Bacillus cereus
FRIED-RICE-SYNDROM: LEBENSMITTELVERGIFTUNG DURCH RESTE
Seite 1/1 4 Minuten
Der richtige Umgang mit Lebensmitteln ist nicht nur in Sachen ErnÀhrung wichtig. Wo Schimmel abgeschnitten werden darf, welche Lebensmittel roh gefÀhrlich sind und wie man Essen richtig einfriert; das alles gehört zu dem kleinen Lebensmittel-Einmaleins. Aber auch bei dem AufwÀrmen von Resten gilt: lieber Vorsicht als Nachsicht, wenn man das Fried-Rice-Syndrom oder eine Antibiotika-Behandlung vermeiden will.
Viele kennen die Situation: Es wurde zu viel zum Abendessen gekocht, die Reste bleiben auf dem Herd stehen oder kommen erst viel zu spĂ€t in den KĂŒhlschrank und werden am nĂ€chsten Tag wieder erwĂ€rmt. SchlieĂlich möchte man nichts wegschmeiĂen. Vor allem bei gekochten Nudeln und Reis kann das allerdings zu einer Lebensmittelvergiftung durch das Bakterium Bacillus cereus fĂŒhren: dem sogenannten Fried-Rice-Syndrom.
Definition: Was ist das Fried-Rice-Syndrom?
Das Fried-Rice-Syndrom ist eine Lebensmittelvergiftung, welche bei einer falschen Behandlung von Essensresten entstehen kann. Dabei sind vor allem stĂ€rkehaltige Lebensmittel wie Nudeln oder Reis gefĂ€hrlich. Reis gibt dem Fried-Rice-Syndrom seinen Namen (aus dem Englischen: Gebratener-Reis-Syndrom). Der Auslöser fĂŒr die Vergiftung ist das Bakterium Bacillus cereus.
Sporen des Bakteriums lassen sich in vielen Lebensmitteln sowie dem menschlichen Darm vorfinden. GrundsĂ€tzlich bilden diese keine Gefahr. Ein Risiko fĂŒr das Fried-Rice-Syndrom entsteht erst dann, wenn diese Sporen auskeimen und Toxine produzieren. Das passiert vor allem bei nicht gekĂŒhlten und wieder aufgewĂ€rmten Lebensmitteln. Sowohl die Sporen als auch manche der gebildeten Toxine sind extrem hitzebestĂ€ndig und ĂŒberstehen herkömmliche Kochprozesse. Der Verzehr von mit Bacillus cereus kontaminierten Speisen kann Magen-Darm-Beschwerden hervorrufen.
Welche Risiken gehen von Bacillus cereusaus?
Bacillus cereus und dessen Toxine verursachen in den meisten FĂ€llen leichte Magen-Darm-Beschwerden, also Symptome wie Durchfall und Erbrechen. Wenn sehr groĂe Mengen der Toxine aufgenommen werden oder sich der Erreger im ganzen Körper ausbreitet, kann es in absoluten AusnahmefĂ€llen zu LeberschĂ€den, Multiorganversagen und Blutvergiftungen durch das Fried-Rice-Syndrom kommen.
Fried-Rice-Syndrom: die Symptome erkennen
Das Fried-Rice-Syndrom tritt in zwei typischen Verlaufsformen auf, die sich in ihren Symptomen unterscheiden, der emetischen und der diarrhöischen Form. Bei der emetischen Form hat das Bakterium Bacillus cereus bereits Toxine in den Lebensmittelresten gebildet. Die ersten Symptome treten daher oft bereits nach 30 Minuten bis 6 Stunden auf. Bei der diarrhöischen Form zeigen sich die Symptome 6 bis 24 Stunden nach der Lebensmittelaufnahme, da die Toxine erst im DĂŒnndarm entstehen.
Zu den Symptomen der emetischen Form des Fried-Rice-Syndroms gehören Ăbelkeit und Erbrechen. Die diarrhöische Form wiederum fĂŒhrt zu Symptomen wie BauchkrĂ€mpfen und Durchfall. In der Regel klingen die Symptome des Fried-Rice-Syndroms nach 24 bis 48 Stunden von selbst ab.
Welche Behandlung gibt es fĂŒr Fried-Rice-Syndrom?
VerlĂ€uft das Fried-Rice-Syndroms derart leicht und unkompliziert, ist keine spezifische Behandlung erforderlich. Wichtig ist es, viel zu trinken, um den FlĂŒssigkeitsverlust auszugleichen. Bei SĂ€uglingen, Senior*innen und immungeschwĂ€chten Menschen sollten starkes Erbrechen oder Durchfall Ă€rztlich abklĂ€ren lassen.
Eine Antibiotika-Behandlung gegen Bacillus cereus ist erst notwendig, sollte sich das Bakterium im ganzen Körper ausgebreitet haben. Allerdings ist Bacillus cereus von Natur aus resistent gegen die meisten Penicilline und Standard-Cephalosporine. Bei schweren systemischen Infektionen gelten daher Carbapeneme wie Meropenem oder Imipenem, Vancomycin oder Aminoglykoside als Behandlung der ersten Wahl.
Beim Fried-Rice-Syndrom gilt also: Die beste Behandlung ist Vorbeugung.
Um eine Infektion mit Bacillus cereus zu vermeiden, sollten Lebensmittelreste:
â nach dem Kochen und AbkĂŒhlen so schnell wie möglich in den KĂŒhlschrank.
â maximal zwei bis drei Tage gekĂŒhlt bei Temperaturen unter sieben Grad gelagert werden.
â nur einmal wieder aufgewĂ€rmt werden, wobei eine Temperatur von mindestens 70 Grad erreicht werden sollte.
â beim Warmhalten eine Temperatur von mehr als 60 Grad an allen Stellen beibehalten.












