Schönheitsmittel
KOLLAGEN ZUM EINNEHMEN: WAS IST DRAN AM HYPE?
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Kollagen ist ein körpereigenes Strukturprotein, es verleiht Haut, Knorpel und Bindegewebe StabilitÀt. Ab 25 Jahren lÀsst die Produktion bei Menschen nach, was sich in der Haut und im Knorpel bemerkbar macht. Kollagen als NahrungsergÀnzung soll dem entgegenwirken. Die Produktvielfalt ist schier unendlich.
Studien dazu, ob Kollagen ĂŒberhaupt die gewĂŒnschte Wirkung besitzt, finanziert oft die Industrie. Wie belastbar sind die Belege?
Markt fĂŒr Kollagen ist unĂŒbersichtlich
Kollagen ist buchstĂ€blich ĂŒberall: in Supermarkt- und Drogerieregalen und in zahllosen Shops im Internet. Die Industrie verarbeitet tierisches Kollagen aus Rind, Schwein oder Fisch und hydrolysiert es fĂŒr eine bessere Aufnahme im Darm. So entstehen kleinere Peptide.
Achtung! Pflanzliches Kollagen existiert nicht, Produkte mit dieser Bezeichnung enthalten meist Vitamine und AminosÀuren, die die körpereigene Produktion anregen sollen.
Viele Werbeversprechen der Kollagen-Produkte sind unzulÀssig, die Verbraucherzentrale Bayern mahnte deshalb auch schon einen Hersteller ab. Das Gute: Die meisten NahrungsergÀnzungen mit Kollagen sind gut vertrÀglich, lediglich gelegentlich treten gastrointestinale Beschwerden auf.
Personen, die allergisch auf Fisch oder Schwein reagieren, sollten allerdings einen Bogen um Kollagen zum Einnehmen machen. Wer besonders empfindlich ist, achtet am besten auf eine möglichst kurze Zutatenliste und verzichtet auf weitere ZusÀtze wie Biotin, Zink oder Pfefferextrakt. Schwangere und Stillende sollten vor der Anwendung Àrztlichen Rat einholen.
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Hat Kollagen ĂŒberhaupt eine Wirkung?
Studien zu Kollagen und seiner Wirkung finanziert meist die Industrie selbst oder sie weisen methodische SchwĂ€chen auf. GroĂe, unabhĂ€ngige Untersuchungen fehlen. Die Verbraucherzentrale Bayern sieht in einigen kleineren Studien Hinweise fĂŒr eine leichte Verbesserung der HautelastizitĂ€t und Faltentiefe, aber:
âob diese kleinsten VerĂ€nderungen mit dem Auge wahrgenommen werden beziehungsweise zu einer âjĂŒngerenâ Ausstrahlung fĂŒhren, ist Ă€uĂerst fraglichâ.
Bei Arthrose fehlen belastbare Belege, dass Kollagen eine positive Wirkung auf den Verlauf besitzt. In sehr frĂŒhen Stadien und bei sportlichen Menschen kann es bestenfalls ein wenig unterstĂŒtzen.
Die HautĂ€rztin Dr. Yael Adler, bekannt aus den Medien und zahlreichen SachbĂŒchern, sieht fĂŒr Kollagen einige positive Wirkungen, aber: âZauberei ist nicht möglich, wenn etwas baumelt, wird das dadurch nicht wieder gestrafft.â Die Hautdurchfeuchtung erhöhe sich durch Kollagen zum Einnehmen leicht, sodass weniger Knitterfalten entstĂŒnden. AuĂerdem verbessere sich das Haarwachstum.
Wichtiger als die Einnahme von Kollagen ist eine eiweiĂreiche ErnĂ€hrung mit Fleisch, Fisch und HĂŒlsenfrĂŒchten. Vitamin C, Zink und Kupfer spielen eine Rolle bei der körpereigenen Kollagen-Produktion.
Dr. Adler empfiehlt auĂerdem tĂ€glich ein Glas KnochenbrĂŒhe. Diese wird durch stundenlanges Auskochen von Rinderknochen gewonnen und enthĂ€lt Kollagen und HyaluronsĂ€ure. Wenn es doch ein Kollagen zum Einnehmen sein soll, kommt es auf QualitĂ€t an und darauf, möglichst auf Begleitstoffe zu verzichten. Wunder wirkt es aber nicht.
Quelle:
https://www.br.de/nachrichten/wissen/kollagen-einnehmen-ergaenzen-wie-sinnvoll-wofuer,Uoe2c1J












