Menopause
WECHSELJAHRE: DAS PASSIERT IM GEHIRN, WENN DER ÖSTROGENSPIEGEL SINKT
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Jede Frau erlebt die Wechseljahre anders: Wann sie starten und wie lange sie dauern, ist von Frau zu Frau ganz individuell. Viele kämpfen in dieser Zeit mit Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafproblemen oder Stimmungsschwankungen – meistens liegt das am abfallenden Östrogenspiegel.
Die Wechseljahre sind keine Krankheit, sondern eine natürliche Lebensphase einer Frau. Sie beginnen meist zwischen dem 45. und dem 55. Lebensjahr. In dieser Zeit verändert sich die Hormonproduktion in den Eierstöcken deutlich. Besonders das Hormon Östrogen wird weniger gebildet.
Östrogene und Menopause – was im Körper passiert: Grundlagen verstehen
Wechseljahre und Östrogen sind eng miteinander verbunden. Viele Beschwerden, über die Kund*innen in der Menopause berichten, stehen im Zusammenhang mit dem sinkenden Hormonspiegel. Für PTA ist es daher wichtig, die physiologischen Grundlagen zu verstehen – und sie verständlich erklären zu können.
Östrogen beeinflusst viele Organe: Knochen, Haut, Herz-Kreislauf-System – und auch das Gehirn. Sinkt der Hormonspiegel, reagiert der Körper. Rund zwei Drittel der Frauen erleben diese unangenehmen Beschwerden. Sie gehören also zum Beratungsalltag der PTA.
Für PTA ist in der Beratung wichtig:
- Beschwerden ernst nehmen
- Nach Dauer und Intensität fragen
- Lebensstilfaktoren berücksichtigen
Bei starken Beschwerden ärztliche Abklärung empfehlen
Wechseljahre und Östrogenrezeptoren: Neue Erkenntnisse der Hirnforschung
Eine aktuelle Studie der Weill Cornell Medicine in New York zeigt: Während der Wechseljahre verändert sich nicht nur der Östrogen-Hormonspiegel, sondern auch das Gehirn selbst. Das Forschungsteam um Lisa Mosconi untersuchte Frauen vor, während und nach der Menopause mit speziellen PET-Scans.
Dabei wurde sichtbar, dass die Dichte der Östrogenrezeptoren im Gehirn während der Wechseljahre zunimmt, wenn der Östrogen- Hormonspiegel sinkt. Das klingt zunächst widersprüchlich – tatsächlich handelt es sich um einen Kompensationsmechanismus. Der Körper versucht, den Hormonmangel auszugleichen.
Die Veränderungen der Östrogenrezeptoren im Gehirn zeigen, dass die Wechseljahre ein neurobiologischer Prozess sind – nicht nur ein hormoneller.
Besonders spannend ist der Zusammenhang zwischen Menopause und Östrogen mit kognitiven Veränderungen. Höhere Rezeptordichten wurden im Hippocampus, im frontalen Kortex und im Thalamus gemessen – Regionen, die für Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Emotionen zuständig sind.
Für PTA ist dieses Wissen wichtig, da Beschwerden wie Konzentrationsprobleme oder Stimmungsschwankungen nicht „eingebildet“, sondern biologisch erklärbar sind.
Tipps für die Wechseljahre:
Zusammenhang mit Gedächtnis und Stimmung
Je höher die Rezeptordichte, desto häufiger berichten Frauen über diese Symptome:
- Vergesslichkeit
- Wortfindungsstörungen
- Konzentrationsprobleme
- Stimmungsschwankungen
Östrogen in der Menopause und Laborwerte
Ein normaler Laborbefund schließt keine Beschwerden aus. Wechseljahre durchlaufen mehrere Phasen – Prämenopause, Peri-Menopause und Postmenopause – und die Symptome können sich in Intensität und Dauer unterscheiden.
Die neuen Erkenntnisse zu Wechseljahren und den Östrogenrezeptoren in der Menopause eröffnen auch innovative therapeutische Perspektiven in Ihrer Beratung. So könnte künftig womöglich überprüft werden, ob sich Rezeptorveränderungen unter einer Hormonersatztherapie zurückbilden.
Die dauerhaft erhöhte Rezeptordichte deutet aktuell darauf hin, dass eine Therapie auch Jahre nach der Menopause sinnvoll sein könnte.
Wechseljahre und Östrogene – Forschung und Entwicklung
Die neue Studie zeigt klar: Östrogene sind während der Wechseljahre Teil eines komplexen Anpassungsprozesses im Körper und im Gehirn. Die erhöhte Dichte der Östrogenrezeptoren in den Wechseljahren ist ein Versuch, den sinkenden Hormonspiegel auszugleichen.
Die Wechseljahre sind keine Erkrankung, sondern eine natürliche Umstellungsphase und eine Veränderung der Östrogenrezeptoren und Östrogenspiegel. Dochihre Auswirkungen auf das Gehirn und den gesamten Organismus werden erst jetzt umfassend verstanden.
Die Wechseljahre sind kein Defizit, sondern eine Übergangsphase. Mit fachlichem Wissen und guter Aufklärung können sie dazu beitragen, Frauen in dieser Lebensphase zu stärken.
Diese 5 Tipps können Sie an Ihre Kund*innen weitergeben:
- Regelmäßige Bewegung stabilisiert Stimmung und Schlaf.
- Calcium- und Vitamin-D-Zufuhr für die Knochengesundheit beachten
- Stressreduktion durch Entspannungstechniken fördern
- Aktives Gedächtnistraining
- Bei starken Beschwerden ärztliche Beratung zur Hormonersatztherapie einholen
Zusammengefasst
Für PTA bedeutet die aktuelle Studienlage mehr Sicherheit im Beratungsgespräch. Wer versteht, wie Östrogene in der Menopause das Gehirn beeinflussen, kann sachlich informieren. Gerade weil viele Frauen unsicher sind, ob ihre Beschwerden „normal“ sind, braucht es empathische Beratung. Wann die Wechseljahre eintreten und wie lange diese Phasen andauern, ist von Frau zu Frau verschieden.
Bevor Kund*innen jedoch wahllos zu pflanzlichen Mitteln greifen, raten Sie ihnen, bei Symptomen einen Mangel an Östrogen ärztlich zu überprüfen.
Gerade bei Herz-Kreislauf-Problemen, Schlafstörungen oder depressiver Stimmung ist es wichtig, andere Ursachen auszuschließen. Pflanzliche Produkte können helfen – aber eine ärztliche Abklärung wird angeraten.
Quellen:
https://www.wissenschaft.de/gesundheit-medizin/wechseljahre-mehr-oestrogenrezeptoren-im-gehirn/
https://www.apothekerkammer.at/infothek/informationen-aus-meinem-bundesland/kaernten/aktuelle-themen/gesundheitstipps/wechseljahre-phasen-symptome
https://www.menopause-gesellschaft.de/rund-um-die-menopause












