Auf einer Hand in blauen Nitrilhandschuhen steht der Umriss eines Menschen, in dem Gehirn und Darm hervorgehoben sind und in Wechselwirkung stehen.© Pakorn Supajitsoontorn/iStock/Getty Images Plus
Arzneimittel gegen Parkinson gleichen den Dopaminmangel im Gehirn aus, aber sie beeinflussen auch das Darmmikrobiom.

PrÀvention

PARKINSON-MEDIKAMENT KANN EISENMANGEL AUSLÖSEN

Parkinson-Medikamente können durch Eisenmangel das Darmmikrobiom beeinflussen. Dadurch verĂ€ndern sich wichtige Darmbakterien. Wenn PTA in der Beratung die Eisenwerte stĂ€rker in den Blick rĂŒcken, ist das fĂŒr die PrĂ€vention wertvoll.

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Aktuelle Forschung der UniversitĂ€t Wien hat ergeben: Ein hĂ€ufig eingesetztes Parkinson-Medikament kann das Darmmikrobiom verĂ€ndern. Wichtige Darmbakterien geraten aus dem Gleichgewicht. Gleichzeitig vermehren sich unerwĂŒnschte Keime im Darm stĂ€rker. Der Grund könnte ein niedriger Eisenwert sein.

Denn Forschende beobachteten außerdem verĂ€nderte Eisenwerte bei Betroffenen im Zusammenhang mit der Parkinson-Therapie. Das zeigt, wie eng Medikamente, Darm und Stoffwechsel verbunden sind. Besonders spannend sind die möglichen Nebenwirkungen bei Parkinson-Medikamenten und dem Darmmikrobiom. KĂŒnftig könnten PTA deshalb stĂ€rker in der Beratung darauf achten, das Darmmikrobiom zu schĂŒtzen und Symptome bei Eisenmangel frĂŒh zu erkennen.

Parkinson: Neue Erkenntnisse zu Medikamenten, Eisenwerten und Darmgesundheit

Die Parkinson-Erkrankung gehört zu den hÀufigsten neurologischen Bewegungsstörungen. Typisch sind Zittern, verlangsamte Bewegungen und Muskelsteifheit. Die Behandlung richtet sich nach Beschwerden und Krankheitsverlauf. HÀufig kommen verschiedene Parkinson-Medikamente zum Einsatz. Sie gleichen den Dopaminmangel im Gehirn aus.

Auch die Versorgung mit NĂ€hrstoffen kann den Krankheitsverlauf zusĂ€tzlich verbessern. Dabei rĂŒcken Eisenwerte und das Darmmikrobiom zunehmend in den Vordergrund. Ergebnisse der Uniklinik Freiburg zeigen positive Erkenntnisse. Sie weisen darauf hin, wie wichtig eine individuell angepasste Therapie und begleitende PrĂ€vention bei Parkinson sind.

Eisenmangel bei EntzĂŒndungen: Diagnose oft schwieriger ist als gedacht

Eisenmangel zĂ€hlt zu den hĂ€ufigsten Ursachen einer AnĂ€mie. Gleichzeitig können EntzĂŒndungen die Diagnose eines Eisenmangels erschweren. Genau deshalb sollten auch die Eisenwerte bei Parkinson-Betroffenen sorgfĂ€ltig beurteilt werden. Denn EntzĂŒndungen verĂ€ndern hĂ€ufig wichtige Laborwerte und verdecken einen bestehenden Eisenmangel. FĂŒr die Diagnose werden deshalb mehrere Eisenwerte gemeinsam betrachtet – dazu gehören unter anderem Ferritin und die TransferrinsĂ€ttigung. Besonders bei Parkinson-Medikamenten könnte Eisenmangel der Grund fĂŒr eine EntzĂŒndung oder starke Nebenwirkungen sein.

Untersuchung von Eisenwerten: Wie das Darmmikrobiom von Parkinson-Medikament beeinflusst wird

Die UniversitĂ€t Wien hat den Zusammenhang genauer untersucht. Die Forschenden testeten, wie sich die Medikamente Entacapon und Loxapin auf Stuhlproben gesunder Menschen auswirken. Sie untersuchten dazu mit modernen molekularen Verfahren und bildgebenden Techniken, wie und auf welche Darmbakterien sich die Medikamente auswirken. DafĂŒr nutzten sie unter anderem die AktivitĂ€tsmessung mit schwerem Wasser sowie die Stimulierte Raman-Spektroskopie (SRS), um einzelne Bakterien genauer sichtbar zu machen.

Beide Parkinson-Medikamente, besonders aber Entacapon, verursachen offenbar Eisenmangel durch die verringerte Aufnahme von Eisen im Darm. Das Gleichgewicht wichtiger nĂŒtzlicher Darmbakterien gerĂ€t aus der Balance. Viele nĂŒtzliche Bakterien wurden gehemmt, wĂ€hrend sich Escherichia coli deutlich vermehren konnte.

Parkinson und Darmmikrobiom: Warum sich E. coli stÀrker vermehrt

Unter dem Einfluss von Entacapon vermehrte sich Escherichia coli besonders stark. Forschende fanden heraus, dass diese Bakterien Eisen deutlich effizienter aufnehmen können. Und der Eisenmangel konnte besser ausgeglichen werden. Sie vermehren sich ungestört weiter, wĂ€hrend andere nĂŒtzliche Bakterien gehemmt werden. Genau dieser Effekt könnte das Darmmikrobiom beim Parkinson-Medikament verĂ€ndern.

Die Studie zeigt, wie empfindlich das Gleichgewicht des Darmmikrobioms auf Parkinson-Medikamente reagiert. Gleichzeitig wird deutlich, wie eng Parkinson, Eisenwerte und Darmgesundheit zusammenhÀngen.

Eisenmangel durch Parkinson-Medikamente in der Beratung

AuffĂ€llige Eisenwerte bei der Einnahme von Parkinson-Medikamenten können Hinweise auf einen bestehenden Eisenmangel sein. Oft sehen Betroffene fahl und blass aus oder fĂŒhlen sich antriebslos. RegelmĂ€ĂŸige Kontrollen der Eisenwerte können helfen. Ein Eisenmangel wird bei Einnahme des Parkinson-Medikaments dadurch frĂŒhzeitig erkannt.

Eisenmangel ausgelöst durch Parkinson-Medikamente kann die LebensqualitĂ€t Betroffener beeintrĂ€chtigen. Sie sollten Kund*innen darauf hinweisen, RĂŒcksprache mit dem behandelnden Arzt oder der Ärztin zu halten. Eine ErgĂ€nzung mit Eisen in Form von Tabletten oder Lösung kann sinnvoll sein.

Eine ausgewogene ErnĂ€hrung wird zusĂ€tzlich gerne empfohlen. Eisenreiche Lebensmittel können Eisenmangel vorbeugen. Eine individuelle Beratung unterstĂŒtzt Betroffene im Umgang mit Parkinson-Medikamenten.

Quellen:
https://idw-online.de/de/news843358
https://www.laekh.de/heftarchiv/ausgabe/artikel/2022/april-2022/Eisenmangel-bei-anaemie-und-entzuendung-diagnose-und-therapie
https://www.uniklinik-freiburg.de/neurologie/behandlung/bewegungsstoerungen/Parkinson.html

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