. Gerade junge Menschen wĂĽrden online Halt, Orientierung und Austausch erfahren.
„Entscheidend ist, dass digitale Communitys unterstützen, aber fachliche Hilfe nicht ersetzen“.
Wenn Belastungen über einen längeren Zeitraum anhalten, den Alltag bestimmen, Schlaf, Arbeit, Schule oder Beziehungen leiden und Betroffene aus diesem Zustand aus eigener Kraft nicht herausfinden, sollte man sich Hilfe suchen.
Wer durch Themen rund um mentale Gesundheit auf Social Media verunsichert ist, findet eine erste Anlaufstelle in der Hausarztpraxis, empfiehlt Petra Beschoner. Diese kann bei Bedarf weitervermitteln.
Quelle: dpa












