Vier schwangere Frauen in Sportdress stehen in einer Reihe© AndreyPopov / iStock / Getty Images Plus
Schwangerschaft und Sport: Warum Bewegung Mutter und Kind guttut.

Bewegung

SPORT IN DER SCHWANGERSCHAFT: WAS GEHT – UND WAS NICHT?

Sport in der Schwangerschaft ist fĂŒr viele Frauen zunĂ€chst mit Unsicherheit verbunden. Sport als Schwangere – auch noch mit rundem Babybauch? Doch Sport in der Schwangerschaft ist nicht nur möglich, sondern ausdrĂŒcklich empfehlenswert. FĂŒr manche Sportarten gibt es allerdings die Rote Karte. Ein Überblick, wie Sport in der Schwangerschaft sinnvoll gelingt.

Seite 1/1 3 Minuten

Seite 1/1 3 Minuten

Dass Schwangerschaft und Sport keine GegensĂ€tze sind, zeigen zahlreiche Studien. Im Gegenteil: Bewegung in der Schwangerschaft tut der werdenden Mutter und ihrem Kind gut. Wer regelmĂ€ĂŸig aktiv bleibt, stĂ€rkt Kreislauf und Muskulatur – wichtige Voraussetzungen fĂŒr einen gesunden Verlauf von Sport in der Schwangerschaft.

Sportlich aktive Frauen mĂŒssen also nicht automatisch pausieren. Sport in der Schwangerschaft ist in vielen FĂ€llen weiterhin möglich. Dennoch gilt: Das richtige Maß ist entscheidend. Gerade bei Sport wĂ€hrend der Schwangerschaft kommt es darauf an, auf die Signale des Körpers zu achten.

Welche positiven Effekte hat Bewegung in der Schwangerschaft konkret?

„Bewegung verbessert die Ausdauer, stĂ€rkt Muskulatur und Kreislauf und kann typische Beschwerden wie RĂŒckenschmerzen oder Wassereinlagerungen lindern.“

Zudem kann Sport in der Schwangerschaft das Risiko fĂŒr Schwangerschaftsdiabetes und Bluthochdruckerkrankungen senken. Auch die RĂŒckbildung nach der Geburt wird durch regelmĂ€ĂŸige Bewegung in der Schwangerschaft unterstĂŒtzt.

Nicht zu unterschÀtzen ist der psychologische Effekt:
„Sporttreibende Schwangere haben weniger Stimmungsschwankungen“, sagt Psychologin Marion Sulprizio. Gerade bei Sport wĂ€hrend der Schwangerschaft spielt die Selbstwirksamkeit eine große Rolle – also das Vertrauen, durch eigenes Handeln Einfluss nehmen zu können.

Auch das ungeborene Kind profitiert von Sport in der Schwangerschaft.

„Studien zeigen, dass Bewegung bei der Schwangeren unter anderem zu einer verbesserten Durchblutung der Plazenta und zu messbaren Verbesserungen der Herz- und Kreislauffunktion des ungeborenen Kindes fĂŒhren kann“, sagt Klaus Doubek.

DarĂŒber hinaus kann Bewegung in der Schwangerschaft dazu beitragen, das Risiko fĂŒr ein sehr hohes Geburtsgewicht zu reduzieren. Langfristig kann Sport wĂ€hrend der Schwangerschaft sogar das Risiko fĂŒr spĂ€teres Übergewicht beim Kind senken.

Welche Sportarten sind in der Schwangerschaft geeignet?

Wer erst wĂ€hrend der Schwangerschaft beginnt, sollte sanft starten. Als Sportarten eignen sich vor allem Schwimmen, Yoga oder Gymnastik. Gerade fĂŒr Einsteigerinnen ist moderate Bewegung in der Schwangerschaft ideal. Frauen, die bereits vor der Schwangerschaft aktiv waren, können Sport in der Schwangerschaft meist fortfĂŒhren – allerdings angepasst an das individuelle Wohlbefinden.

Bei Sport wĂ€hrend der Schwangerschaft gilt: IntensitĂ€t reduzieren und Überlastung vermeiden.

Nicht jede Disziplin ist jedoch geeignet. Bei Sport in der Schwangerschaft sollten AktivitĂ€ten mit erhöhtem Sturz- oder Verletzungsrisiko vermieden werden – etwa Reiten, Skifahren oder Kampfsport. Auch bei Sportarten mit Körperkontakt ist Vorsicht geboten.

„Auch schweres Krafttraining mit Pressatmung sollte vermieden werden, um Kreislaufbelastungen und Druckerhöhungen im Bauchraum zu vermeiden“, sagt Klaus Doubek. Isoliertes Training der geraden Bauchmuskeln sollten Schwangere meiden. Dennoch bleibt gezielte Bewegung in der Schwangerschaft wichtig – angepasst und kontrolliert.

Höhen ĂŒber 2500 Meter sind in der Schwangerschaft nicht geeignet. Auch Tauchen sollte vermieden werden. Moderates Schnorcheln hingegen gilt als unproblematisch.

Sport in der Schwangerschaft: Wie intensiv darf trainiert werden?

Wie intensiv Sport in der Schwangerschaft sein darf, hĂ€ngt von Alter, Trainingszustand und individuellem Verlauf ab. Generell empfehlen Leitlinien mindestens 150 Minuten moderate Bewegung in der Schwangerschaft pro Woche. „‚Moderat‘ bedeutet: Man sollte sich beim Training noch unterhalten können, ohne außer Atem zu geraten“, erklĂ€rt der GynĂ€kologe. Dieser Talk-Test ist ein einfacher Gradmesser.

Ab dem vierten Monat sollte Sport in der Schwangerschaft nicht mehr in RĂŒckenlage erfolgen. Durch das Gewicht der GebĂ€rmutter kann es sonst zu Kreislaufproblemen kommen. In den letzten drei Monaten sollte Sport in der Schwangerschaft deutlich weniger intensiv sein. Hier rĂŒcken Atemtechnik, MobilitĂ€t und BeckenbodenĂŒbungen in den Vordergrund.

Besonders geeignet bleibt sanfte Bewegung in der Schwangerschaft wie Schwimmen oder Aquagymnastik.

Warnsignale: Sport in der Schwangerschaft stoppen

Starke Schmerzen, Atemnot, Schwindel oder Kreislaufprobleme sind klare Warnzeichen. Bei solchen Symptomen sollte Sport in der Schwangerschaft sofort beendet und Ă€rztlich abgeklĂ€rt werden. Frauenarzt oder -Ă€rztin warnen auch, wenn etwa wegen eines verkĂŒrzten Muttermunds der Sport zu stoppen ist.

GrundsÀtzlich gilt: Jede Frau erlebt diese Phase individuell. Unsicherheiten sollten immer mit der betreuenden GynÀkologin oder dem GynÀkologen besprochen werden.

Quelle: dpa

×