Ein junges Paar bei der FrauenÀrztin: Die GynÀkologin schallt den runden Bauch der schwangeren Frau, das Paar schaut aufgeregt auf den Bildschirm.© monkeybusinessimages/iStock/Getty Images Plus
Wie aufregend! Die drei Ultraschall-Termine sind fĂŒr werdende Eltern die Gelegenheit, ihr Kind besser kennenzulernen.

PrÀnataldiagnostik

ULTRASCHALL IN DER SCHWANGERSCHAFT: VIER WICHTIGE FAKTEN FÜR WERDENDE ELTERN

Der Ultraschall wĂ€hrend einer Schwangerschaft gehört zu den wichtigsten Vorsorgeuntersuchungen fĂŒr werdende Eltern. Wann stehen die Termine an, wann lĂ€sst sich das Geschlecht erkennen und warum ist „Babyfernsehen“ verboten? Hier finden Sie die wichtigsten Fakten im Überblick.

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Juhu, endlich (wieder) das Baby sehen und ein Foto mitnehmen! FĂŒr werdende Eltern sind sie ein ersehntes Date mit dem Baby: die drei Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft. Viele werdende MĂŒtter – und auch VĂ€ter – freuen sich auf die Ultraschall-Termine in der Frauenarztpraxis.

Was aber gleichzeitig mitschwingt, ist eine gewisse Anspannung: Entwickelt sich das Kind so, wie es soll? Wann ist das Geschlecht zu sehen? Und kann die Untersuchung dem Kind schaden? Vier Fakten zum Ultraschall in der Schwangerschaft, die Sie allen Kund*innen mitgeben können, die frisch schwanger sind – oder es werden möchten.

Ultraschall in der Schwangerschaft: Drei Termine gehören zur Vorsorge

Gesetzlich versicherte Schwangere haben Anspruch auf drei Basis-Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft, das ist in der Mutterschafts-Richtlinie festgehalten. Auch private Krankenkassen ĂŒbernehmen bei einer Schwangerschaft die drei Ultraschall-Termine in der Regel.

Wann sie genau anstehen – und was dabei passiert:

  1. Erste Untersuchung (9. bis 12. Schwangerschaftswoche)
    Was viele Schwangere ĂŒberrascht: Der erste Ultraschall in der Schwangerschaft wird oft nicht ĂŒber die Bauchdecke durchgefĂŒhrt, sondern vaginal. „Bei der ersten Ultraschalluntersuchung wird die Schwangerschaft bestĂ€tigt und die Lage des Embryos beziehungsweise des Fötus in der GebĂ€rmutter geprĂŒft“, sagt der GynĂ€kologe Klaus Doubek, PrĂ€sident des Berufsverbandes der FrauenĂ€rztinnen und FrauenĂ€rzte (BVF).
    Die untersuchenden Ärzt*innen messen die Scheitel-Steiß-LĂ€nge, was dabei hilft, den voraussichtlichen Geburtstermin zu bestimmen. Feststellen lĂ€sst sich auch, ob eine Mehrlingsschwangerschaft vorliegt.
  2. Zweite Untersuchung (19. bis 22. Schwangerschaftswoche)
    Hier können sich schwangere Frauen zwischen zwei Alternativen entscheiden: der Basis-Ultraschalluntersuchung in der Schwangerschaft und der erweiterten Basis-Ultraschalluntersuchung.
    Bei der Basis-Untersuchung wird die Position der Plazenta geprĂŒft, außerdem werden GrĂ¶ĂŸe von Kopf, Bauch und Oberschenkelknochen des Kindes ermittelt.
    Die erweiterte Untersuchung geht darĂŒber hinaus. Hier checken Ärzt*innen etwa auch die Form von Kopf und Hirnkammern, außerdem das Herz und andere Organe. Um diese Untersuchung durchfĂŒhren zu können, muss die untersuchende Person entsprechend qualifiziert sein. Ist das nicht der Fall, kann man sich an eine andere Praxis ĂŒberweisen lassen.
  3. Dritte Untersuchung (29. bis 32. Schwangerschaftswoche)
    Bei der dritten Ultraschalluntersuchung in der Schwangerschaft kontrollieren die Ärzt*innen das Wachstum und die Lage des Kindes. Auch checken sie die Plazenta sowie die Fruchtwassermenge.

DarĂŒber hinaus kann es bei auffĂ€lligen Befunden weitere Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft geben, erklĂ€rt Professor Ingo Gottschalk, Leiter der Sektion GynĂ€kologie und Geburtshilfe der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Ultraschall in der Medizin (DEGUM). Die zusĂ€tzlichen Ultraschall-Termine dienen der AbklĂ€rung, ob Krankheiten, Fehlbildungen oder Wachstumsverzögerungen vorliegen.

„Auch wenn es ein erhöhtes Risiko fĂŒr Komplikationen bei der Schwangerschaft gibt, können weitere Ultraschalluntersuchungen ratsam sein“, sagt BVF-PrĂ€sident Doubek. Zum Beispiel, wenn die Mutter eine Krankheit wie etwa Diabetes hat – oder auch bei Blutungen oder einem verkĂŒrzten GebĂ€rmutterhals.

Geschlecht des Babys im Ultraschall: Wann Eltern es erfahren dĂŒrfen

Wird es ein Junge oder ein MÀdchen? Eine Frage, die viele Eltern brennend interessiert. Antworten gibt es in der Regel bei der zweiten Basis-Ultraschalluntersuchung in der Schwangerschaft. Dann lÀsst sich das Geschlecht des Babys im Ultraschall meist verlÀsslich feststellen.

Übrigens: Sehen Ärzt*innen bereits vor der 14. Schwangerschaftswoche das Geschlecht, dĂŒrfen sie es den Eltern nicht verraten. Das ist in Paragraf 15 des Gendiagnostikgesetzes geregelt und soll verhindern, dass Eltern eine Schwangerschaft abbrechen, weil das Ungeborene ein unerwĂŒnschtes Geschlecht hat.

Wichtig zu wissen: „Werdende Eltern haben auch ein Recht auf Nichtwissen“, sagt GynĂ€kologe Doubek. Das heißt: Die Eltern entscheiden, ob die Ärzt*innen ihnen das Geschlecht des Babys wĂ€hrend des Ultraschalls mitteilen sollen – oder nicht. Wer diese Information nicht haben möchte, kann dies vor der Untersuchung ansprechen.

Das Recht auf Nichtwissen gilt ĂŒbrigens auch fĂŒr andere Fragen. Beispiel: Wenn eine Schwangere wissen möchte, ob sich das Kind altersgerecht entwickelt, aber nicht ĂŒber eventuelle Fehlbildungen informiert werden will, kann sie das vorab mitteilen. In so einem Fall bitten die Ärzt*innen die Schwangere, die Entscheidung durch eine Unterschrift zu bestĂ€tigen.

Ultraschall in der Schwangerschaft: Ist die Untersuchung sicher?

Vereinfacht gesagt funktioniert eine Ultraschalluntersuchung in der Schwangerschaft so: Ein GerĂ€t schickt Schallwellen, die das menschliche Ohr nicht hören kann, in den Körper. Organe und Gewebe werfen diese Wellen unterschiedlich zurĂŒck. Das UltraschallgerĂ€t berechnet aus diesen Signalen ein Bild vom Inneren des Körpers – und von dem Kind, das dort entsteht.

Können die Wellen fĂŒr das Kind zum Problem werden? „Ultraschalluntersuchungen schaden dem Kind nicht, das ist wissenschaftlich erwiesen“, kann Professor Gottschalk beruhigen. Denn: Die Untersuchungen sind frei von ionisierender Strahlung, die Zellen und Erbgut schĂ€digen kann – wie etwa Röntgenstrahlung.

„Die Untersuchungen sind sicher und unverzichtbar“, bestĂ€tigt auch GynĂ€kologe Doubek. Der Ultraschall in der Schwangerschaft sei eine seit ĂŒber 50 Jahren weltweit bewĂ€hrte Methode im Zuge der Schwangeren-Vorsorge.

Um etwa bei Risikoschwangerschaften Erkenntnisse ĂŒber die Durchblutung der GefĂ€ĂŸe von Kind und Mutter zu gewinnen, kommt eine besondere Ultraschall-Methode zum Einsatz: der Doppler-Ultraschall. Hier kann es zu einer leichten ErwĂ€rmung des Fruchtwassers kommen. „Sie ist aber minimal und nicht schĂ€dlich fĂŒr das Kind“, entwarnt Gottschalk.

ZusÀtzliche Ultraschall-Termine in der Schwangerschaft? Babyfernsehen ist verboten

Baby gucken – einfach nur, weil es so schön ist? Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft sind nur erlaubt, wenn es dafĂŒr einen medizinischen Grund gibt. Seit 2021 sind in Deutschland Ultraschalluntersuchungen, die nicht medizinisch begrĂŒndet sind, verboten. Dazu zĂ€hlt auch das sogenannte Babyfernsehen, bei dem das Kind auf hochauflösenden 3D-/4D-Ultraschallbildern sichtbar gemacht wird.

Quelle: dpa

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