Warnzeichen
WOCHENBETTDEPRESSION FRÜH ERKENNEN UND RICHTIG HANDELN
Seite 1/1 3 Minuten
Das größte Glück der Welt liegt einem im Arm. Doch statt unbändiger Freude sind da viele Unsicherheiten, Heulattacken und Erschöpfung? Der sogenannte Babyblues – ein typischer Stimmungsabfall wenige Tage nach der Geburt – kommt häufig vor und klingt meist rasch wieder ab, in der Regel innerhalb von zwei Wochen.
Nicht wenige Frauen haben nach der Geburt jedoch auch mit ernsteren, behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankungen zu kämpfen. „Etwa jede siebte Frau entwickelt nach der Geburt eine Depression“, sagt Petra Beschoner, Fachärztin für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin. Eine Wochenbettdepression beziehungsweise postpartale Depression werde häufig erst spät erkannt.
Postpartale Depression: Seelische Belastungen offen ansprechen
Eine Wochenbettdepression wird in der Fachsprache auch postpartale Depression genannt. Die postpartale Depression geht häufig mit Schuldgefühlen und Versagensängsten einher und kann die Beziehung zwischen Mutter und Kind spürbar belasten, erklärt die Ärztliche Leiterin der Akutklinik Bad Saulgau.
„Wochenbettdepression-Symptome bleiben häufig lange unbemerkt“
Zwar sei „nicht jede schwierige Phase“ gleich eine Depression, so die Ärztin.
Hält das Tief jedoch über Wochen an, fällt der Alltag zunehmend schwer oder werden selbst kleine Aufgaben zur Herausforderung, sollte bei einer möglichen Wochenbettdepression genauer hingeschaut werden.
Oft dauert es nämlich lange, bis Betroffene über ihre Lage sprechen. Viele halten ihre Beschwerden zunächst für eine normale Reaktion auf Schlafmangel und Wochenbettstress. Häufig glaubten Mütter, „sie müssten da einfach durch“, beschreibt Beschoner typische Denkmuster.
Nach außen wirken Betroffene oft unauffällig, weil sie „einfach funktionieren“. Dadurch bleiben Wochenbettdepression Symptome häufig lange unbemerkt
Schwangerschaft und Geburt im Fokus:
Wochenbettdepression Symptome früh erkennen
Wichtig ist daher, Warnsignale früh zu erkennen und seelische Belastungen im Wochenbett offen anzusprechen. Eine Wochenbettdepression kann sich nach Informationen der Stiftung Gesundheitswissen ganz unterschiedlich äußern. Auch eine postpartale Depression zeigt nicht immer dieselben Beschwerden.
Es gibt jedoch Anzeichen, auf die man achten kann. Typische Wochenbettdepression Symptome sind unter anderem:
- andauernde Niedergeschlagenheit und Traurigkeit,
- Ängste, etwa weil Betroffene glauben, das Kind nicht gut versorgen zu können,
- Hoffnungslosigkeit,
- Überforderung und schnelle Reizbarkeit.
Typisch für eine Wochenbettdepression können außerdem sein:
- Rückzug: Nachrichten werden nicht mehr beantwortet, Verabredungen werden abgesagt.
- Emotionale Distanz: „Nicht wenige äußern, dass sie sich selbst nicht mehr wiedererkennen oder kaum noch Freude empfinden“, so Petra Beschoner.
Als weitere mögliche Symptome der Wochenbettdepression nennt die Stiftung Deutsche Depressionshilfe unter anderem
- übermäßige Angst und Sorge um das Wohlergehen des Kindes,
- starke Zweifel an den eigenen Fähigkeiten als Mutter
- sowie Versagensängste.
Auch Zwangsgedanken (zum Beispiel, dem Kind zu schaden) und Stillprobleme können auftreten. Der Babyblues unterscheidet sich davon meist durch seinen kurzen Verlauf und mildere Beschwerden.
Hilfe bei Wochenbettdepression suchen
Wichtige Anlaufstellen für Betroffene sind Hebammen sowie Frauen- oder Hausärztinnen und -ärzte. Sie können einschätzen, wie stark die Beschwerden sind und passende Unterstützung vermitteln. Gerade bei Verdacht auf eine postpartale Depression ist frühe Hilfe wichtig.
„Wichtige Anlaufstellen bei einer postpartalen Depression für Betroffene sind Hebammen sowie Frauen- oder Hausärztinnen und -ärzte.
Bei anhaltenden Symptomen kann den Angaben der Fachärztin zufolge eine Psychotherapie sinnvoll sein, manchmal auch eine medikamentöse Behandlung. Entscheidend ist zudem emotionale und praktische Unterstützung sowie Entlastung durch Partner, Freunde oder Angehörige.
Eine unbehandelte Wochenbettdepression könne Mutter und Kind langfristig belasten.
Quelle: dpa












