Trump widerlegt
PARACETAMOL IN DER SCHWANGERSCHAFT: AUTISMUS & CO. NICHT HĂUFIGER
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Mit ihren Behauptungen zu Paracetamol in der Schwangerschaft stĂŒtzte sich der US-Regierung auf Studien, die methodische MĂ€ngel und Ungenauigkeiten aufwiesen. In diesen fanden sich tatsĂ€chlich vereinzelte Hinweise auf eine Korrelation zwischen der Einnahme von Paracetamol durch die MĂŒtter und höhere Fallzahlen von Autismus oder andere Störungen der neuronalen Entwicklung bei Kindern.
Forschende haben alle existierenden Daten jetzt noch einmal genau unter die Lupe genommen. Ihr Ergebnis: die bisher strikteste Metaanalyse zu Paracetamol in der Schwangerschaft und eine klare Empfehlung.
QualitÀt der Studien entscheidend
Ob Paracetamol einen Einfluss auf das Risiko fĂŒr Autismus, ADHS oder geistige Behinderungen hat, untersuchten Forschende um Francesco DâAntonio von der UniversitĂ€t Chieti in Italien und Asma Khalil vom St. Georges Hospital in London. Sie bezogen in ihre Analyse 43 qualitativ hochwertige Studien mit Millionen von Schwangeren und Kindern ein.
DâAntonio weist darauf hin, dass die Trump-Administration sich mit ihrer Aussage zu Paracetamol und Autismus auf Untersuchungen mit methodischen SchwĂ€chen und sehr unterschiedlicher QualitĂ€t stĂŒtzt.
Das Team legte daher besonderen Fokus auf Geschwisterstudien, bei denen die Mutter Paracetamol nur wĂ€hrend einer der Schwangerschaften eingenommen hatte. Diese Untersuchungen gelten als besonders zuverlĂ€ssig. Denn sie berĂŒcksichtigen genetische Faktoren, familiĂ€res Umfeld und langfristige elterliche Merkmale.
Paracetamol: kein höheres Risiko fĂŒr Autismus und Co.
Die Forschenden kamen zu einem eindeutigen Ergebnis: Die Einnahme von Paracetamol durch die Mutter erhöht beim Kind nicht das Risiko fĂŒr Autismus, ADHS und geistige Entwicklungsstörungen.
Berichtete ZusammenhĂ€nge seien eher âdurch genetische ZusammenhĂ€nge oder andere mĂŒtterliche Faktoren wie Fieber oder zugrundeliegende Schmerzenâ erklĂ€rbar.
Aktuelle News zum Thema:
Paracetamol ist sicher in der Schwangerschaft
âParacetamol ist und bleibt eine sichere Option wĂ€hrend der Schwangerschaft, wenn es gemÀà den Anweisungen eingenommen wirdâ, betont Co-Autorin Kalil. Die Analyse bekrĂ€ftigt die Leitlinien wichtiger Fachgesellschaften weltweit, in denen Paracetamol in der Schwangerschaft bei Fieber und Schmerzen empfohlen wird.
Trump-Statement verunsichert Schwangere
Auch wenn die Aussagen der US-Regierung zum Zusammenhang zwischen Paracetamol und Autismus und Co. widerlegt sind, bereiten sie Forschenden nach wie vor Kopfzerbrechen. Wolfgang Paulus, Leiter der Beratungsstelle fĂŒr Reproduktionstoxikologie an der Uniklinik Ulm berichtet, dass die Aussagen viele Schwangere stark verunsichert und zu verstĂ€rkten Nachfragen nach âharmloserenâ Alternativen gefĂŒhrt haben.
Ibuprofen, Diclofenac oder auch Opioide seien im Gegensatz zu Paracetamol in der Schwangerschaft aber nur mit erheblichen EinschrÀnkungen einsetzbar.
Aussage zu Paracetamol und Autismus wirkt nach
Die Angst, dass Paracetamol Autismus begĂŒnstigen könnte, könnte ein Problem sein, das nachwirkt. Denn der Verzicht auf adĂ€quate Medikation zum Beispiel bei Fieber oder Schmerzen kann zu Komplikationen wie FrĂŒhgeburten oder Fehlbildungen fĂŒhren.
Die Kommunikationswissenschaftlerin Anne Reinhard von der Ludwig-Maximilians-UniversitĂ€t MĂŒnchen warnt: Allein die Tatsache, dass das GerĂŒcht zu Paracetamol und Autismus in die Welt gesetzt wurde, könnte die Gesundheit von MĂŒttern und Kindern weltweit gefĂ€hrden. Selbst nach einer Korrektur könnten Falschbehauptungen im Kopf nachwirken.
In der Apotheke können PTA mit ihrer Beratung helfen, Ăngste zu nehmen und zu versichern: Paracetamol ist in der Schwangerschaft eine sichere Wahl.
Quelle: Bild der Wissenschaft












