Barfuß auf runden Kieseln im flachen Wasser© MikeLaptev/iStock/Getty Images Plus
Schon winzige Schnitte können zu Komplikationen führen, wenn Menschen mit Diabetes sie nicht spüren und rechtzeitig bemerken.

Fußgesundheit

DIABETES UND DIE FÜSSE: WARUM BARFUSSLAUFEN IM SOMMER RISKANT IST

Die Füße von Menschen mit Diabetes benötigen gerade im Sommer besonderen Schutz. Warum schon kleine Verletzungen zu einem diabetischen Fuß führen können und weshalb Diabetes-Fachleute vom Barfuß-Laufen ausdrücklich abraten, erfahren Sie hier.

Seite 1/1 2 Minuten

Seite 1/1 2 Minuten

Wer im Sommer barfuß über Wiesen, Sand oder heiße Steinplatten läuft, genießt oft das Gefühl von Freiheit. Für die Füße von Menschen mit Diabetes kann das jedoch gefährlich werden. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG) hin. Gerade in der warmen Jahreszeit sollten Diabetes-Betroffene ihre Füße besonders sorgfältig schützen, um schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden.

Denn schon kleine Verletzungen können bei Diabetes für die Füße ernste Folgen haben. Deshalb ist Aufklärung in der Apotheke wichtig. PTA können Kund*innen dabei unterstützen, Risiken frühzeitig zu erkennen und geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Diabetischer Fuß: Kleine Verletzungen mit großen Folgen

Ein diabetischer Fuß entwickelt sich häufig schleichend. Ungefähr die Hälfte aller Menschen mit Diabetes leidet im Verlauf der Erkrankung an einer diabetischen Neuropathie. Schmerzen und Druckreize an den Füßen werden dann nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr wahrgenommen.

Wer dann zu lange auf heißem Asphalt, Sand oder Steinplatten steht oder in Muscheln, Dornen, Glassplitter oder Steinchen tritt, bemerkt Verletzungen möglicherweise nicht sofort. Gerade beim Risiko für einen diabetischen Fuß kann diese verzögerte Wahrnehmung problematisch sein.

Durchblutungsstörungen häufig

Hinzu kommt, dass Diabetes-Betroffene häufiger an einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit leiden. Diese Durchblutungsstörung verschlechtert die Wundheilung. Dadurch steigt das Risiko, dass aus kleinen Verletzungen ein diabetischer Fuß entsteht.

„Treffen Nervenschädigung und Durchblutungsstörung aufeinander, kann sich am Fuß aus einer kleinen Verletzung schnell eine chronische Wunde entwickeln, ein Ulkus“, erklärt Dr. Farzin Adili von der DGG. Diese Komplikation kann sogar lebensbedrohlich sein: 30 Prozent der Betroffenen mit einem diabetischen Fuß-Ulkus sterben innerhalb von fünf Jahren.

Diabetes und das Barfuß-Laufen: Warum Fachleute davon abraten

Das Thema Barfuß-Laufen sollte bei Kund*innen mit Diabetes – insbesondere im Sommer – angesprochen werden. Ob am Strand, im Freibad oder im eigenen Garten: Wer mit Diabetes barfuß unterwegs ist, setzt seine Füße unnötigen Risiken aus.

Menschen mit Diabetes sollten ihre Füße deshalb auch an heißen Tagen stets mit geeignetem Schuhwerk schützen. Wer barfuß läuft, dem reicht selbst ein kurzer Weg über heiße oder unebene Untergründe aus, um Verletzungen zu verursachen.

„Nur geeignetes Schuhwerk mit fester Sohle und genügend Platz, aus weichem Material und ohne Innennähte schützt ausreichend vor mechanischen Verletzungen, Fremdkörpern und Hitzeschäden“, so Adili. Socken oder dünnsohlige Hausschuhe reichten nicht aus.

Für PTA bietet das Thema Barfuß-Laufen also eine gute Gelegenheit zur Beratung. Kund*innen mit Diabetes sollten darüber informiert werden, dass ein konsequenter Fußschutz helfen kann, Verletzungen und Folgeschäden zu vermeiden.

Bei Diabetes Füße täglich kontrollieren

Für PTA ist es ratsam, Kund*innen mit Diabetes auf die Bedeutung einer täglichen Kontrolle ihrer Füße hinzuweisen. Wer seine Füße regelmäßig untersucht, kann Veränderungen frühzeitig erkennen. „Rötungen, Blasen, Druckstellen, Einrisse oder Schwellungen, Geruch und Sekrete sollten immer ernst genommen und rasch ärztlich abgeklärt werden“, empfiehlt der Professor.

Raten Sie Kund*innen mit schlecht heilenden Wunden außerdem dazu, überprüfen zu lassen, ob eine Durchblutungsstörung besteht. Eine frühzeitige Diagnostik verbessert die Heilungschancen deutlich. Gerade bei Diabetes kann dies für die Füße entscheidend sein, um schwerwiegende Folgen bis hin zu einem diabetischen Fuß oder Ulkus zu verhindern.

Quelle: dpa

×