WECHSELJAHRE ALS CHANCE: MIT NEUER INNERER STÄRKE DURCH DIE MENOPAUSE
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Wechseljahre, (Peri-)Menopause und alles drumherum: Das gilt oft als etwas Unangenehmes. Nach dem Motto: Da muss man durch, der Körper verändert sich eben. Viele Frauen erleben die Wechseljahre zunächst als Phase des Aushaltens, nicht als gestaltbaren Lebensabschnitt.
Und klar: Hitzewallungen, Schlafstörungen und Co. nerven einfach. Gerade in den Wechseljahren laufen Job und Familie oft ungebremst weiter. Bei einigen Frauen kommt dazu, dass plötzlich Angehörige gepflegt werden müssen. Ganz schön viel also – auch emotional. Die Menopause trifft damit häufig auf eine ohnehin stark belastete Lebensphase.
Aber sind die Wechseljahre wirklich nur ein Abschied von Jugend, Fruchtbarkeit und Faltenfreiheit? Oder können sie auch ein Aufbruch sein – und damit etwas Positives? Die Ärztin Professor Petra Beschoner sagt: Ganz klar können sie das.
Menopause: Abschied oder Aufbruch?
Dabei kommt es darauf an, wie wir den Wechseljahren und der Menopause begegnen. Da ist zum einen die „Perspektive, diese Zeit nicht als Ende der Weiblichkeit zu betrachten, sondern als Beginn einer Phase ohne biologische Zwänge – frei von Menstruation, Verhütungsdruck und hormonellen Achterbahnfahrten“, so die Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie.
Gerade rund um die Menopause hilft dieser Blickwechsel vielen Frauen, körperliche Veränderungen neu einzuordnen. Statt Verlust rückt die neu gewonnene Freiheit in den Fokus – ein wichtiger Schritt, um die Wechseljahre aktiv zu erleben.
Auch der Re-Frame, jugendliche Unsicherheiten gegen innere Stärke einzutauschen, stärkt das Selbstbild: Mit den Jahren wächst meist die Fähigkeit, Grenzen zu setzen und die eigenen Bedürfnisse klarer wahrzunehmen. Viele Frauen spüren, dass sich in den Wechseljahren ein Raum für neue Projekte, Beziehungen oder Selbstverwirklichung öffnet.
Wechseljahre gestalten: aktiv statt passiv
Doch wie lassen sich die Wechseljahre gestalten, statt sie nur zu ertragen? Petra Beschoner rät zu einer bewussten Reflexion. Ihr Vorschlag: der alten Lebensphase einen Abschiedsbrief und der neuen einen Willkommensbrief schreiben. Was will ich? Und was darf gehen? Wer die Wechseljahre gestalten möchte, beginnt genau hier – bei der eigenen Haltung.
Noch ein Tipp: „ein strukturierter Selbstfürsorge-Plan, der kleine Schritte für jeden Lebensbereich umfasst“, so die Ärztin. Wichtig: Er sollte realistisch in den Alltag eingebaut werden können. Gerade wenn Frauen ihre Wechseljahre gestalten, helfen klare, umsetzbare Maßnahmen.
Beispiele, was in so einem Plan stehen kann:
Im Job:
- Erwartungen realistisch anpassen, gegebenenfalls Prioritäten neu verhandeln
- Mikropausen einplanen und auch tatsächlich machen
- Aufgaben delegieren, statt sämtliche Verantwortung stillschweigend zu tragen
In Partnerschaften:
- Veränderungen offen ansprechen, etwa mit Sätzen wie: „Ich bin schneller gereizt, das liegt an meiner Situation, nicht an dir.“
- Gemeinsame Rituale pflegen und Intimität neu definieren, wobei Letzteres bedeutet: Druck herausnehmen und Zärtlichkeit sowie emotionale Nähe in den Vordergrund stellen
- Auch in der Care-Arbeit: Unterstützung einfordern, also Partner, Kinder oder Angehörige aktiv einbeziehen, externe Hilfe prüfen, Perfektionismus loslassen, ein „Gut genug“ akzeptieren
Innere Stärke in den Wechseljahren entwickeln
Um innere Stärke in den Wechseljahren zu finden, hilft alles, was die Stimmung stabilisiert und die eigene Resilienz, also die psychische Widerstandskraft, fördert. Gerade in der Phase der Menopause ist diese innere Stärke ein wichtiger Schutzfaktor. Zum Beispiel:
„regelmäßige moderate Bewegung, gute Schlafhygiene, Achtsamkeit und Stressabbau durch Meditation, Atemübungen oder Journaling. Auch der Austausch mit anderen Frauen in einer ähnlichen Lebensphase wirkt oft enorm entlastend“,
sagt die Ärztliche Leiterin der Akutklinik Bad Saulgau. Solche Strategien unterstützen Frauen dabei, ihre Wechseljahre zu gestalten und die innere Stärke nachhaltig zu fördern.
Kurz: Die Wechseljahre lassen sich nicht verhindern, aber sie lassen sich gestalten. Wer sie als Ăśbergang begreift, darf neu sortieren, Grenzen ziehen und eigene BedĂĽrfnisse ernster nehmen. Die Menopause markiert damit nicht nur ein Ende, sondern auch einen Anfang.
Nun darf etwas beginnen, das vielleicht oft zu kurz kam: ein Leben mit mehr Selbstbestimmung, Gelassenheit und innerer Stärke.
Quelle: dpa












