Hormone
WECHSELJAHRE UND HORMONERSATZ-THERAPIE: WAS PTA ĂśBER DAS BIOLOGISCHE ALTER WISSEN SOLLTEN
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Nach der Menopause sinkt C3, ein Protein und Bestandteil des angeborenen Immunsystems. Niedrige C3-Werte in den Wechseljahren weisen auf Entzündungen oder Autoimmunerkrankungen hin. Defekte können Infektionsrisiken oder die Immunabwehr erhöhen.
Unter der Hormonersatz-Therapie (HRT) steigt der C3-Wert wieder an – das deutet auf eine jugendliche Immunfunktion und Verbesserung des biologischen Alters hin.
Neuere Erkenntnisse zeigen einen deutlichen Einfluss von Ă–strogen nach der Menopause. Das Hormon kann offenbar dazu beitragen, dass bestimmte Organe langsamer altern und verbessert damit das biologische Alter von Frauen in den Wechseljahren.
Besonders das Immunsystem, die Leber und die Arterien profitieren von stabilen Ă–strogenspiegeln.
Forschende vermuten, dass Östrogen entzündliche Prozesse in den Wechseljahren dämpfen und so die Funktion wichtiger Organsysteme länger erhalten kann. Das heißt, dass durch einen sinkenden Östrogenspiegel der Schutz vor Entzündungen und vorm Altern verloren geht.
Wann ist eine Hormonersatz-Therapie in den Wechseljahren sinnvoll?
Wichtig, um das biologische Alter zu verbessern, ist der Zeitpunkt der Behandlung. Es wird empfohlen, eine Hormonersatz-Therapie möglichst früh zu beginnen.
Idealerweise wird der Zeitraum vor dem 60. Lebensjahr oder innerhalb von zehn Jahren nach Beginn der Menopause gewählt. In diesem Zeitfenster könnte der positive Effekt auf die Gesundheit und Alterungsprozesse besonders ausgeprägt sein.
Spannend ist auch eine weitere Beobachtung: Frauen in Wechseljahren, die eine GĂĽrtelrose-Lebendimpfung erhalten hatten, zeigten in einer Studie teilweise gĂĽnstigere Biomarker beim Alterungsprozess. Geimpfte ĂĽber 70 Jahren hatten bessere Werte und der Effekt hielt Jahre an.
Die Impfung selbst ersetzt natĂĽrlich keine Hormonersatz-Therapie. Sie zeigt jedoch, wie eng das Immunsystem mit dem biologischen Alter verbunden ist und wie wichtig seine UnterstĂĽtzung fĂĽr die Gesundheit nach der Menopause sein kann.
Menopause und Hormonersatz-Therapie: typische Beschwerden
Sinkende Östrogen- und Progesteronspiegel lösen nach der Menopause oft Beschwerden aus, die die Lebensqualität und das biologische Alter erheblich verschlechtern. Deshalb suchen viele Betroffene zunächst Rat in der Apotheke, um die Symptome zu lindern. Genau hier kommt die Beratung zum Thema Wechseljahre durch PTA ins Spiel: Sie sind für Fragen rund um Menopause, Hormonersatz-Therapie und mögliche Behandlungsoptionen bereit.
Neben einer Hormonersatz-Therapie können auch Maßnahmen zum Lebensstil unterstützen, um das biologische Alter positiv zu beeinflussen. Dazu gehören regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und Stressreduktion. Diese Maßnahmen tragen zur Verbesserung bei erhöhtem Risiko für Osteoporose in und nach den Wechseljahren bei.
Die Hormonersatz-Therapie lindert 5 klassische Beschwerden:
- Starke Hitzewallungen
- Schlafstörungen
- Stimmungsschwankungen
- Konzentrationsprobleme
- Trockene, vaginale Schleimhäute
Biologisches Alter verstehen: Es zählt mehr als das Geburtsdatum
Das biologische Alter beschreibt den tatsächlichen Zustand des Körpers. Während das chronologische Alter die Lebensjahre zählt, zeigt das biologische Alter, wie stark Organe, Immunsystem oder Stoffwechsel bereits gealtert sind. Gerade in den Wechseljahren kann dieser Unterschied deutlich werden. In der Menopause beeinflussen hormonelle Veränderungen viele Prozesse im Körper, weshalb Kund*innen oft über eine Hormonersatz-Therapie nachdenken.
So können sinkende Östrogenspiegel beispielsweise Entzündungsprozesse verstärken. Auch der Stoffwechsel verändert sich und kann sich in den Wechseljahren verlangsamen.
Wenn Betroffene verstehen, dass Hormone auch das biologische Alter beeinflussen können, fällt ihnen die Entscheidung für oder gegen eine Hormonersatz-Therapie in der Menopause leichter.
Menopause: Nutzen und Risiken der Hormonersatz-Therapie
Die Hormonersatz-Therapie kann viele Beschwerden der Wechseljahre deutlich beeinflussen. Gleichzeitig ist eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung wichtig. Bestimmte Vorerkrankungen – etwa hormonabhängige Tumoren – können gegen eine Behandlung in Wechseljahren sprechen. Deshalb sollte auch eine Behandlung immer individuell ärztlich abgestimmt werden.
Für PTA bedeutet das: Kund*innen darauf hinweisen, dass eine Hormonersatz-Therapie nicht pauschal empfohlen wird. Vielmehr geht es darum, gemeinsam mit Ärzt*innen die passende Lösung für die Wechseljahre mit Blick auf das biologische Alter zu finden. Dabei ist der Zeitpunkt entscheidend. Die Behandlung ist individuell und für jeden Betroffenen unterschiedlich.
Diese5 TippskönnenSiean Kund*innen in den Wechseljahren weitergeben:
- Wechseljahresbeschwerden frühzeitig ärztlich abklären lassen
- Auf Lebensstil wie Bewegung und Ernährung achten
- Bei Hormonersatz-Therapie Nutzen und Risiken abwägen
- An regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen denken
- Auf Körperveränderungen achten und offen darüber sprechen
Eine gut abgestimmte Hormonersatz-Therapie kann dabei helfen, die Symptome der Wechseljahre und die Menopause an sich besser zu bewältigen, um ihre Lebensqualität zu erhalten und das gewünschte biologische Alter zu erreichen.
Quellen:
https://www.pharmazeutische-zeitung.de/Hormonersatz-beeinflusst-biologisches-altern-und-mortalitaet-149642/
https://www.pharmazeutische-zeitung.de/anti-aging-effekt-durch-impfung-162690/
https://www.aponet.de/artikel/Wechseljahre-immunsystem-bringen-hormone-abwehrkraefte-zurueck-32297
https://www.pharmazeutische-zeitung.de/gut-fuer-die-infektabwehr-ab-den-Wechseljahren-159537/
https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/erkrankungen-der-weiblichen-geschlechtsorgane/Wechseljahre-beginn-symptome-hilfe-bei-beschwerden-736281.html
https://www.onmeda.de/gesundheit/anatomie/altern/test-biologisches-alter-id201191/
https://www.aok.de/pk/magazin/koerper-psyche/organe/Hormonersatztherapie-wirkung-und-risiken/
Jung Ki Kim, Eileen M Crimmins: „Association between shingles vaccination and slower biological aging: evidence from a US population-based cohort study”, The Journals of Gerontology: Series A, 20. Januar 2026. https://doi.org/10.1093/gerona/glag008












