Schlafende Frau bei Nacht im Bett© Tero Vesalainen / iStock / Getty Images Plus
Der Schlaf unterteilt sich in vier wiederkehrende Phasen (Schlafzyklen).

Artikelserie Träume

WIE TRÄUMEN FUNKTIONIERT

Augen zu und schon starten die Abenteuer: Wir Menschen träumen schon seit unserer Entstehung, und je nach Kultur werden Träumen die unterschiedlichsten Bedeutungen nachgesagt. Aber was passiert eigentlich, während wir schlafen, und wie funktioniert Träumen?

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Der Schlaf verläuft in vier Zyklen (Schlafphasen), die jeweils etwa 90 Minuten dauern und von denen der Mensch vier bis fünf pro Nacht durchläuft. Der Non-REM-Schlaf (NREM) umfasst dabei die Einschlafphase, den Leichtschlaf sowie die Tiefschlafphase gefolgt vom REM-Schlaf (rapid eye movement), der Traumphase. Nach dem REM-Schlaf beginnt der Zyklus von neuem.

Träume verteilen sich dabei unterschiedlich auf die einzelnen Phasen. Doch in der REM-Schlafphase träumen wir am häufigsten und lebhaftesten. Hier findet sich die Antwort darauf, wie Träumen funktioniert.

Träumen und Schlafen: Ein Blick auf die Schlafphasen

Am erholsamsten schlafen wir in der Tiefschlafphase. In dieser Phase träumen wir kaum oder wenig intensiv. Sie dient der körperlichen Erholung, Muskelentspannung und der Stärkung des Immunsystems. Doch kurz darauf treten wir in die REM-Schlafphase ein, die auch Traumphase genannt wird. Obwohl Träume in jeder Phase beim Schlafen auftreten, träumen wir in der Traumphase besonders oft, lebhaft und emotional.

Doch nicht nur die Frequenz und Intensität von Träumen ist in dieser Phase höher.

Bei Betroffenen kommt es in der Traumphase am häufigsten zu Schlafwandeln, Sprechen im Schlaf (Somniloquie) und Nachtangst (Pavor Nocturnus), die von panischem Aufschrecken mitten in der Tiefschlafphase gekennzeichnet ist.

Für die Antwort auf die Frage, wie Träumen funktioniert, sind daher der REM-Schlaf und die Tiefschlafphase besonders wichtig. Schauen wir uns diese beiden Phasen genauer an.

Was sind Träume und wie entstehen sie?

Laut Prof. Dr. Michael Schredl, wissenschaftlicher Leiter des Schlaflabors am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim, ist Träumen das subjektive Erleben während des Schlafens. Entsprechend funktioniert Träumen darüber, was wir im Schlaf wie erleben.

Genauer bedeutet das, dass das Gehirn im Schlaf aktiv ist, aber anders arbeitet als im Wachzustand, indem beispielsweise der Hippocampus die tagsüber aufgenommenen Informationen weiterverarbeitet und speichert. Andere Gehirnregionen, die tagsüber aktiver waren, werden des Nachts eher heruntergefahren.

Ein weiteres Indiz darauf, wie Träumen funktioniert, sind das Einbeziehen äußerer Reize in den Traum: So kann ein kalter Fuß, der unter der Bettdecke hervorlugt und unterbewusst als kalt empfunden wird, in einem Traum eingebunden werden.  

Fun Fact: Spinnen haben einen ähnlichen REM-Schlaf wie wir Menschen. Wie bei ihnen Träumen funktioniert, wird aber noch erforscht.

Wie funktioniert Träumen im REM-Schlaf

Im REM-Schlaf wird’s aktiv, das können sogar Außenstehende wahrnehmen: Die schnellen Augenbewegungen unter den geschlossenen Lidern (Rapid Eye Movement) während des Schlafens und Träumens sind namensgebend für diese Phase. Im REM-Schlaf gemessene Gehirnwellen ähneln denen der Wachphase.

Das Gehirn ist somit deutlich aktiver als in der Leicht- und Tiefschlafphase, der Körper ist eher bewegungsunfähig. Erwacht man aus dieser Phase, wird von starker Schläfrigkeit berichtet.

Die Zusammenarbeit zweier Regionen erklärt, wie Träumen funktioniert:

  • Der präfrontale Kortex: Beim Schlafen drückt dieser mal die Augen zu, denn er ist für die Sinnhaftigkeit zuständig. Durch seine geringe Aktivität fallen uns beim Träumen sinnlose Zusammenhänge, wie ein fliegendes Klavier, nicht auf.
  • Der sekundäre visuelle Kortex: Wir schlafen und träumen, doch er tobt sich hier so richtig aus, denn er wird bei Vorstellungen aktiv.

Wie ein nächtliches Kino funktioniert diese Kombination, wodurch der Mensch dem kreativen Schaffen beim Träumen einfach zuschauen kann.

Quellen:
Avidan, Barkoukis: Review of Sleep Medicine. Elsevier 2011, ISBN: 1-455-70319-2
https://deutsche-schlafberatung.de/schlafphasen-und-schlafzyklus/
https://www.quarks.de/gesellschaft/psychologie/traeume-deuten-bedeutung/

 

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