Nahaufnahme eines Säuglings, der gestillt wird© maybefalse / iStock / Getty Images Plus
Gerade beim ersten Kind sind viele Mütter unsicher, was das Stillen betrifft. Die Stillberatung hilft, Unsicherheiten abzubauen und eine gute Stillbeziehung aufzubauen.

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STILLBERATUNG IN DER APOTHEKE: HILFE FÜR MUTTER UND KIND

Intuitive Stillmethoden, Momfluencer und stylische Stillmode erleichtern heute vielen Frauen die Entscheidung für ein selbstbestimmtes Stillen. Doch was tun, wenn es dann nicht wie erhofft klappt? Hier können Sie mit einer kompetenten Stillberatung einen Mehrwert für Ihre Apotheke schaffen.

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Schon während der Schwangerschaft bereitet sich die Brust aufs Stillen vor. Auch zu diesem Zeitpunkt kann eine Stillberatung bereits ansetzen – doch dazu später mehr. Frauen können somit ab Geburt ihrem Kind zu jedem Zeitpunkt mit Muttermilch eine nährstoffreiche, bedarfsgerechte Ernährung bieten und nebenbei viel Hautkontakt für eine innige Bindung.

Das sind Wünsche und Vorstellungen, die heute viele Frauen davon überzeugen, ihr Kind zu stillen. Doch das romantische Bild steht häufiger als gedacht der nackten Realität gegenüber: Milchstau, Probleme mit dem Andocken, Schmerzen und Rückenprobleme. Obwohl das den Alltag belastet, entscheiden sich viele Frauen erst viel zu spät für eine Stillberatung. Meistens erst dann, wenn manifeste Probleme auftreten oder die begleitende Hebamme zu einer Stillberatung rät. In der Apotheke können Sie eine niedrigschwellige Anlaufstelle bieten, die Frauen früher nötige Informationen und praktische Hilfen bei Stillproblemen zugänglich macht.  

Was beinhaltet eine Stillberatung?

Im Kern benötigt Stillberatung: Zuspruch. Denn laut KiGGs-Studie (2. Welle) möchten etwa 90 Prozent der Schwangeren ihr Kind später stillen. Nach der Geburt setzen dies etwa 68 Prozent um und bis zum vierten Monat nach Geburt stillt nicht mal mehr jede zweite Frau (ca. 40 Prozent).

Vorteile des Stillens für Mutter und Kind:

  •  Muttermilch ist immer verfügbar, kostengünstig, perfekt temperiert, hygienisch „abgefüllt“, in ausreichender Menge und entwicklungsgerechter Zusammensetzung
  • Muttermilch löscht den Durst und stillt den Hunger des Säuglings
  • Stillen stärkt das Immunsystem des Säuglings
  • Stillen senkt das Schmerzempfinden des Säuglings, zum Beispiel beim Zahnen, bei Infekten oder nach kleinen Verletzungen
  • Gestillte Kinder haben seltener Magen-Darm-Infekte, Allergien, Zahnprobleme
  • Frauen, die gestillt haben, tragen ein geringeres Risiko für Eierstock- und Brustkrebs, Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Erkrankung. Auch die Rückbildung wird angeregt.
  • Stillen schüttet Oxytocin aus: Mutter und Kind entspannen
  • Stillen nährt körperlich, aber auch emotional und fördert die Bindung zwischen Mutter und Kind

Die WHO empfiehlt, ein Kind in den ersten sechs Lebensmonaten ausschließlich und bis zum Ende des zweiten Lebensjahres oder darüber hinaus weiter zu stillen. Der zweite wichtige Punkt einer Stillberatung lautet daher: Das ist die Empfehlung.

Doch Mutter und Kind entscheiden gemeinsam, ob und wie lange gestillt wird. Ein respektvoller Umgang mit dieser Entscheidung gehört in jede Stillberatung – denn jedes Stillpaar ist anders.

Daher sollte sich auch eine Stillberatung in der Apotheke den Bedürfnissen dieses Paares anpassen, um das Stillmanagement zu unterstützen. In der Regel umfasst ein Gespräch zur Stillberatung folgende Schwerpunkte:

  • Allgemeine Informationen wie Milchbildung, Stillpositionen, Anlegetechniken und Hygiene
  • Brustpflege zur Vorbeugung von Schmerzen/Infektionen/Milchstau
  • Stillanzeichen und Informationen zum (Trink-)Verhalten eines Still-Kindes
  • Praktische Informationen zu Stillhilfsmitteln wie Brusthütchen, aber auch Milchpumpen oder Fläschchen
  • Bei Bedarf Informationen zu Still-Alternativen wie abgepumpte Muttermilch oder Pre-Säuglingsnahrung
  • Gegebenenfalls Antworten auf Fragen besonderer Stillsituationen (Frühgeborenes, Zwillingsgeburt, Stillen nach Kaiserschnitt, Stillkomplikationen)

Wann ist eine Stillberatung sinnvoll?

Bei einer Stillberatung in der Apotheke können Fragen auftreten wie: Habe ich genügend Milch? Wie kann ich Arbeit und Stillen vereinbaren? Lege ich mein Kind richtig an? Grundlegend sollten Sie eine Stillberatung immer bei besonderen Situationen wie Frühgeburt, Mehrlingsgeburt, nach Kaiserschnitt oder bei besonderen gesundheitlichen Voraussetzungen der Mutter, wie beispielsweise einemDiabetes mellitus oder einer Schilddrüsenerkrankung empfehlen.

Spätestens wenn Stillprobleme auftauchen, die ein psychisches oder physisches Leiden bei der Mutter auslösen oder die Versorgung des Kindes betreffen, sollte immer eine Stillberatung in Anspruch genommen werden. Bemerken Sie im Gespräch mit einer Kundin, dass Unsicherheiten bestehen oder Fragen zum Stillen unausgesprochen bleiben, lohnt es sich, aktiv nach Stillproblemen zu fragen und Hilfe anzubieten – bevor die Stillbeziehung vorzeitig beendet wird. Viele Frauen beschäftigen sich bereits in der Schwangerschaft mit der Frage, ob sie stillen möchten oder nicht und suchen sich Informationen zusammen.

Daher können Sie eine Stillberatung in der Apotheke bereits ab dem zweiten Trimester anbieten: zur Stillvorbereitung in der Schwangerschaft. Eine frühzeitige Stillberatung kann emotionale Sicherheit, Ruhe und Selbstvertrauen für die erste Zeit nach der Geburt schenken, damit gerade Erstgebärende eine klare Entscheidung treffen und diese auch verfolgen können. Sie können Frauen dabei unterstützen, die Flut von Informationen, fernab von Mythen, Romantisierungen oder veralteten Vorstellungen zu ordnen und zu ergänzen.

Stillvorbereitung in der Schwangerschaft

Was als natürlicher Vorgang dargestellt wird, erscheint in der Praxis vielen Frauen komplex. Daher informieren heute spezielle Stillvorbereitungskurse in der Schwangerschaft über das spätere Stillen nach der Geburt. Auch ist das Thema Teil von Geburtsvorbereitungskursen. Eine Stillberatung in der Apotheke ergänzt grundlegende Informationen und beantwortet individuelle Fragen, zum Beispiel über Hilfsmittel zum Stillen.

Setzt sich eine Frau mit der Stillvorbereitung in der Schwangerschaft auseinander, fällt ihr Blick schnell auf die eigene Brust. Frauen mit Flach-, Schlupf- oder Hohlwarzen reagieren häufig verunsichert, ob sie ihr Kind stillen können. In vielen Fällen gelingt das Stillen trotzdem mit Geduld und dem geeigneten Still-Management – am besten betreut durch eine Stillberatung. Zur Stillvorbereitung in der Schwangerschaft können Sie Brustwarzenformer empfehlen. Werden die flachen Plastikscheiben mit Loch in der Mitte in einen gut sitzenden BH eingelegt, entsteht Druck auf den Brustwarzenkopf und die Brustwarze wird herausgedrückt. Das Stillen mit Flach- oder Hohlwarzen kann so langfristig verbessert werden.  

Eine kleine Beobachtungsstudie berichtet auch über die Erfolge der Niplette™. Dieses Hilfsmittel sieht aus wie ein Kerzenlöscher aus Plastik, der auf die Brustwarze gestülpt und mit Hilfe einer 5-ml-Spritze unter Vakuum gesetzt wird. Der Hersteller empfiehlt, die Niplette™ täglich acht Stunden zu tragen, am besten in den ersten sechs Monaten der Schwangerschaft. Sie können in Ihrer Stillberatung Bilder des Hilfsmittels zeigen, sollten Sie keines vor Ort haben.

Wenn der Stillstart misslingt

Zur Stillvorbereitung in der Schwangerschaft gehört auch, sich mit einem problematischen Stillstart auseinanderzusetzen. Es gibt viele Gründe, warum eine Frau mit Stillproblemen beim Start Ihre Hilfe durch eine Stillberatung in der Apotheke in Anspruch nehmen möchte – die Realität verläuft selten wie im Lehrbuch.

In manchen Fällen kann eine Zufütterung nötig werden, zum Beispiel, weil die Milchbildung verzögert eintritt oder das Kind nicht in der Lage ist, eigenständig zu trinken. Sie können daher im Rahmen einer Stillberatung in der Apotheke Ihre Kundin vorab über stillfreundliche Zufütterungsmethoden und hierfür benötigte Hilfsmittel informieren.

  • Milchgewinnung: Bereits in der Schwangerschaft können Sie zur Stillvorbereitung über die korrekte Gewinnung von Muttermilch informieren. Es ist sinnvoll, dass eine stillende Frau sowohl manuell als auch mit Hilfe einer Milchpumpe Muttermilch sammeln kann. Sie können elektrische Milchpumpen, Handpumpen und Gummiball-Pumpen vorführen und über Vor- und Nachteile informieren. Sollte nach der Geburt ein entsprechendes Hilfsmittel benötigt werden, kennt Ihre Kundin bereits eine gute Anlaufstelle.
  • Lagerung von Muttermilch: Gewonnene Muttermilch kann in speziellen Muttermilchbeuteln oder kleinen Schraubbehältern gelagert werden. Verschiedene Hersteller bieten hierfür passende Produkte an, die Sie direkt oder über den Großhandel beziehen können.
    Tipp: Empfehlen Sie, unterschiedliche Portionsgrößen (z. B. 15 ml, 30 ml, 60 ml) einzufrieren – ein Säugling trinkt nicht nach Norm.
  • Haltbarkeit von Muttermilch:
    à Raumtemperatur höchstens vier Stunden
    à in einer Kühltasche mit Kühlakkus (ca.15 °C) etwa 24 Stunden
    à im Kühlschrank (nicht in der Nähe der Tür, nicht direkt an der Wand) bis vier Tage
    à eingefroren sind sechs Monate empfohlen, zwölf Monate akzeptabel
  • Hilfsmittel zur Fütterung: Eine Flasche mit Sauger ist das naheliegende Hilfsmittel zum Verfüttern von Muttermilch. Verunsicherte Eltern können Sie bereits in der Schwangerschaft über die Vor- und Nachteile von Plastik- und Glasflaschen informieren, zu Flaschensaugern und über die hygienische Reinigung beraten.  
    Hier können Sie mit Ihrer Stillberatung aber auch einen wichtigen Input zur Stillvorbereitung in der Schwangerschaft liefern: Um eine mögliche Saugverwirrung zu vermeiden, können Sie die Fütterungstechnik mit dem Löffel oder Trinkbecher/Fütterungsbecher erläutern. Oder stillfreundliche Fütterungssysteme wie das Brusternährungsset oder eine Muttermilchsonde demonstrieren.

Stillprobleme verhindern

Die meisten Stillprobleme lassen sich durch korrekt ausgeführte Anlegetechniken, geeignete Hygienemaßnahmen und Geduld vermeiden. Legen Sie Ihrer Kundin daher ans Herz, sich während der ersten Tage beim Stillen unterstützen zu lassen. Am besten von der nachsorgenden Hebamme, Fachpersonal im Krankenhaus oder einer Stillberatung.

Diese fünf Tipps können Sie bei einer Stillberatung in der Apotheke immer mitgeben:

  1. Viel Hautkontakt: Intensiver Haut-an-Haut-Kontakt in den ersten Tagen fördert den Milchfluss und die Bindung zum Säugling.
  2. Auf frühe Hungerzeichen achten. Klären Sie in Ihrer Stillberatung über frühe Hungerzeichen des Säuglings auf: Suchbewegungen, Schmatzen, Händchen am Mund. Jetzt sollte die Mutter reagieren, sodass genügend Ruhe für das korrekte Anlegen und eine entspannte Umgebung entstehen kann.
  3. Machen Sie es sich bequem. Stillen kann gerade am Anfang Zeit in Anspruch nehmen, daher sollte die Stillende entspannt und gestützt sitzen können, eine ruhige Umgebung genießen dürfen und ein Glas Wasser griffbereit haben.
  4. Die richtige Anlegetechnik entscheidet. Greifen Sie in Ihrer Stillberatung auf Bilder, Zeichnungen oder Videos zurück, um verschiedene Anlegetechniken zu zeigen und über das korrekte Andocken zu informieren.
  5. Frühzeitig Hilfe einfordern. Stillen muss gelernt sein – von Mutter und Kind. Das klappt nicht immer von Anfang an.

Saugverwirrung 
Wird ein Säugling früh nach Geburt regelmäßig abwechselnd mit Brust und Fläschchen versorgt, kann es zu einer Saugverwirrung kommen, die die Stillbeziehung gefährdet. Für das Saugen an der Brust muss das Kind den Mund viel weiter öffnen, mit dem Kiefer die Brust „massieren“ und gegen einen konstanten Widerstand trinken. Um einen Sauger zu erfassen, genügt ein engerer Mundschluss, zudem tropft die Milch bereits nahezu ohne Saugen heraus. Bei einer Stillberatung in der Apotheke können Sie folgende Ratschläge geben, um eine Saugverwirrung zu verhindern: Die ersten vier bis sechs Wochen nach Geburt noch keine Flasche einführen. Raten Sie zum kleinsten Sauger mit dem kleinsten Loch, damit der Säugling mehr Kraft aufwenden muss, um zu trinken. Die Flasche sollte zum Füttern so waagerecht wie möglich gehalten werden, damit keine Milch herausfließt.

Häufige Fragen und Hilfe bei Stillproblemen

Viele Mütter treibt die Frage herum, ob sie genügend Milch produzieren, um ihr Kind gut zu versorgen. Teilweise wiegen besorgte Mütter ihre Kinder nach jedem Stillen. In Ihrer Stillberatung sollten Sie unsichere Mütter beruhigen: Die Milchbildung verläuft nach dem Prinzip Angebot und Nachfrage. Wird das Kind nach Bedarf angelegt, bleibt auch die Milchbildung konstant. Dabei ist die Brustgröße egal, kleine Brüste versorgen ein Kind ebenso gut mit Milch wie größere Brüste. Auch die Trinkmenge pro Tag zeigt wenig Einfluss auf die Menge der Milch. Es geht eher darum, dass die Mutter gut auf sich achtet.

Eines der häufigsten Themen einer Stillberatung – und Gründe für einen Apotheken-Besuch – sind Milchstau und Brustentzündung (Mastitis). Durch die schmerzhafte Blockade des Milchflusses fühlt sich die Brust geschwollen, warm, teilweise knotig an – obwohl der Säugling gerade getrunken hat. Das beunruhigt viele Frauen und sie suchen Hilfe gegen dieses Stillproblem.

Die Gründe für einen solchen Milchstau sind vielfältig: Unter anderem zu enge Kleidung, falsche Anlegetechnik, wunde Brustwarzen, verändertes Trinkverhalten des Kindes. Sie können in Ihrer Stillberatung beruhigen: Ein Milchstau betrifft fast jede stillende Mutter einmal und kann während der gesamten Stillzeit auftreten. Dennoch ist es ein Signal des Körpers, sich körperlich zu schonen, damit sich keine Mastitis entwickelt. In diesem Fall greift die Brustentzündung auf den gesamten Körper über, die Brust erscheint gerötet und erwärmt, es kann Fieber hinzukommen und ein grippiges Krankheitsgefühl. Verweisen Sie bei diesen Warnzeichen an den Arzt.

Stillberatungs-Tipps bei einem Milchstau:

  • Weiter stillen, um den Druck auf die Brust zu reduzieren.
  • Auf das korrekte Anlegen des Babys an der Brust zu achten.
  • Ausruhen, auf die Trinkmenge achten, Stress reduzieren.
  • Vor dem Anlegen die Brust sanft zu wärmen, z. B. mit einem Wärmekissen oder einer leichten Massage.
  • Die erwärmte Brust nach dem Stillen zu kühlen, mit Kühlpads oder Quarkwickeln.
  • Bei Schmerzen können Sie zur kurzfristigen Einnahme von Ibuprofen raten.

Bei dem Stillproblem Milchbläschen suchen ebenfalls viele Frauen Hilfe in der Apotheke. Das Stillen wird von stechenden Schmerzen begleitet, während Frauen zwischen den Stillvorgängen häufig beschwerdefrei sind. Eine genaue Untersuchung der Brustwarze zeigt einen kleinen weißen oder gelblichen Punkt auf der Brustwarze. Dabei handelt es sich um einen feinen Milchgang, der durch ein dünnes Häutchen überwachsen ist.

Ein Milchbläschen entsteht manchmal im Zuge des Wundheilungsprozesses nach kleinsten Verletzungen der Brustwarze (häufig nicht spürbar) oder im Zuge eines Milchstaus. Raten Sie vom eigenständigen Aufstechen ab, sondern empfehlen feucht-warme Kompressen und stillen (auch wenn es schmerzt). Betonen Sie in Ihrer Stillberatung, dass mehrere Stillmahlzeiten nötig sind, um ein Milchbläschen vollständig aufzulösen.

Zu Beginn der Stillzeit reagieren Brustwarzen empfindlich und können rötlich erscheinen – das ist normal, die Brust gewöhnt sich an die neue Arbeit. Daraus muss sich kein Stillproblem entwickeln, das Hilfe bedarf: Wunde Brustwarzen lassen sich dabei durch die richtige Pflege häufig verhindern.

Die Stillende sollte ihrer Brust viel frische Luft zum Trocknen schenken. Muttermilchreste bitte nicht abtupfen, denn die enthaltenen Enzyme zeigen schützende Eigenschaften. Empfindliche Brustwarzen können mit speziellen Brustwarzensalben oder -ölen gepflegt werden. Auch kühlende Kompressen empfinden viele als angenehm.

Ihr Stillberatungs-Tipp: Ein kleines Knäuel Heilwolle in den Still-BH legen. Das pflegt die empfindliche Brustwarzenhaut, ohne zu reiben wie beispielsweise eine Stilleinlage. 

Stillberatung in der Apotheke: Darauf kommt es an

Im Rahmen Ihrer Ausbildung können Sie bereits loslegen und zu allgemeinen Fragen rund um das Thema Stillen beraten, Milchpumpen und Hilfsmittel erklären und vor Ort anbieten. Die Zertifizierung „Babyfreundliche Apotheke“ bietet die Möglichkeit, der Apotheke einen thematischen Schwerpunkt zu verleihen, der Ihnen je nach Lage mehr Familien als Stammkunden sichert.

Wenn Sie sich umfangreicher zum Thema Stillen weiterbilden möchten, können Sie sich zur Stillspezialistin® ausbilden lassen. Damit können Sie eine DIN-zertifizierte Stillberatung in Ihrer Apotheke anbieten. Die qualitativ höchste Anforderung erfüllt die Stillberatung IBCLC (International Board Certified Lactation Consultant).

Die Ausbildung zur Stillspezialistin® kann zur Vorbereitung auf das Examen zur Still- und Laktationsberater*in IBCLC beim Europäischen Institut für Stillen und Laktation genutzt werden; auch um die nötige Praxiserfahrung zu sammeln. Das Examen muss alle fünf Jahre erneuert werden. Über das BFB Institut (für Bindungsorientierte Familienbegleitung) können Sie sich zur Fachkraft für Stillen und Laktation© ausbilden lassen – die Zertifizierung ist international anerkannt und entspricht inhaltlich der IBCLC. Die La Leche Liga Deutschland e. V. bietet ebenfalls eine Ausbildung zur Stillberater*in an (LLL-Stillberatung), deren Absolvent*innen allerdings ehrenamtlich tätig sind.

Stillberatung in der Apotheke: 5 Mythen und Ihre Antwort darauf

Zum Thema Familie und Kinder hat jede*r aus dem sozialen Umfeld eine Meinung – und das verunsichert viele Frauen. Gerade, wenn es ums Stillen geht. Diese Still-Mythen können Sie getrost auflösen:

  1. Es muss nach Plan gestillt werden. Dabei müssen mindestens zwei Stunden Abstand zwischen den Stillmahlzeiten liegen, damit der Säugling keine Blähungen oder andere Probleme mit der Verdauung bekommt.
  • Heute wird einheitlich Stillen nach Bedarf empfohlen, zum Ernähren, Durst stillen, gegen Unruhe, zum Einschlafen oder Trösten.
  1. Nächtliches Stillen blockiert den Entwicklungsprozess hin zum Durchschlafen.
  • Neben dem Stillen ist der Schlaf wohl das größte Thema, das Eltern in der ersten Zeit mit Baby umtreibt. Sie können aber beruhigen: Schlafen und vor allem Durchschlafen setzen einen Reifungsprozess voraus, der sich unabhängig vom Stillverhalten entwickelt.
  1. Um genügend gut verträgliche Milch zu haben, muss die Stillende viel Stilltee trinken und sollte bestimmte Lebensmittel meiden.
  • Früher hieß es, man solle Erdbeeren und Zitrusfrüchte meiden, besser keine Kuhmilch oder blähende Speisen beim Stillen zu sich nehmen. Das gilt heute als veraltet. Lebensmittel sollten nicht vorsorglich gemieden werden. Sollten Zusammenhänge zwischen Beschwerden beim Säugling (Blähungen, wunder Po) und dem Ernährungsverhalten der Mutter auffallen, können einzelne Lebensmittel reduziert werden. Auch Kaffee in kleinen Mengen ist akzeptabel. Nur von Alkohol sollten Sie dringend abraten. Stilltee fördert die Milchproduktion übrigens nicht. Die Stillende sollte ausreichend trinken, um auf sich selbst zu achten.
  1. Bei Hitze genügt Muttermilch nicht, der Säugling sollte zusätzlich Wasser erhalten.
  • Muttermilch besteht zu 85 Prozent aus Wasser und ist damit der perfekte Durstlöscher. Raten Sie von zusätzlichem Wasser ab, die Stillende sollte lieber häufiger stillen.
  1. Wer sein Baby abends zufüttert, fördert das Durchschlafen.
  • Dieser Mythos hält sich standhaft. Aber nein, das Sättigungsgefühl zeigt keinen Einfluss auf das Schlafverhalten – eher im Gegenteil: Oder wie schlafen Sie nach zwei Schnitzeln mit Pommes?

Quellen:
https://www.stillen.de/fortbildungen/stillspezialistin-stillberaterin-ibclc/
https://www.afs-stillen.de/fuer-muetter/beratung-in-besonderen-situationen/
https://www.lalecheliga.de/stillberaterin-werden/
https://gesundheitszentrum-kleis.de/familie/milchbildung-anregen/
https://www.bmleh.de/DE/themen/ernaehrung/gesunde-ernaehrung/schwangerschaft-und-baby/stillen.html
https://www.gesund-ins-leben.de/fuer-familien/das-1-lebensjahr/warum-stillen/
https://www.still-lexikon.de/aus-und-fortbildung-in-der-stillfoerderung/
https://www.still-lexikon.de/stillen-vorbereitung-waehrend-der-schwangerschaft/
https://www.still-lexikon.de/abpumpen-und-aufbewahren-von-muttermilch/#F%C3%BCtterungsmethoden
https://www.still-lexikon.de/stillen-bei-flachwarzen-schlupfwarzen-und-hohlwarzen/
https://www.philips.de/c-p/SCF152_02/avent-niplettetm#see-all-benefits
https://www.youtube.com/watch?v=d6lG2ftexRU
https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0042-119846
https://www.afs-stillen.de/fuer-muetter/infos-rund-ums-stillen/stillmythen/
https://hallohebamme.de/wunde-brustwarzen/
https://www.still-lexikon.de/weisse-blaeschen-auf-der-brustwarze/#milchblaeschen
https://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/_old-files/downloads/pdf-Ordner/Patienteninformationen/milchstau-mastitis.pdf
https://www.babyfreundliche-apotheke.de/babyfreundliche-apotheke-werden.html
https://www.stillen-institut.com/de/berufsbild-ibclc.html
https://www.bfb-institut.de/fsl/

 

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