Frau, die im Schlafzimmer Kompressionsstrümpfe anzieht© Alona Siniehina / iStock / Getty Images Plus
Auch an heißen Sommertagen sollten verordnete Kompressionsstrümpfe konsequent getragen werden.

Hitze

GESCHWOLLENE BEINE IM SOMMER: WAS HILFT?

Geschwollene Beine im Sommer sind keine Seltenheit. Bei steigenden Temperaturen sorgen einfache Tricks rasch für ein besseres Gefühl und Linderung. Doch wann ist ärztlicher Rat bei Venenerkrankungen gefragt? Erfahren Sie hier, was bei Hitze wirklich hilft.

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Häufig treten geschwollene Beine im Sommer auf, denn dahinter steckt ein ganz normaler körperlicher Prozess. Die oberflächlichen Blutgefäße erweitern sich bei Hitze – damit mehr Blut in die Haut gelangt und der Körper Wärme abgeben kann. Wenn geschwollene Beine im Sommer belasten, ist die einfachste Maßnahme: Kühlen. Was nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG) noch effektiv hilft, sind das Hochlagern der Beine sowie ausreichendes Trinken von Wasser oder ungesüßtem Tee.

Zudem empfehlen sich gegen geschwollene Beine im Sommer kalte Wassergüsse, um die Gefäße zusammenzuziehen. Dabei sollte man die Beine immer von den Füßen in Richtung Herz abduschen. Vorbeugen lassen sich geschwollenen Beinen im Sommer zudem durch regelmäßige Bewegung. „Kurze Spaziergänge oder wiederholtes Wippen von den Fersen auf die Zehenspitzen, unterstützt den Rücktransport des Blutes“, so Siamak Pourhassan, Gefäßchirurg in Oberhausen und Vorstandsmitglied der DGG.

Kompressionsstrümpfe richtig anwenden

Bei Menschen mit Venenerkrankungen kann die Wärme zu Problemen führen, etwa zu schmerzhaften Schwellungen um die Gelenke. Bekommen sie Kompressionsstrümpfe verordnet, sollten sie diese konsequent tragen, rät der Mediziner. Wer Kompressionsstrümpfe bei der Wärme als unangenehm empfindet, für den gibt es alternative Modelle. Mittlerweile gebe es leichtere Sommer-Kompressionsstrümpfe aus atmungsaktiven Materialien.

Noch ein Tipp, der das Tragen der Kompressionsstrümpfe viel angenehmer macht: Wer sie direkt am Bein mit einer Sprühflasche mit Leitungswasser befeuchtet, kann den Kühleffekt verstärken. Alternativ kann man Kompressionsstrümpfe für fünf bis zehn Minuten in den Kühlschrank oder kurz ins Gefrierfach legen – am besten in einen Plastikbeutel verpackt. Das gebe ein erfrischendes Gefühl beim Anziehen und verenge die Gefäße, was geschwollene Beine im Sommer spürbar lindert.

Venenerkrankungen und ernste Warnsignale

Eine anhaltende Schwellung kann laut der DGG ein Hinweis auf schwerwiegende Venenerkrankungen, eine lebensgefährliche Thrombose oder Erkrankungen des Herzens sowie der Nieren sein. Insbesondere, wenn die Schwellung nur an einem Bein auftritt, gilt dies als klares Warnsignal bei Venenerkrankungen. Dann sollte man die Ursache rasch von einer/einem Gefäßmediziner*in abklären lassen. Besonders gefährlich wird es, wenn bei geschwollenen Beinen im Sommer zusätzlich Symptome wie Atemnot, Brustschmerzen oder Herzrasen auftreten.

„Dann besteht die Gefahr, dass ein Blutgerinnsel in die Lunge gewandert ist. Das ist ein medizinischer Notfall“, warnt Gefäßchirurg Pourhassan. In so einem Fall sollte man schnell den Notarzt rufen. Auch wenn die Beine unabhängig von steigenden Temperaturen dauerhaft anschwellen, sollte man mögliche Venenerkrankungen abklären lassen.

Quelle: dpa

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