Eine Frau hat einen Insektenstich am Arm, verzerrt ihr Gesicht und kratzt am Stich.© globalmoments/iStock/Getty Images Plus
Das juckt! Manche Insektenstiche sind „nur“ lĂ€stig – andere ĂŒbertragen Krankheiten.

Parasiten

INSEKTENSTICHE – VORBEUGEN UND BEHANDELN

BlĂŒhende Wiesen, Summen in der Luft – Insektenschutz gehört zur warmen Saison und ist essenziell fĂŒr gesunde Sommer. Denn Insektenstiche und die möglichen Auswirkungen sind nicht zu unterschĂ€tzen. Über Insektenschutz, Insektenstiche und wie man sie behandeln oder ihnen vorbeugen kann.

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Parasiten sind Organismen, die fĂŒr das eigene Überleben andere Lebewesen befallen und ihnen dabei meist schaden. Insekten können Parasiten sein, wenn sie sich zum Beispiel ĂŒber Insektenstiche von den Zellen ihrer Wirte ernĂ€hren. Sie können Krankheitserreger ĂŒbertragen oder ganze Erkrankungen auslösen – sogenannte Parasitosen. Man unterscheidet Endo – und Ektoparasiten, wobei erstere im Körper vorkommen und zweitere darauf. Wie in den Haaren oder auf der Haut. Zu den Parasiten gehören beispielsweise WĂŒrmer, LĂ€use und Zecken.

Insekten hingegen sind ĂŒber ihre körperlichen Merkmale definiert. Mit sechs Beinen und einem in drei Bereiche gegliederten Körper gehören zu den Insekten beispielsweise Bienen, Schmetterlinge und Libellen. Sich fĂŒr die Arterhaltung dieser Insekten einzusetzen, fĂ€llt eindeutig leichter als bei den Parasiten, die trotz ihrer Lebensweise und der möglichen Insektenstiche aber leider auch nachweislich zur Umweltgesundheit beitragen


Insektenstiche in Deutschland

Auch in Deutschland bleiben wir nicht von den möglichen negativen Konsequenzen verschont, die Insektenstiche herbeifĂŒhren.

StechmĂŒcken

Diese Parasiten kommen vor allem in der NĂ€he stehender GewĂ€sser beziehungsweise feuchter Gebiete vor, wo sie auch ihre Larvenstadien erleben. In Deutschland existieren 50 Arten aus 7 Gattungen. Nur die weiblichen Insekten saugen Blut durch die Insektenstiche und suchen ihre Wirte nach Bewegung, WĂ€rme, ausgeatmetes Kohlenstoffdioxid und Körpergeruch aus. Sie brauchen das Blut nur fĂŒr die Eiproduktion, die tatsĂ€chliche Nahrung nehmen sie durch Nektar oder sĂŒĂŸe PflanzensĂ€fte auf.

Auch hier wurde schon die asiatische TigermĂŒcke gesichtet, deren Stich ein höheres Risiko fĂŒr die Übertragung ernsthafter Krankheiten aufweist.

Der Klimawandel fĂŒhrt dazu, dass sich neue Insekten nun auch in Deutschland wohlfĂŒhlen, wodurch auch sich das Spektrum an möglichen ĂŒber Insektenstiche ĂŒbertragbaren Erkrankungen erweitert.

Bremsen

Bremsen weisen Ähnlichkeiten zur StechmĂŒcke auf, indem auch nur die Weibchen hĂ€matophag sind und sie sich in Feuchtgebieten ansiedeln.

Bienen

Die Honigbiene ist domestiziert und wird zur Imkerei in Stöcken gehalten. Alle anderen Bienenarten, auch die Hummel, zĂ€hlt in Deutschland zu den wildlebenden Wildbienen. Sie ĂŒberleben ihre eigenen Insektenstiche nicht.

Wespen

In Deutschland leben etwa 700 Wespenarten, wobei uns nur die Gemeine und die Deutsche Wespe belĂ€stigen. Diese ĂŒberleben ihre eigenen Insektenstiche.

Hornissen

Die heimische Hornisse ist die grĂ¶ĂŸte Wespe in Deutschland und kommt in lichten WĂ€ldern und GĂ€rten vor, wo sie einjĂ€hrige Staaten bildet. Ihre Insektenstiche sind extrem schmerzhaft. Die Japanische Riesenhornisse wurde bereits in Deutschland gesichtet und ist sehr aggressiv.

Zecken

Zecken lassen sich von beispielsweise GrĂ€sern abstreifen und hĂ€ngen bis zu 15 Tage (Extremfall) an ihrem Wirt, dessen Blut sie saugen.

LĂ€use

WĂ€hrend Zecken auch in Deutschland unterschiedliche Wirbeltiere befallen, legen sich KopflĂ€use auf das Blut von Menschen fest. Insektenstiche verpassen sie ĂŒber ihr Mundwerkzeug, mit dem sie durch die Kopfhaut ans Blut gelangen.

Ihre Eier klebt die Kopflaus zusĂ€tzlich an die Haare, aus denen die Larven nach mindestens sieben Tagen schlĂŒpfen.

Weitere Problemmacher

  • WĂŒrmer
  • Flöhe
  • Nosferatuspinne
  • Eichenprozessionsspinner
  • Bettwanzen

Gefahren der Insektenstiche sind neben allergischen Reaktionen die entstehenden oder ĂŒbertragbaren Erkrankungen.

Biene, Wespe, Hornisse Allergische Reaktionen bis zum anaphylaktischen Schock; bakterielle Infektionen
Zecken FSME, Borreliose
MĂŒcken Malaria, West-Nil-Fieber, Dengue-Fieber, Chikungunya-Fieber, Zika-Fieber

Klein aber tödlich
In Anbetracht seiner Todesopfer ist der Mosquito (durch die Übertragung von Krankheiten wie Malaria) auf Platz eins der tödlichsten Tiere.

Insektenstichen vorbeugen

Die folgenden Tipps zum Vorbeugen der Insektenstiche bezieht sich in erster Linie auf den Alltag in Deutschland, nicht auf die Reisemedizin.

  • Insektenschutz durch Kleidung: Lange Kleidung, geschlossene Schuhe und eine Kopfbedeckung. Lange Haare empfehlen sich zusammenzufassen.
  • Gegen Insektenstiche impfen? Vorbeugen durch die FSME-Impfung hĂ€lt zwar nicht aktiv die Zecken ab, aber die Erkrankung, die sie ĂŒbertragen.
  • Insektenschutz gegen Insektenstiche: Vorbeugen mit den Wirkstoffen Icaridin oder Diethyltoluamid funktioniert einerseits ĂŒber das Irritieren der Sinneswahrnehmung von MĂŒcken und Zecken, wĂ€hrend sie andererseits durch ihren Geruch Insekten abschrecken. Sie mĂŒssen besonders nach schweißtreibenden oder AktivitĂ€ten im Wasser erneut aufgetragen werden. Außerdem kann man sie auch auf dĂŒnne Kleidung sprĂŒhen, um den Effekt zu verstĂ€rken. Es gilt: Erst die Sonnencreme, dann das Spray.
    FĂŒr den eigenen Garten oder die Terrasse eignen sich natĂŒrlichere Produkte, um die Insektenvielfalt nicht nachhaltig zu belasten. Eukalyptus, Minze, Lavendel und Zitronenmelisse beispielsweise können Insekten fernhalten.
  • Fliegengitter gegen Insektenstiche: Fliegengitter erschweren Insekten und Parasiten das Eintreten in die WohnrĂ€ume.
  • Nach Insektenstichen absuchen und Infektionen vorbeugen: Besonders bei den Zecken ist das Absuchen essenziell. Am besten schon vor einem Stich, sonst nach dem Stich mĂŒssen sie so schnell wie möglich entfernt werden. Die beliebtesten Stellen der Parasiten sind: Leistengegend, Kniekehlen, hinter den Ohren, Achselhöhlen, Bauchnabel. Das Absuchen sollte von Kopf bis Fuß erfolgen, besonders an behaarten Gliedmaßen können sie sich gut festhalten. Lange Haare sollten durchgekĂ€mmt werden.

Insektenstiche behandeln

Das Behandeln von Insektenstichen unterscheidet sich danach, welche Insekten es waren – MĂŒcken? Bienen? Zecken?

Zecke

Die noch steckende Zecke muss sofort aber korrekt entfernt werden. Die beliebtesten Werkzeuge sind Zeckenkarte und -zange: Vorsichtiges Packen der Parasiten und dann senkrecht nach oben ziehen. Wichtig ist, dass der Zeckenkopf nicht stecken bleibt. Theoretisch stĂ¶ĂŸt der Körper den Kopf selbststĂ€ndig ab, doch Ă€rztliches AbklĂ€ren ist nicht verkehrt.

Im weiteren Verlauf mĂŒssen Betroffene beobachtet werden: Fatigue, Fieber, Gliederschmerzen, Wanderröte oder eine starke EntzĂŒndung des Stichs sollten unbedingt Ă€rztlich untersucht werden.

MĂŒckenstiche behandeln

In Deutschland sind diese Insektenstiche vor allem lĂ€stig. Erste Regel: nicht kratzen! BezĂŒglich ĂŒbertragbarer Krankheiten durch diese Parasiten empfiehlt es sich auch hier, extreme Symptome auf die Insektenstiche Ă€rztlich abzuklĂ€ren.

Andere Insektenstiche behandeln

Bei Bienen- Wespen- und Hornissenstichen muss man den Stachel entfernen. Diese Insektenstiche fĂŒhren bei einigen Menschen zu allergischen Reaktionen bis zum anaphylaktischen Schock. Bei einer bekannten Allergie auf diese Insektenstiche sollte der Fertigpen mit Epinephrin zum direkten Behandeln in den entsprechenden Saisons immer dabei sein! Egal, wie kurz der Aufenthalt ist. Diese Pens sind verschreibungspflichtig.

Bei der Abgabe des Medikaments sollten Sie immer abklÀren, ob Betroffene sich der richtigen Handhabung bewusst sind. Wo sollte welcher Finger sitzen und wo sticht die Nadel heraus?

Elektrische Stichheiler behandeln Insektenstiche, indem sie die Enzyme des Insektengifts erhitzen und so denaturieren. Der Juckreiz sinkt deutlich. Alternativ oder zusĂ€tzlich kann man zum Behandeln auf den Insektenstich auftragen:

  • kĂŒhlende Roll-On-Gele
  • Lokale Antihistaminika: Dimetinden, Bamipdinin
    Bei sehr starkem Juckreiz können Antihistaminika auch oral eingenommen werden.
  • Lokale Glucocorticoide: Hydrocortison
  • LokalanĂ€sthetika: Polidocanol, Lidocain, Benzocain
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