3 Menstruationstassen, Slipeinlagen und Tampons© manassanant pamai/iStock/Getty Images Plus
Enthalten Tampons Schwermetalle? Kann auch die Menstruationstasse TSS auslösen? Und was muss man bei Periodenunterwäsche beachten?

MENSTRUATIONSPRODUKTE IM CHECK: FAKTEN ZU SCHADSTOFFEN, TOXISCHEM SCHOCKSYNDROM & CO.

Wie sicher sind Menstruationsprodukte wirklich? Ob Menstruationstasse, Tampons oder Periodenunterwäsche – Expert*innen klären über Risiken, Hygiene und verbreitete Mythen rund um die Periode auf.

Seite 1/1 2 Minuten

Seite 1/1 2 Minuten

Schadstoffe, Toxisches Schocksyndrom und Spirale: Was steckt wirklich hinter den Risiken von Tampon, Tasse und Periodenunterwäsche? Expert*innen klären auf – und räumen mit Halbwahrheiten rund um Menstruationsprodukte auf.

Schwämme aus dem Meer als nachhaltiges Menstruationsprodukt? Giftstoffe in Tampons? Und was hat die Menstruationstasse mit der Spirale zu tun? Rund um Menstruationsprodukte kursieren viele Halbwahrheiten. Grundsätzlich sollte „jede Frau und jedes Mädchen das Periodenprodukt wählen, mit dem sie sich am wohlsten fühlt“, heißt es vom Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte (BVF). Fünf Fakten zu Menstruationsprodukten.

Fakt 1: Toxisches Schocksyndrom betrifft nicht nur Tampon-Nutzerinnen

Plötzliches Fieber, Kopfschmerzen und ein Blutdruckabfall, der sich etwa durch Schwindel bemerkbar macht: Das sind die Symptome eines toxischen Schocksyndroms (TSS). Viele bringen das toxische Schocksyndrom ausschließlich mit Tampons in Verbindung. Das ist jedoch irreführend. Die durch Bakterien ausgelöste Erkrankung kann zum Beispiel auch im Zusammenhang mit der Menstruationstasse oder -schwämmchen auftreten.

Um das Risiko für das toxische Schocksyndrom zu verringern, gilt: Binden, Tampons und andere Menstruationsprodukte sollten regelmäßig und mit gewaschenen Händen gewechselt werden.

Wiederverwendbare Produkte wie die Menstruationstasse oder Periodenunterwäsche müssen gründlich ausgespült und ausgekocht beziehungsweise bei hoher Temperatur gewaschen werden.

Fakt 2: Pestizide in Tampons? Entwarnung vom BfR

Immer wieder sorgen Berichte über Schadstoffe in Tampons und anderen Menstruationsprodukten für Verunsicherung.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gibt jedoch Entwarnung: Gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Schwermetalle und Pestizide seien bei der Nutzung von Tampons nicht zu erwarten.

Fakt 3: Menstruationstasse und Spirale: Komplikationen möglich

Die Menstruationstasse gilt als nachhaltige und auf Dauer kosteneffiziente Alternative unter den Menstruationsprodukten.

PTA können Kund*innen, die zur Verhütung eine Spirale verwenden, darauf hinweisen, dass in seltenen Fällen das Saugprinzip der Menstruationstasse den Sitz der Spirale beeinflussen oder sie sogar lösen kann.

Eine Rücksprache mit dem Frauenarzt oder der Frauenärztin kann in diesem Fall sinnvoll sein.

Fakt 4: Periodenunterwäsche: Auf Biozide achten

Mehrlagige Periodenunterwäsche ist praktisch und nachhaltig – beim Kauf lohnt jedoch ein Blick auf die Inhaltsstoffe. Manche Produkte enthalten Biozide wie Silberchlorid in der Saugschicht, die unangenehme Gerüche verhindern sollen. Mögliche gesundheitliche Auswirkungen dieser Substanzen sind noch nicht abschließend geklärt.

Das BfR empfiehlt für Periodenunterwäsche grundsätzlich eine Waschtemperatur von 60 Grad Celsius, auch wenn das Material darunter leidet. Erst dann würden alle Bakterien abgetötet.

Fakt 5: Nachhaltige Naturschwämme? Besser verzichten

Meeresschwämme werden gelegentlich als besonders nachhaltige Menstruationsprodukte beworben. Aus medizinischer Sicht sind sie jedoch nicht zu empfehlen. Das Problem: Ihre stark poröse Struktur macht es unmöglich, sie zuverlässig keimfrei zu reinigen.

Wenn Kund*innen nach einer Alternative zu herkömmlichen Tampons fragen, können Sie eher zu Soft-Tampons raten – im Vergleich zu Naturschwämmen die hygienischere Einmal-Variante.

Quelle: dpa

×