Bewegung
SPORT IN DER SCHWANGERSCHAFT: WAS GEHT â UND WAS NICHT?
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Dass Schwangerschaft und Sport keine GegensĂ€tze sind, zeigen zahlreiche Studien. Im Gegenteil: Bewegung in der Schwangerschaft tut der werdenden Mutter und ihrem Kind gut. Wer regelmĂ€Ăig aktiv bleibt, stĂ€rkt Kreislauf und Muskulatur â wichtige Voraussetzungen fĂŒr einen gesunden Verlauf von Sport in der Schwangerschaft.
Sportlich aktive Frauen mĂŒssen also nicht automatisch pausieren. Sport in der Schwangerschaft ist in vielen FĂ€llen weiterhin möglich. Dennoch gilt: Das richtige MaĂ ist entscheidend. Gerade bei Sport wĂ€hrend der Schwangerschaft kommt es darauf an, auf die Signale des Körpers zu achten.
Welche positiven Effekte hat Bewegung in der Schwangerschaft konkret?
âBewegung verbessert die Ausdauer, stĂ€rkt Muskulatur und Kreislauf und kann typische Beschwerden wie RĂŒckenschmerzen oder Wassereinlagerungen lindern.â
Zudem kann Sport in der Schwangerschaft das Risiko fĂŒr Schwangerschaftsdiabetes und Bluthochdruckerkrankungen senken. Auch die RĂŒckbildung nach der Geburt wird durch regelmĂ€Ăige Bewegung in der Schwangerschaft unterstĂŒtzt.
Nicht zu unterschÀtzen ist der psychologische Effekt:
âSporttreibende Schwangere haben weniger Stimmungsschwankungenâ, sagt Psychologin Marion Sulprizio. Gerade bei Sport wĂ€hrend der Schwangerschaft spielt die Selbstwirksamkeit eine groĂe Rolle â also das Vertrauen, durch eigenes Handeln Einfluss nehmen zu können.
Auch das ungeborene Kind profitiert von Sport in der Schwangerschaft.
âStudien zeigen, dass Bewegung bei der Schwangeren unter anderem zu einer verbesserten Durchblutung der Plazenta und zu messbaren Verbesserungen der Herz- und Kreislauffunktion des ungeborenen Kindes fĂŒhren kannâ, sagt Klaus Doubek.
DarĂŒber hinaus kann Bewegung in der Schwangerschaft dazu beitragen, das Risiko fĂŒr ein sehr hohes Geburtsgewicht zu reduzieren. Langfristig kann Sport wĂ€hrend der Schwangerschaft sogar das Risiko fĂŒr spĂ€teres Ăbergewicht beim Kind senken.
Welche Sportarten sind in der Schwangerschaft geeignet?
Wer erst wĂ€hrend der Schwangerschaft beginnt, sollte sanft starten. Als Sportarten eignen sich vor allem Schwimmen, Yoga oder Gymnastik. Gerade fĂŒr Einsteigerinnen ist moderate Bewegung in der Schwangerschaft ideal. Frauen, die bereits vor der Schwangerschaft aktiv waren, können Sport in der Schwangerschaft meist fortfĂŒhren â allerdings angepasst an das individuelle Wohlbefinden.
Bei Sport wĂ€hrend der Schwangerschaft gilt: IntensitĂ€t reduzieren und Ăberlastung vermeiden.
Nicht jede Disziplin ist jedoch geeignet. Bei Sport in der Schwangerschaft sollten AktivitĂ€ten mit erhöhtem Sturz- oder Verletzungsrisiko vermieden werden â etwa Reiten, Skifahren oder Kampfsport. Auch bei Sportarten mit Körperkontakt ist Vorsicht geboten.
âAuch schweres Krafttraining mit Pressatmung sollte vermieden werden, um Kreislaufbelastungen und Druckerhöhungen im Bauchraum zu vermeidenâ, sagt Klaus Doubek. Isoliertes Training der geraden Bauchmuskeln sollten Schwangere meiden. Dennoch bleibt gezielte Bewegung in der Schwangerschaft wichtig â angepasst und kontrolliert.
Höhen ĂŒber 2500 Meter sind in der Schwangerschaft nicht geeignet. Auch Tauchen sollte vermieden werden. Moderates Schnorcheln hingegen gilt als unproblematisch.
Sport in der Schwangerschaft: Wie intensiv darf trainiert werden?
Wie intensiv Sport in der Schwangerschaft sein darf, hĂ€ngt von Alter, Trainingszustand und individuellem Verlauf ab. Generell empfehlen Leitlinien mindestens 150 Minuten moderate Bewegung in der Schwangerschaft pro Woche. ââModeratâ bedeutet: Man sollte sich beim Training noch unterhalten können, ohne auĂer Atem zu geratenâ, erklĂ€rt der GynĂ€kologe. Dieser Talk-Test ist ein einfacher Gradmesser.
Ab dem vierten Monat sollte Sport in der Schwangerschaft nicht mehr in RĂŒckenlage erfolgen. Durch das Gewicht der GebĂ€rmutter kann es sonst zu Kreislaufproblemen kommen. In den letzten drei Monaten sollte Sport in der Schwangerschaft deutlich weniger intensiv sein. Hier rĂŒcken Atemtechnik, MobilitĂ€t und BeckenbodenĂŒbungen in den Vordergrund.
Besonders geeignet bleibt sanfte Bewegung in der Schwangerschaft wie Schwimmen oder Aquagymnastik.
Warnsignale: Sport in der Schwangerschaft stoppen
Starke Schmerzen, Atemnot, Schwindel oder Kreislaufprobleme sind klare Warnzeichen. Bei solchen Symptomen sollte Sport in der Schwangerschaft sofort beendet und Ă€rztlich abgeklĂ€rt werden. Frauenarzt oder -Ă€rztin warnen auch, wenn etwa wegen eines verkĂŒrzten Muttermunds der Sport zu stoppen ist.
GrundsÀtzlich gilt: Jede Frau erlebt diese Phase individuell. Unsicherheiten sollten immer mit der betreuenden GynÀkologin oder dem GynÀkologen besprochen werden.
Quelle: dpa












