Potenz
TESTOSTERON HILFT NICHT GEGEN SEXUELLE DYSFUNKTION
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Testosteron als zentrales männliches Geschlechtshormon verbinden viele mit Potenz, starken Muskeln und einer hohen Libido. Sinkt ab den mittleren Lebensjahren die Produktion, kann das sich auf das Sexualleben auswirken.
In Deutschland ist eine Testosteron-Ersatztherapie aber nur für bestimmte Erkrankungen zugelassen. Die Gründe dafür sind in einem neuen Cochrane-Review verdeutlicht: Ein Nutzen lässt sich oft nicht nachweisen, wohl aber Risiken.
Testosteron bringt keinen Vorteil
Ob die Gabe von Testosteron als Gel, zum Einnehmen, als Pflaster oder als intramuskuläre Injektion bei Störungen der sexuellen Funktion hilft, wollten Forschende des Cochrane-Teams wissen. Sie prüften dafür 43 Studien mit insgesamt 11419 Männern ab 40 Jahren mit Erektionsstörungen und/oder verminderter Libido. Dabei fanden sie heraus: Testosteron hatte bestenfalls einen leichten, aber klinisch unbedeutenden Effekt gegenüber Placebo.
Weiterhin fiel den Forschenden auf: Alle Beobachtungen erstreckten sich auf einen Zeitraum von maximal zwölf Monaten. In der Realität wird Testosteron aber viel länger, nämlich über Jahre, angewendet. Während die Gabe von Testosteron über den Beobachtungszeitraum nicht häufiger zu tödlichen Herz-Kreislauf-Ereignissen führte, sieht das Team große Unsicherheiten bezüglich der Langzeitrisiken.
Testosteron-Ersatztherapie ist kein Anti-Aging
Eine Testosteron-Ersatztherapie ist in Deutschland nur bei klinisch und labordiagnostisch bestätigtem Hypogonadismus zugelassen. Darunter versteht man eine nachgewiesene Unterfunktion der Hoden, die verschiedene genetische oder organische Ursachen haben kann. Auch bei Geschlechtsangleichungen transidenter Männer kommt Testosteron zum Einsatz.
Als Anti-Aging-Mittel eignet sich Testosteron eindeutig nicht. Vor allem bei längerer Anwendung einer Testosteron-Ersatztherapie bestehen Risiken, besonders für kardiovaskuläre Ereignisse oder einer möglichen krebsfördernden Wirkung auf die Prostata.
Kritiker einer Testosteron-Ersatztherapie fürchten, dass normale, altersbedingte Veränderungen als behandlungsbedürftige Krankheiten aufgebauscht würden, um teure Testosteron-Produkte zu verkaufen. Dem männlichen Geschlechtshormon werden zahlreiche Wirkungen zugesprochen: von geringem Körperfettanteil und hoher Muskelmasse über gesteigertes sexuelles Verlangen bei Mann und Frau oder einer besseren Leistungsfähigkeit.
Das Internet ist voll von Tipps, wie man die Produktion von Testosteron natĂĽrlich anregen kann. Tatsache ist aber: FĂĽr die positive Wirkung einer Testosteron-Ersatztherapie fehlen eindeutige Belege.
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft












