Mädchen trägt eine gelbe Herz-Sonnenbrille, einen gelben Badeanzug und einen Regenbogen-Schwimmreif. Sie steht am Schwimmbeckenrand und spritzt mit Wasser.© FamVeld/iStock/Getty Images Plus
Sorgen um Sonnenbrand oder Fußpilz macht sie sich bestimmt gerade keine.

Prävention & Empfehlungen

SCHWIMMEN OHNE INFEKTIONEN – SO GELINGT‘S

Strahlende Hitze, Schwimmen im See oder im Freibad und danach ein Eis – der Sommer ist da! Aber die heißen Temperaturen und Gewässer bringen auch das Risiko für Infektionen wie Blasenentzündungen und andere Folgen mit sich. Wieso diese entstehen und entsprechende Empfehlungen erfahren Sie hier.

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Die Desinfektion des Schwimmbadwassers mit Chlor oder Ozon sollte eigentlich keimarmes Schwimmen ermöglichen, doch Bakterien, Viren und sogar Parasiten schwimmen leider mit! Über Ausscheidungen, Haare, Haut und Schweiß oder Sonnencreme gleiten die verschiedenen Erreger einfach mit uns ins Wasser. Durch das Schwimmen während der Hitze in diesem Kessel verteilen sie sich und führen zu Infektionen.

Die Bedingungen für Infektionen liegen besonders gut bei Hitze: warmes Wasser und viele Menschen am Schwimmen. Auch die immer feuchte Umgebung auf den Böden nährt die verschiedenen Erreger nachhaltig. Badeseen werden zwar nicht desinfiziert, aber das Ökosystem hält Keime in Schach – eigentlich. Denn erwärmen sich die Gewässer, kann diese empfindliche Balance kippen.

Infektionen durch das Schwimmen in der Hitze

Die unterschiedlichen Erreger, die wir durch das Schwimmen aufnehmen, besonders in der Hitze, führen zu einigen Infektionen. Ein Überblick über die häufigsten.

Blasenentzündung

Nummer Eins der Infektionen durch das Schwimmen, vor allem auf der weiblichen Seite der Bevölkerung, ist die Blasenentzündung. Keime, vor allem Coli-Bakterien, steigen durch die Kürze der Harnröhre innerhalb von 17 Stunden in die Blase auf und provozieren Infektionen. Nasse Kleidung nach dem Schwimmen also trotz der Hitze schnell wechseln! Präventiv gegen diese Folgen sollte man nach jedem Schwimmgang urinieren und viel Flüssigkeit trinken, um die Keime auszutreiben.

Pilzinfektionen

Zu Infektionen mit Scheiden- oder Fußpilz kommt es vermehrt nach einem Tag Schwimmen. Hier hilft auch wieder das Wechseln der feuchten Badekleidung. Pilzsporen gedeihen außerdem gut auf aufgeweichter Haut, daher nach dem Schwimmen trotz der Hitze sorgfältig abtrocknen und die Füße gründlich reinigen, um diese Folgen zu vermeiden.

Warzen

Unangenehme Infektionen nach dem Schwimmen sind die Dellwarzen, die genauso ansteckend wie harmlos sind. Sie werden durch das Molluscum-contagiosum-Virus hervorgerufen. Präventiv gegen diese Folge des Schwimmens hilft das Eincremen der Füße vor dem Schwimmen, da trockene Haut im Wasser aufweicht und somit für Keime leichter zu durchdringen ist. Trotz der Hitze ist leichtes Schuhwerk zu empfehlen.

Ohrenschmerzen

Weitere Infektionen nach dem Schwimmen ist die Badeotitis, auch Otitis externa; eine Entzündung, die sich durch Schmerzen, Juckreiz und Brennen bemerkbar macht und häufig von Pseudomonas aeruginosa oder Staphylococcus aureus verursacht wird. Diese Folge nach dem Schwimmen liegt im äußeren Gehörgang, angezeigt durch dessen Rötung – nicht zu verwechseln mit der Rötung durch Hitze.

Vorbeugend können Sie Ehm’sche Lösung (Tauchertropfen) oder spezielle Ohrenstöpsel empfehlen. Außerdem beugt Infektionen vor, nach dem Schwimmen das Wasser vollständig aus dem Ohr laufen zu lassen und das Ohr gut zu trocknen. Bei Wattestäbchen hingegen gilt: Sie gehören nicht in den Gehörgang!

Magen-Darm-Infekte

Im Winter die Grippe, in der Hitze Magen-Darm. Entstehen diese Infektionen als Folge des Schwimmens? Nicht nur, doch obwohl Chlor desinfiziert, sind beispielsweise Kryptosporidien dagegen immun und werden nur mit gewissen Filterextras aufgehalten. Coli-Bakterien befinden sich trotz penibler Hygiene am Körper und schwimmen mit. Das Risiko für Infektionen ist hoch und steigt beim Verschlucken des Poolwassers während des Schwimmens.
Schwanger
Schwimmen in der Schwangerschaft bietet viele Vorteile, das Risiko für die Infektionen besteht jedoch – auch die negativen Folgen der Hitze. Deshalb sollten Schwangere individuell ärztlich besprechen, ob sie schwimmen. Präventivmaßnahmen gegen Infektionen gilt es hier penibel durchzuführen!

Weitere Folgen durch Schwimmen bei Hitze

Außer Infektionen kann Schwimmen weitere unangenehme Folgen für die Gesundheit haben.

Chlor

Während Chlorallergien oder eher seltene Folgen sind, treten einfache Reizungen häufiger auf. Gegen die Hitze gerüstet, trägt man Sonnenschutz auf, doch die darin enthaltenen organischen Materialien reagieren mit dem Chlor beim Schwimmen. Um dem und möglichen Infektionen vorzubeugen, empfiehlt es sich vor und nach dem Schwimmen zu duschen, um Kosmetikreste oder Chlor abzuspülen.

Chlor kann nicht nur die Haut, sondern auch die Augen reizen. Die Folge: eine Konjunktivitis. Wer bei Hitze ohnehin trockene Augen hat, profitiert dann doppelt von konservierungsmittelfreiem Tränenersatz. Auch eine Schwimmbrille schützt.

Bitte nicht verwechseln: Die Schwimmbad-Konjunktivitis entsteht durch Chlamydien, kommt heute aber – wegen des Chlors – kaum noch vor.

Kreislaufbeschwerden

Diese Folgen entstehen unabhängig von Infektionen bei Hitze durch die Arbeit des eigenen Körpers, wobei auch Schwimmen den Kreislauf beeinflusst. Um die Körpertemperatur bei 37 Grad Celsius zu halten, weiten sich die Blutgefäße, wodurch wiederum der Blutdruck sinkt und das Herz vermehrt schlägt. Außerdem führt die Dehydratation beim Schwitzen auch zum Verlust von Natrium und Kalium, die ebenfalls auf den Blutdruck einwirken. Es hilft:

  • Ausreichend trinken
  • Mittagssonne meiden
  • Schattenzeit
  • die Bewegung an den Tag anpassen.

Schwindel kann auch nach dem Schwimmen, besonders bei Hitze, folgen, wenn man sich viel bewegt oder der Wasserdruck auf einmal beim Aussteigen abfällt.

Folgen der Sonne

Schwimmen und Rumtollen unter der Sonne oder beim Bräunen eingeschlafen Folgen entstehen durch Hitze und UV-Strahlung.

Sonnenbrand

Dermatitis solaris ist eine der häufigsten Folgen der Sonne – keine Infektion, sondern eine Verletzung: gemeint ist der Sonnenbrand. Auch beim Schwimmen ist das Risiko erhöht. Die ultraviolette Strahlung der Sonne verbrennt tatsächlich die Haut. Es entstehen Zellschäden, die das Hautkrebsrisiko erhöhen. Wer schwimmen gehen will, sollte bei der Wahl des Sonnenschutzes zu wasserfesten Produkten greifen – natürlich mit passendem Lichtschutzfaktor.

Sonnenallergie

Nach dem Schwimmen in der Sonne von der Hitze trockenen lassen ist angenehm. Doch eine der möglichen Folgen ist die Sonnenallergie, wobei es sich hier nicht um eine Allergie handelt, sondern um eine Reaktion auf UV-Strahlen. Am häufigsten ist die polymorphe Lichtdermatose, ausgelöst durch UV-A-Strahlung. Wer diese nicht gewohnt ist und entsprechend empfindlich ist, kann auf Sonnenbäder mit Quaddeln, Juckreiz oder Rötungen reagieren.

Sonnenstich

Stirn und Nacken zu lange der Sonne auszusetzen, etwa beim Schwimmen, kann zur Folge haben, dass Hirn und Hirnhäute überreizen und im Extremfall Hirnödeme entstehen. Die Folgen sind Fatigue, Kreislaufbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen.

Vorbeugend helfen Kopfbedeckungen und das Vermeiden langer Hitzeeinwirkung. Ist es doch passiert, sollte sich die betroffene Person mit leicht angehobenem Oberkörper in den Schatten legen, den Kopf mit feuchten Tüchern kühlen und schluckweise Wasser oder Tee trinken.

Hitzekollaps

Verliert jemand durch die Hitze der Sonne das Bewusstsein, liegt das daran, dass das Gehirn kurzfristig minderdurchblutet ist. Bei diesen Folgen muss als allererstes der Notarzt alarmiert werden. Bis dahin unbedingt mit Tüchern kühlen, flach hinlegen und die Beine hochlagern!

Empfehlungen bei Schwimmen und Hitze

Empfehlungen für einige der genannten Infektionen und Folgen von Schwimmen und Hitze sind Kopfbedeckungen, leichtes Schuhwerk, gründliches Eincremen und Duschen sowie die starke Sonne zu meiden und im Schatten zu bleiben. Erste Warnzeichen wie Schwindel oder Dehydratation werden ernst genommen und kommuniziert. Dies sind grundsätzliche Empfehlungen.

Empfehlungen für die Infektionen und Folgen von Schwimmen und Hitze, die ein Beratungsgespräch vervollständigen, sind:

Blasenentzündung Bindehautentzündung Pilz Ohrenschmerzen Magen-Darm
D-Mannose, Rosmarin, Tausendgüldenkraut und Liebstöckel als FAM, Ibuprofen bei Schmerz, Trinken, Floraaufbaumittel Sanfte Reinigung der Augen, zusätzlich Hyaluronsäure Clotrimazol, eventuell Scheidenmikrobiom aufbauen durch Milchsäuebakterien Ibuprofen, Paracetamol,Phenazon Tannin, Diphenhydramin, leichte Kost, Ingwer, Fenchel-Anis-Kümmel-Tee
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