Frau sitze im Fitnessstudio auf einer Bank und hat zwei Hanteln in der Hand.© javgutierrez / iStock / Getty Images Plus
Intensives Training beim Sport kann dazu fĂŒhren, dass bei Frauen die Periode ausbleibt.

Östrogenmangel

AMENORRHOE BEIM SPORT: WENN INTENSIVES TRAINING DIE PERIODE STOPPEN KANN

Intensives Training kann dazu fĂŒhren, dass die Periode ausbleibt. Hinter einer Amenorrhoe durch Sport steckt hĂ€ufig ein Energiedefizit – mit möglichen Folgen fĂŒr Knochen, Herz und Psyche. Warum Betroffene das Warnsignal ernst nehmen sollten.

Seite 1/1 3 Minuten

Seite 1/1 3 Minuten

Bleibt die Periode aus, steckt nicht immer eine Schwangerschaft dahinter. Die Einnahme bestimmter Medikamente oder der Pille können GrĂŒnde sein, aber auch Stress – oder intensives sportliches Training. Wenn die Periode durch Sport ausbleibt, wirkt das zunĂ€chst fĂŒr manche Betroffene sogar praktisch. Doch Fachleute warnen davor, eine Amenorrhoe durch Sport zu unterschĂ€tzen.

Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Endokrinologie (DGE) appelliert, das sportbedingte Ausbleiben der Menstruation ernst zu nehmen. Denn eine Amenorrhoe durch Sport zeigt hĂ€ufig, dass dem Körper Energie fehlt und ein Ungleichgewicht im Hormonhaushalt entsteht.

Periode bleibt aus durch Sport: Körper schaltet in den Sparmodus

Wenn die Periode durch Sport ausbleibt, hat das meist einen klaren Hintergrund: Der Körper verbraucht mehr Energie, als er ĂŒber Nahrung aufnimmt. Bei einer Amenorrhoe durch Sport reagiert der Organismus mit einem Energiesparmodus. Funktionen, die nicht lebensnotwendig sind – etwa die Menstruation – werden heruntergefahren.

Laut DGE sind besonders sportlich sehr aktive junge Frauen von einer sportassoziierten Amenorrhö betroffen. Diese Form der sportassoziierten Amenorrhö tritt nicht nur bei Leistungssportlerinnen auf, sondern zunehmend auch bei ambitionierten Freizeitsportlerinnen. Chronischer körperlicher und mentaler Stress kann die sportassoziierte Amenorrhö zusÀtzlich verstÀrken.

Laut DGE sind besonders sportlich sehr aktive junge Frauen von einer sportassoziierten Amenorrhö betroffen.

Von einer Amenorrhö spricht man, wenn die Monatsblutung nach drei Monaten bei zuvor regelmĂ€ĂŸiger Blutung oder nach sechs Monaten bei zuvor unregelmĂ€ĂŸiger Blutung ausbleibt.

Gerade wenn die Periode durch Sport ausbleibt, sollten Betroffene aufmerksam werden.

Sportassoziierte Amenorrhö: Risiken fĂŒr Knochen und Gesundheit

Eine Amenorrhoe beim Sport ist kein harmloser Nebeneffekt intensiven Trainings. Durch die sportassoziierte Amenorrhö sinkt hĂ€ufig der Hormonspiegel, insbesondere das Östrogen. Dadurch kann langfristig ein Östrogenmangel bei Frauen entstehen, der weit ĂŒber den Zyklus hinaus Folgen hat.

Ein Östrogenmangel bei Frauen kann die Knochengesundheit beeintrĂ€chtigen, das Risiko fĂŒr KnochenbrĂŒche erhöhen und Osteoporose begĂŒnstigen. Auch Herz-Kreislauf-Probleme können durch einen Östrogenmangel bei Frauen hĂ€ufiger auftreten.

ZusĂ€tzlich berichten Betroffene bei Amenorrhoe durch Sport hĂ€ufiger ĂŒber Schlafprobleme, Stimmungsschwankungen und Konzentrationsstörungen.

Durch die sportassoziierte Amenorrhö sinkt hĂ€ufig der Hormonspiegel, insbesondere das Östrogen

Östrogenmangel bei Frauen: Was Betroffene tun können

Die DGE rĂ€t, Ă€rztlichen Rat einzuholen, wenn die durch Sport Periode ausbleibt und lĂ€nger als drei Monate keine Menstruation auftritt. Treten zusĂ€tzlich Beschwerden wie hĂ€ufige Verletzungen, KnochenbrĂŒche oder starke Erschöpfung auf, sollte besonders schnell gehandelt werden. In manchen FĂ€llen wird bei Amenorrhoe durch Sport eine Hormontherapie eingesetzt. Wichtiger ist jedoch, die Ursache zu beheben. Bei einer sportassoziierten Amenorrhö liegt hĂ€ufig ein Energiedefizit vor.

Wer viel trainiert, sollte deshalb auf eine ausreichende Kalorienzufuhr achten. Wenn die Periode bleibt aus durch Sport, kann das ein deutliches Zeichen sein, dass der Körper mehr Energie benötigt.

„In manchen FĂ€llen wird bei Amenorrhoe beim Sport eine Hormontherapie eingesetzt.“

Außerdem empfehlen Fachleute, den Trainingsumfang zu ĂŒberprĂŒfen. Weniger intensive Einheiten, zusĂ€tzliche Regenerationstage und eine ausgewogene ErnĂ€hrung können helfen, eine Amenorrhoe durch Sport zu vermeiden und einen möglichen Östrogenmangel bei Frauen zu verhindern.

Quelle: dpa

×