Citrat vs. Oxid
MAGNESIUM-MYTHEN IM CHECK: NUTZEN, RISIKEN, HÄUFIGE IRRTÜMER
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Viele Menschen hoffen, mit der gezielten Einnahme von Magnesium einem Mangel entgegenwirken oder die eigene Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit erhöhen zu können. Richtig ist, dass bestimmte Krankheiten tatsächlich eine Unterversorgung mit dem Mineralstoff auslösen können und dass in diesen Fällen eine zusätzliche Magnesiumzufuhr empfehlenswert sein kann.
Dennoch sollten sich Kund*innen in der Apotheke vor Ort erkundigen, ob sie wirklich einen Bedarf an zusätzlichem Magnesium haben könnten, betont die Apothekerkammer Niedersachsen. Denn auch ein Überschuss an Magnesium kann zu unerwünschten Folgen führen und sollte vermieden werden. Wer sich gesund ernährt, braucht oftmals keine Nahrungsergänzung. Worauf sollten PTA in der Beratung achten?
Magnesium: Mangel ist die Ausnahme
Der Mineralstoff Magnesium ist für den Menschen lebensnotwendig und zum Beispiel Bestandteil des Skeletts samt Zähnen. Darüber hinaus benötigt der Körper Magnesium für das Funktionieren von Nerven und Muskeln, den Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel sowie die Energiebereitstellung.
Laut Bundesinstitut für Risikobewertung sollten in der Regel täglich nicht mehr als 250 Milligramm als Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden. Die Verbraucherzentrale weist zudem darauf hin, dass in Deutschland keine allgemeine Unterversorgung mit Magnesium besteht.
Vor allem nicht bei Personen, die sich pflanzenbasiert und ballaststoffreich ernähren. So sind zum Beispiel Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Körner und Nüsse besonders reich an Magnesium.
Krankheiten können Magnesiummangel begünstigen
Ein Magnesiummangel kann allerdings bei einigen Krankheiten oder bei der Einnahme bestimmter Arzneimittel auftreten. Hierzu gehören Erkrankungen des Verdauungsapparates wie chronisch entzündliche Darmerkrankungen oder auch ein Mangel an Gallensäure. Sie können phasenweise die Verwertung von Nährstoffen verschlechtern.
Diuretika, Herzerkrankungen wie Herzrhythmusstörungen oder der Missbrauch von Abführmitteln können die Ausscheidung von Magnesium erhöhen und so einen Magnesiummangel auslösen. Protonenpumpenhemmer wie Omeprazol und Pantoprazol können die Magnesiumaufnahme hemmen. Sogar starkes Schwitzen kann zu einem Magnesiummangel führen.
Am häufigsten tritt Magnesiummangel bei chronischem Alkoholmissbrauch auf. Grundsätzlich sollte bei einem bestehenden Mangel vollständig auf Alkohol verzichtet werden.
Bluttests selten aussagekräftig
Ein Magnesiummangel kann nicht eindeutig durch Bluttests nachgewiesen werden. Nur ein kleiner Teil des im Körper aktiven Magnesiums ist im Blutserum gelöst, sodass lediglich bei sehr niedrigen Werten von einem Mangel auszugehen ist.
Sind Nahrungsergänzungsmittel überhaupt sinnvoll?
Magnesium als Citrat? Glycinat? Oxid? Entscheidend ist die Menge!
Magnesium steht in Nahrungsergänzungsmitteln in verschiedenen Verbindungen zur Verfügung:
- als anorganische Verbindung in Form von Magnesium-Oxid, -Chlorid und -Carbonat
- als organische Verbindung wie Magnesium-Citrat, -Lactat, -Gluconat und -Gisglycinat
Aktuell gibt es einen regelrechten Hype um die organischen Verbindungen. Dass Magnesium als Citrat am besten verwertbar sei, ist jedoch ein Gerücht. Es ist nicht entscheidend, welche Variante Ihre Kund*innen einnehmen. Die unterschiedlichen Aufnahmewege spielen für die Wirksamkeit nur eine untergeordnete Rolle.
Die gesundheitliche Wirkung ist ausschließlich auf den vom Körper aufgenommenen Magnesiumanteil zurückzuführen und lässt sich bei ausreichend hoher Dosierung mit jeder Variante erzielen, ob nun als Oxid oder Citrat.
Entscheidend ist daher nur die angegebene Menge an Magnesium, nicht die Gesamtmenge des eingesetzten Magnesiumsalzes.
Wie sollte Magnesium eingenommen werden?
Der Körper nimmt stets nur einen Teil des zugeführten Magnesiums auf. Aus welcher Quelle das Magnesium stammt, also zum Beispiel aus Lebens-, Nahrungsergänzungs- oder Arzneimitteln, ist dabei egal. Wer einen Magnesiummangel gezielt ausgleichen möchte, benötigt mindestens einige Wochen.
Sinnvoll ist zudem, die Gesamtmenge auf mehrere kleine Portionen pro Tag aufzuteilen. Dies ist effektiver als eine einmalige hohe tägliche Dosis.
Auch ein Zuviel kann unerwünschte Folgen haben
Nebenwirkungen können dann auftreten, wenn die Magnesiumzufuhr den Bedarf übersteigt. Da der Magnesiumgehalt in Lebensmitteln niedriger ist als in Nahrungsergänzungs- oder Arzneimitteln, ist das Risiko einer Überdosierung durch Nahrungsaufnahme geringer, durch Nahrungsergänzungsmittel höher.
Wer keinen Magnesiummangel oder erhöhten Bedarf hat und dennoch Ergänzungsmittel einnimmt, kann Nebenwirkungen wie Durchfall entwickeln. Dasselbe gilt, wenn Personen mit tatsächlichem Bedarf eine zu hohe Menge auf einmal einnehmen.
Ein Überschuss an Magnesium kann außerdem die Aufnahme anderer Mineralstoffe wie Eisen, Zink oder Calcium beeinträchtigen. Ebenso kann die Aufnahme von bestimmten Antibiotika vermindert sein, weshalb ein zeitlicher Abstand von mindestens zwei Stunden zwischen der Einnahme des Antibiotikums und des Magnesiums empfohlen wird.
Personen mit Herz- oder Nierenerkrankungen, die beispielsweise Diuretika, Herzglycoside, Calciumkanalblocker oder Antiarrhythmika einnehmen, sollten eine zusätzliche Magnesiumzufuhr stets abklären. Eine Überdosierung kann in diesen Fällen zu Muskelschwäche, Blutdruckabfall oder Herzrhythmusstörungen führen und potenziell lebensbedrohlich sein.
Bei bestimmten Therapien ist die Kontrolle der Blutelektrolyte sehr wichtig. Der unregelmäßige Konsum von Magnesium kann die Beurteilung der Testwerte erheblich beeinträchtigen.
Quelle: „Zwischen Bedarf und Übberversorgung. Magnesium im Check: Nutzen, Risiken und häufige Irrtümer“, Presse-Information der Apothekerkammer Niedersachsen, 14. April 2026.












