Frauenbeine in einer Badewanne mit Schaumbad© coffeekai / iStock / Getty Images Plus
Ein Wellnessbad ist für die meisten Menschen in der Regel unbedenklich.

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BADEN UND GESUNDHEIT: WAS DEM KÖRPER WIRKLICH GUTTUT

Ob zum Stressabbau, bei Erkältung oder in der Schwangerschaft – ein warmes Bad tut Körper und Seele gut. Was es dabei für die Gesundheit beim Baden zu beachten gibt und welche Badezusätze Haut und Wohlbefinden fördern, erklären zwei Expertinnen.

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Für den einen frisst die Wanne im Badezimmer bloß wertvolle Quadratmeter Wohnraum. Für die andere ist es der „Balkon des Winters“. Gefühlt gibt es nur zwei Arten von Menschen: die, die das Baden lieben, und diejenigen, die dem Abtauchen im Schaum nichts abgewinnen können.

Letztere können jetzt mit dem Lesen aufhören. Für alle anderen klären eine Hautärztin und eine Kardiologin die wichtigsten Fragen rund um das Wellness Bad, damit es noch ein wenig gesünder und entspannender wird.

1. Ist Baden eigentlich gesund?

„Eindeutig ja“, sagt Professor Christiane Tiefenbacher, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung. Gesundheit beim Baden – das ist für sie kein Widerspruch, sondern eine klare Verbindung. „Baden entspannt, reduziert Stress und lässt einen zur Ruhe kommen.“

Das gilt allerdings nur für Bade-Enthusiasten. Denn Baden fällt vor allem in die Kategorie „Seelenmedizin“. Heißt: Wer ihm nichts abgewinnen kann, wird auch keinen positiven Effekt spüren.

Interessanter Nebenaspekt: Da Baden das Herz-Kreislauf-System beansprucht, werden je nach Temperatur und Dauer sogar ein paar Extrakalorien verbrannt. Der Effekt ist eher gering: „Als Diätmaßnahme eignet sich die Methode leider nicht“, sagt Tiefenbacher.

Viele steigen nur dann in die Wanne, wenn sie erkältet sind: Das Wellness Bad lässt den Infekt zwar nicht schneller verschwinden, kann aber die Symptome lindern – etwa durch ätherische Öle in Badezusätzen, die wieder besser durchatmen lassen. Auch hier zeigt sich: Gesundheit beim Baden kann Hand in Hand gehen.

2. Wer sollte besser auf Baden verzichten?

Gesunde Menschen können so heiß, so oft und so lange baden, wie sie es als angenehm empfinden, sagt Kardiologin Christiane Tiefenbacher. Ein Wellness Bad ist für die meisten unbedenklich.

Grundsätzlich sprechen nur wenige medizinische Gründe gegen ein Wannenvergnügen. „Anders als vor wenigen Jahren noch empfohlen, eignen Bäder sich auch für Menschen mit schwacher Herzleistung oder sehr niedrigem Blutdruck. Bei 37 Grad und 10 Minuten passiert in der Regel auch nichts.“

Für alle mit Herz-Kreislauf-Problemen oder Hauterkrankungen gilt jedoch: Es ist gut, Badepläne vorab mit Arzt oder Ärztin abzusprechen. Bei Neurodermitis und Co. können bestimmte Badezusätze der Haut sogar nachweislich Linderung verschaffen, so die Münchner Dermatologin Marion Moers-Carpi. Dazu später mehr.

Gesunde Menschen können so heiß, so oft und so lange baden, wie sie es als angenehm empfinden

3. Baden in der Schwangerschaft – worauf achten?

Baden in der Schwangerschaft ist ein sensibles Thema – kann aber sehr entlastend sein. Vor allem in den letzten Wochen ist das warme Wasser oft wohltuend, sagt Herz-Expertin Christiane Tiefenbacher. Wichtigste Regel für werdende Mütter: besser nur dann in die Wanne, wenn ein weiterer Erwachsener in der Nähe ist.

„Baden senkt den Blutdruck und erhöht gleichzeitig die Herzfrequenz. Das kann zu Schwindel und im unglücklichsten Fall zu Ohnmacht führen.“

Daher gibt sie auch den Tipp, sich vorsichtshalber heraushelfen zu lassen. Ein Blick auf den Badezusatz ist ebenfalls ratsam.

„Bestimmte ätherische Öle wie Kampfer oder Lavendel stehen im Verdacht, wehenfördernd zu wirken“,

sagt Christiane Tiefenbacher. Baden in der Schwangerschaft sollte daher mit einem neutralen Mittel erfolgen, um auf Nummer sicher zu gehen.

4. Die besten Badezusätze für die Haut

Lustige Schaumbäder, die viele aus der Kindheit kennen, sind für die Haut alles andere als spaßig. „Die darin enthaltenen Tenside trocknen im Winter zusätzlich aus“, sagt Hautärztin Moers-Carpi. Rückfettende Badezusätze für die Haut auf Basis von Mandel- oder Jojobaöl sind meist die richtige Wahl.

Es darf neben pflegenden Eigenschaften auch angenehm duften? „Pflanzliche Inhaltsstoffe wie Kamille, Ringelblume oder Baldrian empfehle ich gerne.“

Bei Neurodermitis oder Schuppenflechte setzt die Hautärztin auf medizinische Badezusätze für die Haut mit Eichenrinde oder Salz vom Toten Meer. „Sie lindern Juckreiz und machen die Haut zusätzlich angenehm geschmeidig.“

5. Warum werden Hände und Füße schrumpelig?

Nicht schön, aber sinnvoll: Durch ausgiebiges Baden quellen die oberen Hornschichten der Haut auf und werden faltig. In freier Wildbahn würde diese körperliche Reaktion dabei helfen, sich beim Aus-dem-Wasser-Ziehen besser festhalten zu können, so Marion Moers-Carpi.

Für zu Hause ist es das klare Signal: „Das Bad dauert zu lange. Jetzt aber raus“, sagt die Dermatologin. Auch im Wellness Bad gilt: weniger ist manchmal mehr.

6. Ein Gläschen Wein im Wellness Bad – geht das?

Wenn zum perfekten Wellness Bad ein Schluck Wein und ein paar Naschereien gehören, gibt es aus Sicht der Kardiologin Christiane Tiefenbacher keinen Grund, darauf zu verzichten. Eine Sache sollte man aber nicht unterschätzen:

Die berauschende Wirkung des Alkohols fällt im warmen Wasser stärker aus, sodass alles, was über ein Gläschen hinausgeht, schnell unangenehm werden kann.

Eingefleischte Bade-Fans wissen zum Glück meist, was ihnen guttut und wo ihre Grenzen sind.

7. Das perfekte Baderitual für Körper und Seele

Die Expertinnen raten zu diesem Ablauf für ein gesundes Wellness Bad:

  • Geben Sie in den frühen Abendstunden beziehungsweise nach getaner Arbeit ein Badeöl aus natürlichen Zutaten in 36 bis 38 Grad warmes Wasser. Versinken Sie mit einem tiefen Seufzer darin, schließen Sie die Augen und denken Sie möglichst an gar nichts.
  • Erheben Sie sich nach ungefähr 10, allerhöchstens 20 Minuten langsam und tupfen Sie die Haut mit einem weichen Handtuch ab.
  • Nach einer kurzen Ruhezeit den Körper mit einer Bodylotion auf Aloe-Vera- oder Urea-Basis eincremen, kuschelige Socken anziehen und ab unter die Decke. Ganz wichtig: Trinken nicht vergessen. Was Mahlzeiten oder Unterhaltung angeht, sollten Sie leichte Kost bevorzugen.
  • Und jetzt? Versuchen Sie, in diesem Entspannungsmodus zu bleiben. Wenn nichts weiter ansteht: Licht aus, Augen zu – und am nächsten Tag erholt aufwachen.

Das alles zeigt: Gesundheit beim Baden ist nicht nur ein Gefühl – mit der richtigen Vorbereitung, passenden Badezusätzen Haut und besonderer Achtsamkeit beim Baden in der Schwangerschaft, kann das Bad zur echten medizinischen Wohltat werden.

Quelle: dpa

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