Kollagen-Pulver und Kapseln auf goldenem Löffel auf rosa Hintergrund© Yulia Lisitsa / iStock / Getty Images Plus
Der Kollagen-Hype ist vor allem cleveres Marketing. Wissenschaftliche Belege fĂŒr eine spĂŒrbare Anti-Aging-Wirkung auf Haut oder Gelenke durch Pulver oder Kapseln sind dĂŒnn.

Schönheitsmittel

KOLLAGEN ZUM EINNEHMEN: WAS IST DRAN AM HYPE?

Kollagen als Pulver, Kapseln oder Drink boomt. Es gilt als Schönheitsmittel von innen und soll gegen Knorpelabbau helfen. Was ist dran an dem vermeintlichen Wundermittel und worauf sollte man achten?

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Kollagen ist ein körpereigenes Strukturprotein, es verleiht Haut, Knorpel und Bindegewebe StabilitĂ€t. Ab 25 Jahren lĂ€sst die Produktion bei Menschen nach, was sich in der Haut und im Knorpel bemerkbar macht. Kollagen als NahrungsergĂ€nzung soll dem entgegenwirken. Die Produktvielfalt ist schier unendlich.

Studien dazu, ob Kollagen ĂŒberhaupt die gewĂŒnschte Wirkung besitzt, finanziert oft die Industrie. Wie belastbar sind die Belege?

Markt fĂŒr Kollagen ist unĂŒbersichtlich

Kollagen ist buchstĂ€blich ĂŒberall: in Supermarkt- und Drogerieregalen und in zahllosen Shops im Internet. Die Industrie verarbeitet tierisches Kollagen aus Rind, Schwein oder Fisch und hydrolysiert es fĂŒr eine bessere Aufnahme im Darm. So entstehen kleinere Peptide.

Achtung! Pflanzliches Kollagen existiert nicht, Produkte mit dieser Bezeichnung enthalten meist Vitamine und AminosÀuren, die die körpereigene Produktion anregen sollen.

Viele Werbeversprechen der Kollagen-Produkte sind unzulĂ€ssig, die Verbraucherzentrale Bayern mahnte deshalb auch schon einen Hersteller ab. Das Gute: Die meisten NahrungsergĂ€nzungen mit Kollagen sind gut vertrĂ€glich, lediglich gelegentlich treten gastrointestinale Beschwerden auf.

Personen, die allergisch auf Fisch oder Schwein reagieren, sollten allerdings einen Bogen um Kollagen zum Einnehmen machen. Wer besonders empfindlich ist, achtet am besten auf eine möglichst kurze Zutatenliste und verzichtet auf weitere ZusĂ€tze wie Biotin, Zink oder Pfefferextrakt. Schwangere und Stillende sollten vor der Anwendung Ă€rztlichen Rat einholen.

Hat Kollagen ĂŒberhaupt eine Wirkung?

Studien zu Kollagen und seiner Wirkung finanziert meist die Industrie selbst oder sie weisen methodische SchwĂ€chen auf. Große, unabhĂ€ngige Untersuchungen fehlen. Die Verbraucherzentrale Bayern sieht in einigen kleineren Studien Hinweise fĂŒr eine leichte Verbesserung der HautelastizitĂ€t und Faltentiefe, aber:

„ob diese kleinsten VerĂ€nderungen mit dem Auge wahrgenommen werden beziehungsweise zu einer „jĂŒngeren“ Ausstrahlung fĂŒhren, ist Ă€ußerst fraglich“.

Bei Arthrose fehlen belastbare Belege, dass Kollagen eine positive Wirkung auf den Verlauf besitzt. In sehr frĂŒhen Stadien und bei sportlichen Menschen kann es bestenfalls ein wenig unterstĂŒtzen.

Die HautĂ€rztin Dr. Yael Adler, bekannt aus den Medien und zahlreichen SachbĂŒchern, sieht fĂŒr Kollagen einige positive Wirkungen, aber: „Zauberei ist nicht möglich, wenn etwas baumelt, wird das dadurch nicht wieder gestrafft.“ Die Hautdurchfeuchtung erhöhe sich durch Kollagen zum Einnehmen leicht, sodass weniger Knitterfalten entstĂŒnden. Außerdem verbessere sich das Haarwachstum.

Wichtiger als die Einnahme von Kollagen ist eine eiweißreiche ErnĂ€hrung mit Fleisch, Fisch und HĂŒlsenfrĂŒchten. Vitamin C, Zink und Kupfer spielen eine Rolle bei der körpereigenen Kollagen-Produktion.

Dr. Adler empfiehlt außerdem tĂ€glich ein Glas KnochenbrĂŒhe. Diese wird durch stundenlanges Auskochen von Rinderknochen gewonnen und enthĂ€lt Kollagen und HyaluronsĂ€ure. Wenn es doch ein Kollagen zum Einnehmen sein soll, kommt es auf QualitĂ€t an und darauf, möglichst auf Begleitstoffe zu verzichten. Wunder wirkt es aber nicht.

Quelle:
https://www.br.de/nachrichten/wissen/kollagen-einnehmen-ergaenzen-wie-sinnvoll-wofuer,Uoe2c1J

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