Eine Frau trägt keine Hose und ein lila Oversize-T-Shirt. Sie zieht das T-Shirt herunter und verdeckt ihren Intimbereich, dabei steht sie leicht gekrümmt.© Olga Shefer/iStock/Getty Images Plus
Scheidenpilz kann unangenehm sein – besonders, wenn er wiederkehrt.

Intim-Mikrobiom

VAGINALPILZ-INFEKTIONEN: FALSCHBEHANDLUNG WIRD ZU OFT ÜBERSEHEN

Was begünstigt eine wiederkehrende Vaginalpilz-Infektion? Von Antibiotika, Falschbehandlung bis Pflegefehler: die wichtigsten Auslöser für Vaginalpilz, Scheidenpilz und Candidose – kompakt und leicht verständlich.

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Eine Vaginalpilz-Infektion entsteht häufig dann, wenn das natürliche Scheidenmilieu aus dem Gleichgewicht gerät. Viele Frauen kennen die lästigen Beschwerden wie Vaginalpilz, der sich oft rasch entwickelt. Gerade bei Falschbehandlung ist besondere Vorsicht nötig. Auch der Begriff Scheidenpilz beschreibt dieselbe Form der Infektion.

Eine Vaginalpilz-Infektion kann sich je nach Situation unterschiedlich bemerkbar machen. Viele Betroffene beschreiben der PTA ihre unangenehmen Beschwerden als plötzlich auftretend. Andere erleben die Symptome eher schleichend oder wiederkehrend. Die Bezeichnung Candidose fasst all diese Erscheinungsformen zusammen.

Vaginalpilz: durch Kontakt mit Candida albicans ausgelöst

Candida albicans ist ist ein Hefepilz. Begriffe wie Vaginalpilz oder Scheidenpilz meinen dasselbe, nämlich eine Infektion mit Candida albicans. Candidose ist der Fachbegriff dafür. Sie beschreibt das Wachstum von Hefepilzen, die eine Vaginalpilz-Infektion verursachen.

In der Beratung zum Thema Scheidenpilz in der Apotheke suchen Kund*innen oft nach Rat bei PTA, wenn erste Beschwerden auftreten. Häufig ist noch unklar, ob es wirklich eine Vaginalpilz-Infektion ist oder etwas anderes dahintersteckt. Eine Falschbehandlung sollte aber unbedingt vermieden werden. Eine Vaginalpilz-Infektion richtig zu erkennen hilft, Beschwerden schneller zu lindern und weitere Komplikationen zu verhindern.

3 typische Symptome bei Vaginalpilz-Infektion

  1. Juckreiz im Intimbereich
  2. Weißlich-bröckeliger Ausfluss
  3. Rötung und Brennen

Vaginalpilz-Infektion: bei vielen Frauen wiederkehrend!

Eine Vaginalpilz-Infektion kann in manchen Fällen immer wieder auftreten. Besonders häufig ist sie, wenn das natürliche Scheidenmilieu gestört ist. Faktoren wie Antibiotika, Stress, hormonelle Veränderungen oder Reizstoffe begünstigen die erneute Entwicklung. Frauen, die anfällig sind, bemerken oft, dass Beschwerden nach kurzer Zeit zurückkehren.

Eine wiederkehrende Vaginalpilz-Infektion entsteht häufig dann, wenn Hefepilze sich in einem aus dem Gleichgewicht geratenen Milieu besonders leicht vermehren können. Wichtig ist, diese Auslöser zu erkennen, um erneute Infektionen zu vermeiden. So lassen sich eine Ansteckungsgefahr mit Hefepilzen auf lange Sicht besser kontrollieren und wiederkehrende Beschwerden reduzieren.

Scheidenpilz tritt häufig nach Antibiotika-Einnahme auf

Ein klassischer Auslöser für Scheidenpilz ist eine Antibiotika-Therapie. Nach Antibiotika-Therapien kann das natürliche Gleichgewicht empfindlich reagieren. Dadurch entwickelt sich schneller eine Vaginalpilz-Infektion. Wer Falschbehandlungen vermeidet, schafft die Grundlage dafür, Missverständnisse über Vaginalpilz beziehungsweise eine Candidose und auch wiederkehrende Pilzinfektionen auszuräumen und als PTA eine verlässliche Beratung zu gewährleisten.

Kund*innen werden besser in der Apotheke über Scheidenpilz aufgeklärt. So können sie Ursachen und Abläufe einer Infektion klarer nachvollziehen. Eine wiederkehrende Infektion entsteht, wenn das Scheidenmilieu sensibel bleibt. Schon kleinere Veränderungen können eine erneute Candidose begünstigen.

Vaginalpilz-Infektion: Behandlung

Während der Behandlung einer akuten Vaginalpilz-Infektion können Wirkstoffe wie Clotrimazol 2 %, Miconazol oder Econazol zum Einsatz kommen. Das sind Antimykotika, Mittel zur Behandlung von Pilzinfektionen.

Auch die Behandlung des Partners mit Antimykotika wird empfohlen.

Und wie steht es um Milchsäure? Generell schützt Milchsäure durch ihren sauren pH-Wert gut vor einer Candidose. Eine Kur während der Scheidenpilz-Behandlung ist trotzdem nicht sinnvoll. Denn Candida-Pilze verstoffwechseln Milchsäure, sie dient ihnen als Nahrung. Einige Antimykotika sind dennoch mit Milchsäure kombiniert, denn sie greifen in die Ergosterolsynthese ein, also den Moment, in dem der Pilz seine Zellwand bildet. Kurbelt die Milchsäure den Pilzstoffwechsel an, findet mehr Ergosterolsynthese statt und die Antimykotika können besser wirken.

Erst wenn die akute Phase der Infektion überstanden ist, kann ein stabiles Gleichgewicht der Scheidenflora verhindern, dass eine Scheidenpilz-Infektion wiederkehrend wird.

Milchsäure ist in Kombinationspräparaten mit Antimykotika also durchaus sinnvoll, aber eine eigenständige Milchsäure-Kur nicht. Erst nach der akuten Behandlung mit Antimykotika raten Sie als erfahrene PTA in der Apotheke zur Milieu-Stabilisierung mit einer Milchsäure-Kur. Die Kur hilft Kund*innen dabei, eine wiederkehrende Vaginalpilz-Infektion zu vermeiden, indem sie den pH-Wert stabilisiert und Milchsäurebakterien fördert.

4 Tipps zur Intimpflege bei Scheidenpilz

Tipp 1. Sanfte Reinigung
Weniger ist oft mehr: Der Intimbereich reagiert empfindlich, deshalb kann eine milde, parfumfreie Reinigung sinnvoll sein, um zusätzliche Reizungen zu vermeiden.

Tipp 2: Umgebung trocken halten
Pilze mögen Feuchtigkeit, daher den Intimbereich nach dem Duschen sanft abtrocknen

Tipp 3: Atmungsaktive Kleidung
Unterwäsche aus Baumwolle und lockere Kleidung können Wärme und Feuchtigkeit durchlassen.

Tipp 4: Reizstoffe vermeiden
Bei Beschwerden auf parfümierte Produkte, Intimsprays oder aggressives Duschgel verzichten, um die Schleimhäute nicht zu belasten.

Fazit

Eine Vaginalpilz-Infektion entsteht häufig durch Milieuveränderungen, Reizstoffe oder Antibiotika und kann bei Falschbehandlung schnell erneut auftreten. Wiederkehrende Beschwerden hängen oft mit einer gestörten Balance des Scheidenmikrobioms zusammen, in dem sich Hefepilze dann besonders wohlfühlen. Eine Therapie ohne zusätzliche Eingriffe in das Scheidenmilieu ist wichtig, da unnötige pH-Veränderungen Scheidenpilz begünstigen können. Sanfte Intimpflege und das Meiden unnötiger Reizstoffe unterstützen die Heilung und helfen, eine erneute Infektion mit Candida albicans zu vermeiden.

Quellen:
https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/erkrankungen/pilzinfektionen-des-aeusseren-genitales-der-scheide 
https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/yeast-infection/symptoms-causes/syc-20378999 
PädiaAkademie: Themenheft „Mykosen im Kindesalter“
https://www.multilind.de/hauterkrankungen/hautpilz/candida-albicans 

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