Umfrage
DEPRESSION BETRIFFT AUCH ANGEHĂ–RIGE
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Die Mehrzahl der Befragten empfindet die Depression eines Familienmitglieds als große Belastung für den Alltag. Erkrankte ziehen sich oft zurück, was zu Missverständnissen führen kann. Dabei sind depressive Personen selbst oft dankbar, wenn sie nicht allein sind und jemand sie konkret unterstützt.
Ein Aspekt wird aber oft nicht genug berĂĽcksichtigt, findet die Umfrage heraus, und der Vorstandsvorsitzende der Stiftung sieht hier Handlungsbedarf.
Depression betrifft das Umfeld
Wie sehr die Depression eines Menschen seine Angehörigen betrifft, ermittelte das 8. Deutschland-Barometer Depression der Stiftung Deutsche Depressionshilfe. Dazu befragte sie 5000 Personen zwischen 18 und 69 Jahren. Rund 45 Prozent aller Deutschen sind von Depression betroffen, 24 Prozent bei sich selbst, 26 Prozent bei Angehörigen. In 5 Prozent der Fälle trifft sogar beides zu.
Drei Viertel aller Betroffenen empfinden die Depression ihres Familienmitglieds als belastend oder sehr belastend.
Angehörige sind vor allem in konkreten Krankheitsphasen eine wichtige Stütze, so der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Professor Ulrich Hegerl. Denn: „Hoffnungslosigkeit und ein fehlender Antrieb sind Teil der Erkrankung und machen den Alltag schwer“. Eine Person mit Depression braucht daher oft Unterstützung, etwa bei der Vereinbarung von oder durch Begleitung zu Arztterminen oder im Haushalt. Aber all das kostet Kraft und führt in 43 Prozent der Familien zu mehr Streit, in 19 Prozent sogar zu Kontaktabbruch. Vor allem die Sorge um den an einer Depression erkrankten Angehörigen belastet 81 Prozent der Befragten, dessen Antriebslosigkeit 73 und die Interesselosigkeit 67 Prozent.
Information über Depression hilft Angehörigen und Betroffenen
Sich über die Depression zu informieren, ist immens wichtig. Angehörige verstehen so, dass sich der oder die Betroffene nicht gehenlässt und sich zurückzieht, weil er oder sie innerlich leer und erschöpft ist. Für das Umfeld ist es dann einfacher, diese Verhaltensweisen nicht persönlich zu nehmen. Denn die Familie bemerkt in 41 Prozent der Fälle, dass etwas nicht stimmt und ermutigt 38 Prozent der an Depression erkrankten Personen, sich helfen zu lassen.
Angehörige geben 46 Prozent der depressiven Menschen das Gefühl, nicht allein zu sein.
Jede zweite Familie blickt übrigens positiv zurück auf eine überstandene Zeit mit Depression. 55 Prozent meinen, der erkrankte Angehörige habe sich mehr geöffnet, und 47 Prozent sehen die Beziehung als gestärkt oder gefestigt.
Ein großes Problem, meint Professor Hegerl, sei der geringe Anteil an Angehörigen, die von Ärzten über die Behandlung der Depression informiert und in sie eingebunden werde. Nur 16 Prozent berichten, dass das stattgefunden habe. 41 Prozent der Befragten belastete die mangelnde Information, und 39 Prozent, dass sie nicht eingebunden wurden. Hegerl betont: „Depression betrifft die ganze Familie“, und es sei wichtig, Angehörige zu informieren und einzubeziehen. So könne die Belastung für alle reduziert werden.
Quelle:
https://www.deutsche-depressionshilfe.de/unsere-forschung/deutschland-barometer-depression












