Ältere Frau hĂ€lt sich Miniventilator vor das Gesicht© Highwaystarz-Photography / iStock / Getty Images Plus
WÀhrend der Wechseljahre können sich verschiedene Symptome und Beschwerden, wie beispielsweise Hitzewallungen, zeigen.

Menopause

WECHSELJAHRE UND HORMONE: WANN EINE HORMONTHERAPIE WIRKLICH SINNVOLL IST

Was hilft wirklich gegen Hitzewallungen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen? In den Wechseljahren erleben viele Frauen extreme Symptome – von körperlichen Beschwerden bis zu psychischer Belastung. Eine Hormontherapie wĂ€hrend der Wechseljahre kann helfen, aber ist sie fĂŒr jede Frau sinnvoll?

Seite 1/1 2 Minuten

Seite 1/1 2 Minuten

Derzeit sind in Deutschland etwa neun Millionen Frauen in den Wechseljahren, wie es von der Deutschen Menopause Gesellschaft (DMG) heißt.

Viele von ihnen beschĂ€ftigen sich mit der Frage, ob eine Hormontherapie wĂ€hrend der Wechseljahre sinnvoll ist – vor allem bei stark ausgeprĂ€gten Symptomen der Wechseljahre.

Symptome Wechseljahre: individuell, vielfÀltig und oft unterschÀtzt

„Die meisten Frauen denken, dass sie noch keine Wechseljahressymptome haben, solange ihre Periode halbwegs pĂŒnktlich kommt“,

sagt DMG-PrĂ€sidentin Katrin Schaudig. Doch bereits erste ZyklusverĂ€nderungen, Stimmungsschwankungen oder Schlafstörungen können auf den Beginn der Wechseljahre hinweisen. Solche Symptome der Wechseljahre zeigen sich oft schon mit Ende 30 oder Anfang 40.

In jeder Phase der hormonellen Umstellung treten Wechseljahressymptome sehr unterschiedlich auf. Manche Frauen leiden stark, andere kaum. Besonders belastend sind anhaltende Hitzewallungen oder stĂ€ndige Schlafprobleme. Dann kann eine Hormontherapie wĂ€hrend der Wechseljahre hilfreich sein, um die LebensqualitĂ€t zu verbessern.

Östrogene wĂ€hrend der Wechseljahre: entscheidender Einfluss auf Beschwerden

Ein zentrales Thema in den Wechseljahren ist der RĂŒckgang der Östrogene. Der sinkende Östrogenspiegel verursacht viele der typischen Beschwerden, darunter Hitzewallungen, trockene SchleimhĂ€ute und Schlafstörungen. Gerade diese Östrogene wĂ€hrend der Wechseljahre stehen im Mittelpunkt der Behandlung mit einer Hormontherapie Wechseljahre.

„Wenn erhebliche Wechseljahressymptome vorhanden sind, ist mit pflanzlichen Mitteln aber nicht viel zu bewirken“,

betont Ortmann. In diesen FĂ€llen kann die gezielte Gabe von Östrogenen helfen, die Symptome wĂ€hrend der Wechseljahre zu lindern. Kombiniert mit Progesteron – zum Schutz der GebĂ€rmutterschleimhaut – ergibt sich eine effektive Hormontherapie.

Die transdermale Aufnahme von Östrogene wĂ€hrend der Wechseljahre – ĂŒber Pflaster, Gel oder Spray – hat den Vorteil, dass die Leber umgangen wird. Dies senkt das Risiko fĂŒr Thrombosen und SchlaganfĂ€lle. Deshalb bevorzugen viele FachĂ€rztinnen und FachĂ€rzte in  den Wechseljahren diese Form der Hormontherapie.

Bioidentische Hormone: natĂŒrlich gleich – aber nicht risikofrei

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass bioidentische Hormone harmloser seien als andere PrĂ€parate. Zwar entsprechen bioidentische Hormone strukturell den körpereigenen Östrogenen, doch auch sie können Risiken bergen – vor allem bei falscher Anwendung. Auch mit bioidentischen Hormonen ist eine Ă€rztlich ĂŒberwachte Hormontherapie wĂ€hrend der Wechseljahre unbedingt erforderlich.

Im Gegensatz dazu stehen equine Östrogene, die aus Stutenurin gewonnen werden. Diese unterscheiden sich strukturell, gelten aber bei gleichem Einnahmeweg als Ă€hnlich sicher oder riskant wie bioidentische Hormone. Auch hier ist entscheidend, wie die Hormontherapie innerhalb der Wechseljahre verabreicht wird – transdermal oder oral.

Langfristig kann eine individuell abgestimmte Hormontherapie die LebensqualitĂ€t wĂ€hrend der Wechseljahre verbessern, ohne dass schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten mĂŒssen – sofern Indikation, Dauer und Art der Hormone (einschließlich bioidentische Hormone) sorgfĂ€ltig gewĂ€hlt werden.

Quelle: dpa

×