Frau legt Packung mit Lachs in ihren Supermarktwagen © sergeyryzhov / iStock / Getty Images Plus
Nur jedes vierte Fischprodukt im Supermarkt ist laut WWF uneingeschrÀnkt empfehlenswert.

WWF-Marktcheck

NACHHALTIGER FISCH: WIE GUT SIND DIE PRODUKTE IM SUPERMARKT?

Der WWF prĂŒft Fischtheken: Nur jedes vierte Produkt gilt als empfehlenswert, knapp ein Viertel steht auf der roten Liste. Steht nachhaltiger Fisch auf Ihrem Speiseplan?

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Die Entscheidung, wann wirklich nachhaltiger Fisch auf dem Teller landet, ist gar nicht so einfach. Oder haben Sie beim Einkauf tatsĂ€chlich den Fischratgeber im Kopf? Achten Sie auf Siegel fĂŒr nachhaltigen Fisch? Oder reichen Ihnen aufgedruckte Werbeversprechen Ă  la „aus kontrolliertem Fang“ oder „nachhaltigem Fang“?

Der WWF wollte wissen, wie ökologisch vertrÀglich das Angebot ist und ob wirklich nachhaltiger Fisch in deutschen Supermarkt-Theken liegt. Dazu bewertete die Naturschutzorganisation 1519 Produkte aus dem Fisch- und Seafood-Sortiment der bedeutendsten Handelsketten auf Basis der Verpackungsinfos.

Die Ergebnisse des Marktchecks:

  • „Es sind mehr zertifizierte Fischprodukte und weniger problematische Produkte als frĂŒher in den KĂŒhltruhen und Regalen verfĂŒgbar, was die Suche nach nachhaltigem Fisch erleichtert“, nennt Mark Heuer, Experte fĂŒr Fischerei und Seafood beim WWF Deutschland, ein positives Ergebnis.
  • Allerdings: Noch immer wird laut WWF Fisch angeboten, der nicht als nachhaltiger Fisch durchgeht, da er aus ĂŒberfischten BestĂ€nden stammt oder mit umweltbelastenden Methoden gefangen wird, die viel Beifang produzieren oder LebensrĂ€ume am Meeresboden zerstören. HĂ€ufig sei das bei Grundschleppnetzen der Fall.
  • Jedes vierte Produkt (27 %) ist empfehlenswert, wenn nachhaltiger Fisch gewĂŒnscht ist.
  • Knapp ein Viertel (22 %) der Seafood-Produkte steht auf der roten Liste.
  • Knapp die HĂ€lfte (51 %) sind aus Nachhaltigkeitsperspektive nur 2. Wahl, weil Fangregion oder -methode nicht optimal.

5 Produkte dominieren das Seafood-Sortiment

Mit Alaska-Seelachs, Hering, Makrele, Lachs und Garnelen dominieren fĂŒnf Fisch- und Seafood-Produkte das Sortiment.

Die Chance, dabei auf echten nachhaltigen Fisch mit gutem Gewissen zu treffen, ist laut Mark Heuer unterschiedlich.

Beispiele fĂŒr Makrele und Kabeljau

Makrelenprodukte stammten zu rund 92 Prozent aus Quellen, die der WWF als kritisch einstuft – hier ist nachhaltiger Fisch also selten. Rund drei Viertel der verfĂŒgbaren Kabeljau-Produkte stuft der WWF ebenfalls als kritisch ein.

Beispiele fĂŒr Sardelle, Hering und Seelachs

Jeweils die HĂ€lfte der Sardellen, Sardinen und Heringe sind empfehlenswert, weil sie aus unproblematischen Quellen stammen und somit als nachhaltiger Fisch gelten können. „Wer hĂ€ufig zu FischstĂ€bchen und Schlemmerfilet greift, wird wohl keine kritischen Produkte im Einkaufskorb haben“, sagt Heuer.

Denn der dafĂŒr verwendete Alaska-Seelachs sei in der Stichprobe nach dem WWF-Ampelsystem ausschließlich gelb oder grĂŒn bewertet. Beim Karpfen, der eine einwandfreie Umweltbilanz hat, war leider nur ein einziges Produkt in der Stichprobe vertreten.

Tipp des WWF fĂŒr den Einkauf

Gibt es Faustregeln fĂŒr Fischesser*innen, damit wirklich nachhaltiger Fisch im Korb landet? Der WWF nennt folgende: Verbreitete Zertifizierungen wie ASC und MSC bieten einen ersten Überblick und sichern Mindeststandards.

Doch es geht noch besser: „Wer sich an glaubwĂŒrdigen Zertifizierungen orientiert und gleichzeitig Fisch aus Grundschleppnetzfischerei meidet, trifft eine gute Wahl“, rĂ€t Mark Heuer.

Diese Kombination schließe das Gros der Fischprodukte von der roten Liste zuverlĂ€ssig aus.

Quelle: dpa

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