Eine Ärztin zeigt ein Modell des Uterus und der Eierstöcke. In verschiedenen Gewebeschichten der Gebärmutter, der Eierstöcke und des Muttermunds sind kugel- oder tropfenförmige Veränderungen.© peakSTOCK/iStock/Getty Images Plus
Veränderungen an oder in der Gebärmutter unterscheiden sich darin, in welcher Gewebeschicht sie liegen, aus welchem Gewebe sie selbst bestehen.

Oft unbemerkt

MYOME, ZYSTEN, POLYPEN: DIESE VERÄNDERUNGEN DER GEBÄRMUTTER GIBT ES

Myome oder andere gutartige Veränderungen der Gebärmutter sind häufig. Oft bleiben sie unbemerkt, weil sie meist keine Beschwerden verursachen. Aber was ist denn der Unterschied zwischen Myomen, Zysten und Polypen? Wie entstehen sie und wie wird man sie los?

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Die gute Nachricht vorab: Die allermeisten dieser Veränderungen sind gutartig. Ein Krebsrisiko besteht in der Regel nicht. Trotzdem können Betroffene stark unter ihnen leiden, etwa, weil Beschwerden bestehen oder sich das Wunschkind einfach nicht einstellen will.

Hier kommt ein Überblick über die Merkmale von Myomen, Zysten und Polypen an der Gebärmutter und über die Diagnose und Behandlung.

Myome: meist unbemerkt, aber mitunter problematisch

Myome sind die häufigsten gutartigen Tumore bei Frauen in Europa. Es handelt sich um Wucherungen in der Muskelschicht der Gebärmutter, die meist zwischen 25 und 50 Jahren auftreten. Sie sind nicht gefährlich, können aber bisweilen Beschwerden verursachen.

Myome treten als einzelne Muskelknoten oder gruppenweise auf und können sehr groß werden. Ein Myom mit einem Durchmesser von 20 Zentimetern wurde bereits beschrieben, das ist etwa so groß wie ein Baby im fünften Monat.

Bei rund der Hälfte aller Frauen verursachen Myome aber keine Beschwerden und sind meist Zufallsdiagnosen bei Routinekontrollen. Die andere Hälfte der Betroffenen berichtet über Blutungsstörungen. Damit sind starke, schmerzhafte oder verlängerte Regelblutungen oder auch Zwischen- und Schmierblutungen gemeint.

Auch unspezifische Schmerzen im Unterbauch oder Druck auf die Harnblase oder den Enddarm können Anzeichen für ein Myom sein, ebenso wie Kreuzschmerzen oder Beschwerden beim Geschlechtsverkehr.

Ursache für Myome unklar

Was ein Myom verursacht, weiß man nicht genau. Es entsteht aber nur während der gebärfähigen Jahre einer Frau. Forschende vermuten, dass genetische Faktoren eine Rolle spielen. Das Risiko, ein Myom zu entwickeln, steigt außerdem wohl durch Adipositas, Diabetes und erhöhten Blutdruck.

Meistens entwickelt sich ein Myom aus Muskelzellen in der Nähe eines Blutgefäßes. Im Myomgewebe ist die Rezeptorendichte für Estrogen erhöht. Myome können selbst Estrogen bilden, was das Wachstum weiter begünstigt. Anhand ihrer Lage unterscheidet man verschiedene Typen von Myomen:

  • Submukös: direkt unter der Schleimhaut gelegen
  • Intramural: inmitten der Muskelschicht
  • Subserös: auf der Gebärmutter-Außenseite unter dem Bauchfell gelegen
  • Intrazervikal: im Gebärmutterhals
  • Intraligamentär: im Bindegewebe seitlich der Gebärmutter
  • Gestielt intrakavitär: besitzen einen dünnen Stiel und ragen ins Gebärmutter-Innere

Neben diesen Hauptformen kommen zahlreiche Zwischenformen vor. Am häufigsten sind intramurale Myome. Sie lösen oft Menstruationsbeschwerden aus und können auf benachbarte Organe oder den Ischiasnerv drücken. Außerdem kann die Fruchtbarkeit beeinflusst werden.

Subseröse Myome beeinträchtigen weder die Fruchtbarkeit noch verursachen sie Menstruationsbeschwerden.

Ihre Eigenheit: Sie können am Stiel wachsen und sich verdrehen. Das verursacht eine Unterbrechung der Blutzufuhr des Myoms, welches sich dann unter Umständen zersetzt und zu einem sogenannten akuten Abdomen führt. Dieses geht mit heftigen Bauchschmerzen einher und muss sofort im Krankenhaus behandelt werden, da es sonst zu lebensgefährlichen Infektionen im Bauchraum kommen kann.

Komplikationen durch Myome

Myome verursachen meist, wenn überhaupt, Blutungsstörungen, drücken auf andere Organe oder beeinflussen die Fruchtbarkeit. Andere Komplikationen sind selten. Trotzdem kann es passieren, dass Myome platzen oder sich entzünden. Sie bleiben aber stets gutartig, ein Krebsrisiko besteht nicht.

Trotzdem sollten sie, wenn sie Beschwerden verursachen, sehr groß oder sehr zahlreich sind, behandelt oder entfernt werden. Bei starkem Druck auf die Harnwege oder die Niere können Infektionen oder Nierenerkrankungen auftreten. Theoretisch besteht auch eine Verwechslungsgefahr mit bösartigen Veränderungen, weshalb eine sorgfältige Diagnostik wichtig ist.

Werden Myome während der Schwangerschaft entdeckt, muss das weitere Vorgehen sorgfältig abgewogen werden. Myome können das Fehl- und Frühgeburtsrisiko erhöhen oder bei ungünstiger Lage die Geburt erschweren. Allerdings bergen Eingriffe auch immer ein Risiko für Mutter und Kind.

Wie behandelt man ein Myom?

Die meisten Myome findet der Arzt bei routinemäßigen Tast- und Ultraschalluntersuchungen. Weitere Diagnostik erfolgt dann oft mittels einer Gebärmutterspiegelung über die Vagina, die ohne Narkose auskommt.

Entfernt werden können Myome zum Beispiel mittels Bauchspiegelung. Dabei macht der Arzt unter Narkose einen kleinen Schnitt in der Nähe des Bauchnabels und führt ein Endoskop ein, um das Myom auszuschälen. Diese Methode ist der Standard, aber die Behandlung richtet sich immer nach den Beschwerden, dem Alter der betroffenen Frau und ihrer Familienplanung.

Ist diese abgeschlossen, kann auch ein Verschluss der das Myom versorgenden Gefäße in Betracht kommen oder spezielle Ultraschallbehandlungen, bei denen das Myom durch Hitze verödet wird.

Auch eine Behandlung des Myoms mit hormonellen Methoden kann versucht werden. Dazu kommen bestimmte Antibabypillen oder eine Hormonspirale in Frage, die das Wachstum der Myome hemmen und die schmerzhaften Regelblutungen verringern.

Zysten an der Gebärmutter

Zysten unterscheiden sich von Myomen in ihrer Struktur. An der Gebärmutter kommen sie selten vor, und wenn, dann in Form von sogenannten Nabothian-Zysten. Unter einer Zyste, nicht nur in der Gebärmutter, versteht man einen flüssigkeitsgefüllten Hohlraum, der von einer Kapsel umgeben ist. Ohne eine Kapsel handelt es sich um eine Pseudozyste.

Im Inneren einer Zyste können sich Blut, Eiter, Talg, Schleim oder Gewebewasser befinden. Zysten an der Gebärmutter, die Nabothian-Zysten, entstehen durch Verschluss der sogenannten Nabothian-Drüsen am Gebärmutterhals. Diese Drüsen bilden Schleim und können verstopfen. Dahinter stecken meist Infektionen.

Die Zysten verursachen für gewöhnlich keine Beschwerden, sind harmlos und nie größer als wenige Zentimeter.

Starke Schmerzen oder auch Fieber deuten auf eine Ruptur beziehungsweise Infektion der Zyste hin. Dann sollte die Gebärmutter gründlich untersucht und gegebenenfalls behandelt werden.

Zysten gibt es nicht nur an der Gebärmutter

Häufiger als Zysten an der Gebärmutter sind Eierstockzysten. Diese entstehen zum Beispiel, wenn die Eiblase sich entweder nicht öffnet (Follikelzyste) oder aus den Resten des Follikels nach dem Eisprung (Gelbkörperzyste). Auch Erkrankungen der Eierstöcke, wie das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) kann dahinterstecken.

Die Follikel können während des Zyklus recht groß werden, weshalb man erst ab etwa drei Zentimetern Durchmesser von einer Eierstockzyste spricht. Weil diese funktionalen Zysten Hormone bilden können, verursachen sie oft Zyklusbeschwerden oder einseitige diffuse Bauchschmerzen.

Bei Endometriose können sich sogenannte Schokoladenzysten bilden, die mit eingedickten Blutbestandteilen gefüllt sind. Dermoidzysten dagegen stellen eine Fehlentwicklung der Keimzellen dar und können Haare, Knochen und andere Gewebe enthalten. Sie müssen sorgfältig operativ entfernt werden, denn in einem Prozent der Fälle werden sie bösartig.

Auch andere Zysten können reißen, sich oder den Eierstock verdrehen oder entarten, weshalb man sie stets gut im Blick behalten sollte. Verschiedene operative oder hormonelle Behandlungsmethoden stehen zur Auswahl.

Was ist ein Polyp und was tut er an der Gebärmutter?

Ein Polyp kommt nicht nur an der Gebärmutter vor. Per Definition handelt es sich um eine gutartige Ausstülpung der Schleimhaut, die auch den Darm, die Nase oder zahlreiche andere Gewebe betreffen kann. Ein Polyp an der Gebärmutter tritt vermehrt nach den Wechseljahren auf; die Ursache kennt man nicht genau. Es scheinen aber, wie bei so vielen Veränderungen, die Hormone dahinterzustecken.

Das Risiko, einen Polypen in der Gebärmutter zu entwickeln, steigt mit dem Alter. Meist handelt es sich um eine Zufallsdiagnose. Adipositas, Bluthochdruck oder eine Therapie mit Tamoxifen begünstigen die Entstehung.

Auch ein Polyp an der Gebärmutter verursacht meist keine Beschwerden. Wenn Blutungen oder vermehrter schleimiger beziehungsweise eitriger Ausfluss auftreten, kann das ein Zeichen für Polypen sein. Dann sollten sie entfernt werden. Auch große Polypen oder solche, die in den Gebärmutterhals ragen, werden besser per Spiegelung entfernt. Um bösartige Erkrankungen komplett auszuschließen, macht eine histologische Untersuchung immer Sinn.

Ob Myom, Zyste oder Polyp: An der Gebärmutter kann sich so einiges verändern. Meistens ist das alles kein Grund zur Sorge. Um alles im Blick zu behalten, bieten sich regelmäßige Checks beim Frauenarzt an.

Quellen:
https://www.frauenaerzte-im-netz.de/erkrankungen/myome/
https://www.gesundheitsinformation.de/myome-der-gebaermutter.html
https://flexikon.doccheck.com/de/Ovula_Nabothi
https://www.frauenaerzte-im-netz.de/erkrankungen/eierstockzyste/

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