Prävention
PARKINSON-MEDIKAMENT KANN EISENMANGEL AUSLĂ–SEN
Seite 1/1 3 Minuten
Aktuelle Forschung der Universität Wien hat ergeben: Ein häufig eingesetztes Parkinson-Medikament kann das Darmmikrobiom verändern. Wichtige Darmbakterien geraten aus dem Gleichgewicht. Gleichzeitig vermehren sich unerwünschte Keime im Darm stärker. Der Grund könnte ein niedriger Eisenwert sein.
Denn Forschende beobachteten außerdem veränderte Eisenwerte bei Betroffenen im Zusammenhang mit der Parkinson-Therapie. Das zeigt, wie eng Medikamente, Darm und Stoffwechsel verbunden sind. Besonders spannend sind die möglichen Nebenwirkungen bei Parkinson-Medikamenten und dem Darmmikrobiom. Künftig könnten PTA deshalb stärker in der Beratung darauf achten, das Darmmikrobiom zu schützen und Symptome bei Eisenmangel früh zu erkennen.
Parkinson: Neue Erkenntnisse zu Medikamenten, Eisenwerten und Darmgesundheit
Die Parkinson-Erkrankung gehört zu den häufigsten neurologischen Bewegungsstörungen. Typisch sind Zittern, verlangsamte Bewegungen und Muskelsteifheit. Die Behandlung richtet sich nach Beschwerden und Krankheitsverlauf. Häufig kommen verschiedene Parkinson-Medikamente zum Einsatz. Sie gleichen den Dopaminmangel im Gehirn aus.
Auch die Versorgung mit Nährstoffen kann den Krankheitsverlauf zusätzlich verbessern. Dabei rücken Eisenwerte und das Darmmikrobiom zunehmend in den Vordergrund. Ergebnisse der Uniklinik Freiburg zeigen positive Erkenntnisse. Sie weisen darauf hin, wie wichtig eine individuell angepasste Therapie und begleitende Prävention bei Parkinson sind.
Eisenmangel bei EntzĂĽndungen: Diagnose oft schwieriger ist als gedacht
Eisenmangel zählt zu den häufigsten Ursachen einer Anämie. Gleichzeitig können Entzündungen die Diagnose eines Eisenmangels erschweren. Genau deshalb sollten auch die Eisenwerte bei Parkinson-Betroffenen sorgfältig beurteilt werden. Denn Entzündungen verändern häufig wichtige Laborwerte und verdecken einen bestehenden Eisenmangel. Für die Diagnose werden deshalb mehrere Eisenwerte gemeinsam betrachtet – dazu gehören unter anderem Ferritin und die Transferrinsättigung. Besonders bei Parkinson-Medikamenten könnte Eisenmangel der Grund für eine Entzündung oder starke Nebenwirkungen sein.
Untersuchung von Eisenwerten: Wie das Darmmikrobiom von Parkinson-Medikament beeinflusst wird
Die Universität Wien hat den Zusammenhang genauer untersucht. Die Forschenden testeten, wie sich die Medikamente Entacapon und Loxapin auf Stuhlproben gesunder Menschen auswirken. Sie untersuchten dazu mit modernen molekularen Verfahren und bildgebenden Techniken, wie und auf welche Darmbakterien sich die Medikamente auswirken. Dafür nutzten sie unter anderem die Aktivitätsmessung mit schwerem Wasser sowie die Stimulierte Raman-Spektroskopie (SRS), um einzelne Bakterien genauer sichtbar zu machen.
Beide Parkinson-Medikamente, besonders aber Entacapon, verursachen offenbar Eisenmangel durch die verringerte Aufnahme von Eisen im Darm. Das Gleichgewicht wichtiger nützlicher Darmbakterien gerät aus der Balance. Viele nützliche Bakterien wurden gehemmt, während sich Escherichia coli deutlich vermehren konnte.
Parkinson und Darmmikrobiom: Warum sich E. coli stärker vermehrt
Unter dem Einfluss von Entacapon vermehrte sich Escherichia coli besonders stark. Forschende fanden heraus, dass diese Bakterien Eisen deutlich effizienter aufnehmen können. Und der Eisenmangel konnte besser ausgeglichen werden. Sie vermehren sich ungestört weiter, während andere nützliche Bakterien gehemmt werden. Genau dieser Effekt könnte das Darmmikrobiom beim Parkinson-Medikament verändern.
Die Studie zeigt, wie empfindlich das Gleichgewicht des Darmmikrobioms auf Parkinson-Medikamente reagiert. Gleichzeitig wird deutlich, wie eng Parkinson, Eisenwerte und Darmgesundheit zusammenhängen.
Eisenmangel durch Parkinson-Medikamente in der Beratung
Auffällige Eisenwerte bei der Einnahme von Parkinson-Medikamenten können Hinweise auf einen bestehenden Eisenmangel sein. Oft sehen Betroffene fahl und blass aus oder fühlen sich antriebslos. Regelmäßige Kontrollen der Eisenwerte können helfen. Ein Eisenmangel wird bei Einnahme des Parkinson-Medikaments dadurch frühzeitig erkannt.
Eisenmangel ausgelöst durch Parkinson-Medikamente kann die Lebensqualität Betroffener beeinträchtigen. Sie sollten Kund*innen darauf hinweisen, Rücksprache mit dem behandelnden Arzt oder der Ärztin zu halten. Eine Ergänzung mit Eisen in Form von Tabletten oder Lösung kann sinnvoll sein.
Eine ausgewogene Ernährung wird zusätzlich gerne empfohlen. Eisenreiche Lebensmittel können Eisenmangel vorbeugen. Eine individuelle Beratung unterstützt Betroffene im Umgang mit Parkinson-Medikamenten.
Quellen:
https://idw-online.de/de/news843358
https://www.laekh.de/heftarchiv/ausgabe/artikel/2022/april-2022/Eisenmangel-bei-anaemie-und-entzuendung-diagnose-und-therapie
https://www.uniklinik-freiburg.de/neurologie/behandlung/bewegungsstoerungen/Parkinson.html












