Eine Frau liegt im Bett, hat sich aus der Decke gewühlt und verzieht das Gesicht.© demaerre/iStock/Getty Images Plus
Unruhe und Schwitzen können Menschen mit einer Schilddrüsenüberfunktion den Schlaf rauben – aber auch eine Unterfunktion wirkt sich auf die Nachtruhe aus.

Hormonhaushalt

SCHILDDRÜSE BEEINFLUSST SCHLAF: SYMPTOME EINER ÜBER- ODER UNTERFUNKTION

Schlechter Schlaf, nächtliches Schwitzen oder ständige Erschöpfung können auf eine Störung der Schilddrüsen-Regulation hindeuten. Welche Symptome der Schilddrüsenunterfunktion und Schilddrüsenüberfunktion PTA kennen sollten – und warum eine frühzeitige Abklärung wichtig ist.

Seite 1/1 2 Minuten

Seite 1/1 2 Minuten

Wenn Kund*innen sich nachts wie unter Strom fühlen und stark schwitzen, könnte die Schilddrüse die Qualität des Schlafs beeinflussen. Darauf macht der Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner (BDN) aufmerksam. Die enge Verbindung zwischen Schilddrüse und Schlaf wird häufig unterschätzt.

Das kleine Organ unterhalb des Kehlkopfes produziert Hormone, die unter anderem Energiehaushalt, Stimmung und Schlaf-Wach-Rhythmus beeinflussen. Trijodthyronin (T3) ist die aktive Form, Thyroxin (T4) die Speicherform. Reguliert werden sie über das thyreoidea-stimulierende Hormon (TSH) aus der Hirnanhangdrüse.

Bildet die Schilddrüse zu wenig (Schilddrüsenunterfunktion; Hypothyreose) oder zu viele Hormone (Schilddrüsenüberfunktion; Hyperthyreose), kann sich das mit der Zeit bemerkbar machen. „Wer dauerhaft schlecht schläft und zusätzlich körperliche Veränderungen bemerkt, sollte die Schilddrüse ärztlich abklären lassen“, rät der Nuklearmediziner Markus Essler.

Die Schilddrüse und der Schlaf: So wirken sich Fehlfunktionen aus

Hausärzt*innen können mit einer Blutuntersuchung klären, ob eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine Schilddrüsenüberfunktion vorliegt. Beide können sich auf den Schlaf auswirken und zeigen unterschiedliche Symptome Beschwerden.

Symptome der Schilddrüsenüberfunktion: Unruhe, Herzrasen und Schwitzen

Ist die Schilddrüse zu aktiv, „läuft der Stoffwechsel permanent auf Hochtouren, viele Betroffene fühlen sich wie unter Strom“, beschreibt BDN-Experte Essler. Weisen Ihre Kund*innen auf Einschlaf- oder Durchschlafprobleme hin, kann dies ein Hinweis auf eine Überfunktion sein. Typische Symptome der  Schilddrüsenüberfunktion sind zudem innere Unruhe, Nervosität und Herzrasen. Auch nächtliches Schwitzen kann zu den Symptomen der Schilddrüsenüberfunktion gehören und den Zusammenhang zwischen Schilddrüse und Schlaf deutlich machen.

Symptome der Schilddrüsenunterfunktion: Erschöpfung trotz schlechtem Schlaf

„Viele Menschen mit Schilddrüsenunterfunktion sind tagsüber erschöpft und antriebslos, schlafen aber nachts trotzdem schlecht“, erklärt Essler. Berichten Kund*innen über nächtliche Atemaussetzer im Schlaf, kann das unter anderem mit der Schilddrüse zusammenhängen – Menschen mit einer Schilddrüsenunterfunktion sind davon häufiger betroffen als andere.

Zu den häufigen Symptomen der Schilddrüsenunterfunktion zählen außerdem Konzentrationsstörungen, Gewichtszunahme oder Kälteempfindlichkeit.

Übrigens: Die biologischen Mechanismen hinter der Wechselbeziehung zwischen Schlaf und Schilddrüse sind nicht bis ins Detail bekannt. Forschende vermuten, dass Schilddrüsenhormone auf bestimmte Botenstoffe im Gehirn einwirken, die Schlaf und Stimmung steuern. Dadurch könnte sich erklären lassen, warum Schilddrüse und Schlaf sich gegenseitig beeinflussen.

Behandlung verbessert oft auch den Schlaf

Die gute Nachricht – auch für den Schlaf: Sowohl Überfunktion als auch Unterfunktion lassen sich gut behandeln. Bei einer Unterfunktion kommt L-Thyroxin zum Einsatz, das die fehlenden Schilddrüsenhormone (T4) ersetzt.

Überfunktionen werden mit Thyreostatika wie etwa Thiamazol oder Carbimazol behandelt, die die Bildung von Schilddrüsenhormonen hemmen. „Häufig verbessert sich mit der Therapie dann auch die Schlafqualität deutlich“, so Essler. Eine rechtzeitige Behandlung der Schilddrüse kann somit nicht nur die Hormonwerte normalisieren, sondern auch den Schlaf positiv beeinflussen.

Quelle: dpa

×