Herzbelastung
KÄLTESCHOCK: DAS MACHT SCHWIMMEN BEI HITZE GEFÄHRLICH
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Wenn es heiß wird, steigt die Zahl der Badeunfälle rasant. Viele Kinder lernen in den letzten Jahren nicht mehr schwimmen, aber auch zahlreiche Erwachsene sind in den letzten heißen Wochen beim Baden ertrunken. Grund kann Selbstüberschätzung sein, aber auch fehlendes Bewusstsein für die Gefahren im Wasser durch gefährliche Strömungen oder einen Kälteschock.
Denn der droht gerade bei hohen Temperaturen. Warum es so wichtig ist, sich langsam abzukühlen, und wer besonders gefährdet ist, kommt jetzt.
Kälteschock trotz Sommerhitze
Einen echten Kälteschock versetzen wir dem Körper, wenn wir eine elementare Baderegel nicht einhalten. Diese besagt: niemals erhitzt ins Wasser springen! Aber warum ist das so, auch wenn das Wasser gar nicht so kalt ist?
Der Grund dafür, warum wir auch bei angenehmen Badetemperaturen einen regelrechten Kälteschock bekommen können, liegt in unseren Schutzreflexen. Wenn wir ins Wasser springen, setzt unser Tauchreflex ein. Dieser sorgt dafür, dass wir den Atem anhalten und den Puls absenken. Er kommt aus dem parasympathischen Nervensystem. Gleichzeitig verengen sich durch Reize an den Kälterezeptoren unserer Haut die Gefäße schlagartig, der Sympathikus steigert Puls und Blutdruck blitzschnell. Für unser Herz kann es dann gefährlich werden. Die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft vergleicht die Reaktion mit der Betätigung von Gaspedal und Bremse gleichzeitig, was zu rund 20 Prozent der Todesfälle durch Ertrinken führt. Vor allem vorgeschädigte Herzen, etwa bei bekannten Herzrhythmusstörungen oder Gefäßverengungen, halten dieser Belastung dann oft nicht stand.
Der Kälteschock, also der Effekt des Wassers auf die Haut, steigt mit zunehmender Differenz zwischen Körper- und Wassertemperatur. Auch ein 22 Grad warmer Badesee kann so für jemanden, der ein ausgiebiges Sonnenbad genommen hat, zum Problem werden.
Schwimmen bei Hitze: Mehr Tote
Schwimmen ist bei Hitze natürlich beliebte Abkühlung. Neben Herzproblemen kann der Kälteschock aber auch auf anderen Wegen zum Ertrinken führen, und zwar deutlich öfter. Durch die Kälte auf der Haut setzt ein Reflex ein, der uns schlagartig und unkontrollierbar nach Luft schnappen lässt. Wir können die Luft dann kaum noch anhalten. Dabei atmen die Menschen dann oft Wasser ein, was binnen weniger Minuten zum Ertrinken führt. Rund 80 Prozent der Todesfälle gehen auf dieses Problem zurück, auch bei jungen und gesunden Menschen. Schwimmen bei Hitze sollte man also nur unter Vorsichtsmaßnahmen.
Ein Sprung ins Wasser ist für den Körper eine große Belastung und kann durch den Kälteschock schnell tödlich enden.
Damit Schwimmen bei Hitze nicht zur Gefahr wird, sollte man es langsam angehen lassen. Zuerst eine lauwarme Dusche, dann vorsichtiges Herantasten ans kühle Nass helfen, Badeunfälle zu vermeiden. Vor allem Kinder sollten immer in Griffnähe planschen, denn sie ertrinken schnell und lautlos. Um einen Kälteschock zu vermeiden, sollte man zuerst mit Beinen und Armen langsam ins Wasser gehen und sich vor dem Eintauchen einmal komplett benetzen. Dann steht dem Vergnügen nichts mehr im Weg.
Quellen:












