Schutz
ZECKENSCHUTZ: 6 TIPPS GEGEN ZECKEN, BORRELIOSE UND FSME
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Mit den steigenden Temperaturen in Deutschland sind nicht nur wir Menschen vermehrt im GrĂŒnen unterwegs â auch Zecken sind aktiv. FĂŒr den richtigen Zeckenschutz ist es wichtig, die Gefahren zu kennen. Dem Robert Koch-Institut (RKI) sind dieses Jahr bislang 918 FĂ€lle von Lyme-Borreliose ĂŒbermittelt worden (Stand: 13. April). Die meisten davon in Bayern (202), gefolgt von Sachsen (177), Sachsen-Anhalt (164) und Brandenburg (160).
FĂ€lle von FrĂŒhsommer-Meningoenzephalitis (FSME) gab es dieses Jahr bislang elf, davon vier in Sachsen und vier in Baden-WĂŒrttemberg sowie jeweils einen in Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Vergangenes Jahr lagen die Zahlen auf einem Ă€hnlichen Niveau: Es wurden deutschlandweit im selben Zeitraum 951 Borreliose- und 12 FSME-FĂ€lle gemeldet. Wie gelingt ein effektiver Zeckenschutz vor den Tierchen und Krankheiten?
Tipp 1: Zeckenschutz durch Kleidung
Auch wenn viele diese Grusel-Vorstellung im Kopf haben: Zecken fallen nicht von BĂ€umen. Sie sitzen meist weniger als einen Meter hoch im Gras oder GebĂŒsch, so die Apothekerkammer Niedersachsen. Streifen wir an den Pflanzen entlang, können die Tiere den Weg auf unseren Körper finden. Ist das passiert, krabbeln sie in der Regel eine Weile herum, um eine ideale Einstichstelle zu finden.
Diese Suche kann man den Tieren vermiesen â indem man fĂŒr den optimalen Zeckenschutz den Ausflug ins GrĂŒne mit geschlossenen Schuhen und mit langen Ărmeln und Hosenbeinen antritt. Auch wenn es modisch fragwĂŒrdig ist: Insbesondere, wenn man im hohen Gras oder Unterholz unterwegs ist, gehören als Zeckenschutz die Hosenbeine in die Socken gesteckt, wie das Portal âKlima Mensch Gesundheitâ des Bundesinstituts fĂŒr Ăffentliche Gesundheit (BIĂG) rĂ€t.
Hilfreich fĂŒr den Zeckenschutz ist auch eine clevere Farbwahl: Auf hellen KleidungsstĂŒcken erkennt man krabbelnde Tierchen leichter, bevor man mĂŒhsam eine Zecke entfernen muss.
Tipp 2: Zeckenschutz auftragen
Durch Insektenschutzmittel mit den Wirkstoffen DEET und Icaridin können Outdoor-Fans nicht nur MĂŒcken fernhalten, sondern auch einen chemischen Zeckenschutz erzielen. Je nach Produkt sollte dieser Zeckenschutz nach zwei bis vier Stunden erneuert werden.
Mini-E-Learning: Zecken: Vorbeugen und Nachsorgen

Borreliose und FSME sind nicht die einzigen Krankheiten, die Zecken an Menschen ĂŒbertragen. Aber wie groĂ ist die Ansteckungsgefahr eigentlich wirklich? Hier lernen Sie, was Sie Ihren Kund*innen vorbeugend gegen Zeckenstiche empfehlen können und was, wenn es dann doch passiert ist.
Tipp 3: Beliebte Andockstellen am Körper absuchen
Nach einem Ausflug ins GrĂŒne ist zudem ein grĂŒndliches Absuchen angesagt, damit man rechtzeitig eine gefundene Zecke entfernen kann. Zecken mögen geschĂŒtzte, feuchte Körperstellen mit dĂŒnner Haut, wie die Apothekerkammer Niedersachsen erklĂ€rt. Dazu zĂ€hlen etwa auch Achselhöhlen, Bauchnabel, Genitalbereich und Kniekehlen.
Gut zu wissen: Bei Kindern stechen Zecken gern im Bereich von Kopf und Hals zu. Hier muss man besonders oft eine Zecke entfernen.
Tipp 4: Zecke schnellstmöglich entfernen
ĂbeltĂ€ter entdeckt? Dann ist rasches Handeln angesagt, und man sollte die Zecke entfernen. Denn je lĂ€nger die Zecke am Körper saugt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass erste Borreliose-Symptome auftreten, weil Bakterien im Körper hinterlassen wurden. Die Ăbertragung von FSME-Viren passiert hingegen direkt beim Stich. Panik muss aber nicht sein: LĂ€ngst nicht jede Zecke ist mit den Krankheitserregern infiziert.
Am besten kann man die Zecke entfernen mit einem Hilfsmittel wie einer Zeckenkarte oder -zange. Sind sie nicht zur Hand, tut es auch eine Pinzette â oder im Notfall die eigenen FingernĂ€gel, wenn man rasch die Zecke entfernen will. Womit man auch hantiert, um die Zecke zu entfernen: Die Zecke sollte dicht am Mundwerkzeug gefasst und vorsichtig senkrecht herausgezogen werden.
Tabu ist es, die Zecke zu quetschen oder sie mit Ăl oder Klebstoff zu betrĂ€ufeln. Beides kann dafĂŒr sorgen, dass mehr infektiöse KörperflĂŒssigkeiten in den eigenen Körper gelangen und sich spĂ€ter Borreliose-Symptome zeigen.
Zecken sind zunehmend das ganze Jahr aktiv:
Tipp 5: Einstichstelle im Blick behalten
Ist der Blutsauger entfernt, sollte man die Einstichstelle desinfizieren und fotografieren, rĂ€t die Apothekerkammer. Weiterer Tipp fĂŒr den Zeckenschutz: sich das Datum des Zeckenstichs notieren. In den Tagen und Wochen danach sollte man regelmĂ€Ăig checken: Gibt es HautverĂ€nderungen oder erste Borreliose-Symptome?
Eines der bekanntesten Symptome bei Borreliose ist nĂ€mlich eine kreisrunde Rötung, die sich immer weiter ausbreitet und einen Durchmesser von 20 Zentimetern erreichen kann. Mit solchen Borreliose-Symptomen sollte man unbedingt zum*zur Ărzt*in gehen. Das gilt auch bei grippeĂ€hnlichen Symptomen, Kopfschmerzen oder EntzĂŒndungen, rĂ€t das Portal âKlima Mensch Gesundheitâ.
Tipp 6: FSME-Impfung empfohlen
FSME kann eine EntzĂŒndung von Gehirn und HirnhĂ€uten verursachen. In einigen Regionen sind mehr Zecken damit infiziert als in anderen â das sind die sogenannten Risikogebiete. Wer in diesen Gebieten lebt oder seinen Urlaub verbringt und Zeckenstichen ausgesetzt sein könnte, dem empfiehlt die StĂ€ndige Impfkommission (Stiko) als Zeckenschutz eine FSME-Impfung.
Eine Impfung gegen FSME ist in Risikogebieten besonders wichtig.
Nach Angaben des BIĂG ergibt es auch jetzt zu Beginn der Zeckensaison noch Sinn, sich um eine FSME-Impfung zu kĂŒmmern. Bereits 14 Tage nach dem zweiten von drei Piksen der FSME-Impfung besteht bei den meisten ein Schutz, der fĂŒr die laufende Saison zunĂ€chst ausreicht. Daher ist die FSME-Impfung ein zentraler Baustein der Vorsorge.
Quelle: dpa












