Eine Frau sitzt am Strand auf ihrem Handtuch. Sie cremt sich den Oberschenkel ein, an ihr Bein ist eine Flasche Sonnencreme gelehnt.© Lightven/iStock/Getty Images Plus
Cremen statt sprühen, einziehen lassen statt sofort baden, zu Hause statt am See duschen – schon mit diesen Verhaltenstipps richtet Sonnencreme weniger Umweltschäden an.

Kritische UV-Filter

SONNENCREME UND DIE UMWELT: WORAUF SIE BEI DER EMPFEHLUNG ACHTEN SOLLTEN

Sonnencreme und Umwelt: Einige UV-Filter und Kunststoffe stehen im Verdacht, Gewässer und Korallen zu belasten. Wie schützt man Haut und Umwelt zugleich? Worauf Sie bei Inhaltsstoffen, mineralischen UV-Filtern und „korallenfreundlicher Sonnencreme“ achten sollten.

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Sonnencreme schützt unsere Haut, kann aber die Umwelt belasten. „Beim Baden im See oder Meer können Stoffe aus der Sonnencreme direkt in die Umwelt gelangen“, erklärt Luise Körner, Teamleiterin Chemikalienpolitik beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Damit Sonnencreme Umwelt und Haut gleichermaßen schützt, lohnt sich ein genauer Blick auf die Inhaltsstoffe. Denn einige UV-Filter und Kunststoffe stehen im Verdacht, Gewässer und Wasserorganismen zu belasten. Deshalb finden Sie hier Orientierung für die Empfehlung – und Tipps für Ihre Kund*innen für den Tag am See.

Welche Inhaltsstoffe in Sonnencreme sind kritisch – und warum?

Wenn Sonnencreme in die Umwelt gelangt, kann das Folgen haben, etwa weil Sonnencremes häufig Mikroplastik oder flüssige Kunststoffe enthalten.

„Diese bauen sich in der Umwelt nur sehr schwer ab und reichern sich in Gewässern, Böden und Organismen an.“

Wer auch mit Sonnencreme die Umwelt schonen möchte, sollte daher die Inhaltsstoffe prüfen. Und dann ist da noch die Sache mit den UV-Filtern. 32 Filter sind für Sonnenschutzmittel in der Europäischen Union zugelassen, heißt es vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).

Mineralische UV-Filter gelten als umweltfreundlicher

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von UV-Filtern: chemische und mineralische UV-Filter. „Chemische UV-Filter dringen in die Haut ein und wandeln UV-Strahlung in Wärme um, während mineralische Filter auf der Hautoberfläche bleiben und das Licht reflektieren“, ordnet Körner vom BUND ein.

Eine Art von Filter steht besonders im Blickpunkt von Umweltschützern. Denn: „Einige chemische UV-Filter stehen im Verdacht, Korallen und anderen Wasserorganismen zu schaden“, warnt die Expertin. Es besteht der Verdacht, dass sie hormonell wirken.

Mineralische UV-Filter gelten Körner zufolge als umweltfreundlichere Alternative. Beispiele sind Titandioxid (INCI: „Titanium Dioxide“) oder Zinkoxid (INCI: „Zinc Oxide“).

Wer beim Sonnencreme-Kauf die Umwelt berücksichtigen möchte, greift deshalb oft zu Produkten mit mineralischen UV-Filtern. Doch: Die Datenlage ist noch unvollständig, wie die Stiftung Warentest einordnet. Oft reichten bisher vorhandene Daten nicht aus, um wissenschaftlich fundierte Aussagen über die Umwelteigenschaften einzelner UV-Filter zu treffen.

Korallenfreundliche Sonnencreme kritisch prüfen

Wenn Ihre Kund*innen das möchten, können Sie gezielt Sonnencremes mit mineralischen UV-Filtern empfehlen. Sie bringen allerdings einen Nachteil mit sich: Beim Eincremen bleibt eine weißliche Schicht auf der Haut zurück.

Um das zu verhindern, setzen einige Kosmetikfirmen auf mineralische UV-Filter in Nano-Größe. Wie sich diese besonders winzigen Partikel auf die Umwelt auswirken, ist Körner zufolge nicht abschließend geklärt. Sie rät daher, darauf zu achten, dass in der Liste der Inhaltsstoffe nicht die Vorsilbe „nano“ auftaucht.

Apropos Inhaltsstoffe: Prüfen Sie bei der Empfehlung auch, ob eine Sonnencreme den chemischen UV-Filter DHHB (INCI: „Diethylamino Hydroxybenzoyl Hexyl Benzoate“) enthält. Cremes mit diesem UV-Filter können mit dem hormonell wirksamen Weichmacher DnHexP verunreinigt sein.

Einige Produkte werben außerdem mit dem Begriff korallenfreundliche Sonnencreme. Doch die Bezeichnung ist rechtlich nicht geschützt. „Meist bedeutet diese Angabe, dass auf bestimmte chemische UV-Filter wie Oxybenzon oder Octinoxat (INCI: „Ethylhexyl Methoxycinnamate“) verzichtet wurde. Diese UV-Filter sind als hormonelle Schadstoffe bekannt“, sagt Luise Körner.

Wer bei korallenfreundlicher Sonnencreme auf Nummer sicher gehen möchte, sollte trotzdem die Inhaltsstoffe prüfen. Denn auch korallenfreundliche Sonnencreme kann Mikroplastik oder andere problematische Stoffe enthalten. Und wer Mikroplastik in Sonnencreme vermeiden möchte, sollte auf Produkte ohne flüssige Kunststoffe achten.

Mikroplastik in Sonnencreme: So gelangt weniger davon in den See

Egal, mit welcher Sonnencreme man sich eingeschmiert hat: Am besten achtet man darauf, dass möglichst wenig davon in die Umwelt – also ins Badegewässer oder auf den Boden – gelangt. Gerade beim Schutz der Umwelt vor Sonnencreme kommt es auch auf das eigene Verhalten an.

So ist es eine schlechte Idee, direkt nach dem Eincremen in den See zu springen – besser einziehen lassen.

Weiterer Tipp: „Cremes und Sticks sind die bessere Wahl, denn bei Produkten zum Aufsprühen gelangt bereits beim Auftragen ein Teil des Produktes in die Umwelt“, rät Luise Körner.

Eine weitere Strategie ist, sich mit Kleidung vor der Sonne zu schützen und gerade in der Mittagszeit die Sonne zu meiden – das spart Sonnencreme. Ebenfalls sinnvoll: sich nicht an der Badestelle abduschen, sondern zu Hause.

Quelle: dpa

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