Sportliche Frau trägt Stirnband, dass die Ohren überdeckt © jacoblund / iStock / Getty Images Plus
Beim Sport mit Hörgerät schützt ein Stirnband gleich doppelt: Es hält Schweiß ab und das Hörsystem an Ort und Stelle.

Hörakustik

SPORT MIT HÖRGERÄT: DIESE TIPPS SCHÜTZEN DIE TECHNIK

Sport mit Hörgerät ist meist problemlos – doch Schweiß setzt der empfindlichen Elektronik zu. Wie ein Stirnband die Technik schützt, bei welchen Sportarten das Hörsystem besser in der Tasche bleibt und warum Ihre Kund*innen das Hörgerät nach dem Training reinigen sollten.

Seite 1/1 3 Minuten

Seite 1/1 3 Minuten

Beim Sport kommt man schnell ins Schwitzen – für die Fitness ein gutes Zeichen, für die Technik im Ohr eher nicht. Denn mit Hörgerät können Schweißperlen auf der Stirn zum Problem werden. Dringt Feuchtigkeit in das System ein, können Schäden an der empfindlichen Elektronik entstehen. Wer Sport mit Hörgerät treibt, sollte die Elektronik deshalb konsequent vor Nässe schützen.

Ganz auf Bewegung verzichten müssen Ihre Kund*innen deswegen aber nicht: Sport mit Hörgerät klappt bei den meisten Disziplinen problemlos. Entscheidend sind der richtige Schweißschutz, die passende Sportart und die Pflege danach. Eberhard Schmidt, Präsident der Bundesinnung der Hörakustiker (biha), beantwortet dazu drei Fragen. Mit seinen Antworten sind Sie für das nächste Beratungsgespräch bestens gerüstet.

Hörgerät: Schweiß mit Stirnband oder Cap abfangen

Schweiß lässt sich beim Sport mit Hörgerät leicht abfangen, bevor er Schaden anrichtet. „Ein Stirnband, eine Mütze oder ein Cap – je nach Sportart – kann Schweiß abfangen, bevor er die empfindliche Technik erreicht“, rät Eberhard Schmidt. Empfehlen Sie Ihren Kund*innen also, das Hörgerät vor Schweiß zu schützen – je nach Sportart mit Stirnband, Mütze oder Cap. Insbesondere ein Stirnband ist übrigens aus einem zweiten Grund praktisch.

Es hält das Hörsystem an Ort und Stelle – gerade bei schnellen Sportarten wie Joggen oder Reiten eine gute Sache. Zu eng sollte das Band aber nicht sitzen, sonst drohen Druckstellen und Störgeräusche. So bleibt beim Sport mit Hörgerät beides gesichert: der feste Sitz und der Schutz der Technik. Ein kurzer Hinweis darauf, wie das Hörgerät vor Schweiß bewahrt wird, gehört deshalb in jedes Beratungsgespräch.

Sport mit Hörgerät: Welche Sportarten passen?

Bei den meisten Sportarten ist das Tragen eines Hörgeräts kein Problem. „Gerade bei Teamsportarten, bei denen es wichtig ist, Zurufe der Teamkollegen zu hören oder bei Sportarten, bei denen die Kommunikation zwischen Trainer und Sportler unverzichtbar ist, ist gutes Hören entscheidend“, so Schmidt. Hier geht es also gar nicht ohne. Diesen Punkt können Sie in der Beratung klar herausstellen.

In einigen Fällen bleibt das Hörgerät aber besser in der Sporttasche oder zu Hause: Als Beispiel nennt Schmidt etwa Kampfsportarten, bei denen es zu engem und plötzlichem Körperkontakt kommt. Hier kann ein Schlag aufs Ohr ausreichen, um eine Verletzung durch das Gerät zu verursachen. Und natürlich kann auch das Gerät an sich dabei beschädigt werden. Auch Wassersportarten wie Schwimmen widmet man sich lieber ohne Hörgerät: „Hörsysteme sind in der Regel spitzwassergeschützt, doch zu viel Feuchtigkeit tut der Elektronik nicht gut“, sagt Schmidt.

Bei diesen Sportarten bleibt das Hörsystem laut biha besser in der Sporttasche oder zu Hause:

  • Kampfsportarten mit engem und plötzlichem Körperkontakt – ein Schlag aufs Ohr kann eine Verletzung durch das Gerät verursachen
  • Wassersportarten wie Schwimmen – Hörsysteme sind in der Regel nur spritzwassergeschützt

Musik hören beim Sport mit Hörgerät: Tipps

Jogging-Playlist oder ein spannender Podcast: Gerade wer allein sportelt, braucht manchmal etwas Entertainment im Ohr für die Motivation. Lässt sich das Hörsystem per Bluetooth mit dem Smartphone verbinden, können Musik oder Podcast direkt ins Ohr gestreamt werden, wie Eberhard Schmidt erklärt. Beim Sport mit Hörgerät ist das eine komfortable Lösung – ein guter Hinweis für Ihre Kund*innen.

Wer nicht im Fitnessstudio, sondern draußen unterwegs ist, sollte allerdings sicherstellen, dass Autogeräusche, Fahrradklingeln und Co. weiterhin zu hören sind. Das lässt sich in den Einstellungen des Hörgeräts regeln. Noch ein Tipp: Wer mit musikalischer Begleitung Sport machen will, lädt das Hörsystem vorher lieber noch einmal auf, „denn das Streamen verbraucht mehr Akku“, so Schmidt.

Hörgerät reinigen: Pflege nach dem Training

Fertig geschwitzt? Gut! Bevor es unter die Dusche geht, sollte man das Hörsystem abnehmen. Um sicherzustellen, dass der Schweiß keinen Schaden anrichtet, sollte man das Hörgerät nun am besten mit einem weichen, fusselfreien Tuch reinigen, wie Eberhard Schmidt rät. „Anschließend sollten sie in eine speziell für Hörsysteme vorgesehene Trockenbox gelegt werden.“

Raten Sie Ihren Kundinnen deshalb, das Hörgerät nach jedem Training zu reinigen und anschließend zu trocknen. Wer das Hörgerät regelmäßig reinigt, verlängert die Lebensdauer der empfindlichen Elektronik. So bleibt Sport mit Hörgerät ohne Folgen für die Technik – und Ihre Kundinnen hören auch nach dem Training gut.

Quelle: dpa

×