Eine Frau sitzt mit mehreren EinkaufstĂŒten auf einem Sofa und schaut erschrocken in ihr leeres Portmonnaie.© pixelrainstudio / iStock / Getty Images Plus
Zwei Klicks spĂ€ter und zu Hause stapeln sich Kartons und TĂŒten mit Dingen, die man gar nicht braucht.

Verhaltenstherapie

KAUFSUCHT ERKENNEN UND STOPPEN: DAS HILFT WIRKLICH

Viele Menschen kĂ€mpfen mit Kaufsucht, ohne es zu merken – bis finanzielle Sorgen und seelischer Druck ĂŒberhandnehmen. Wie eine Therapie bei Kaufsucht helfen kann, das exzessive Kaufverhalten zu stoppen, lesen Sie hier.

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Zwei Klicks hier, schnell die Karte gezĂŒckt da – und zu Hause stapeln sich Kartons, TĂŒten und Dinge, die man gar nicht braucht. Mehr als fĂŒnf Prozent der Deutschen zeigen Anzeichen einer Kaufsucht, schĂ€tzen Forschende.

Das exzessive Kaufverhalten bleibt oft lange unbemerkt – bis die psychische Belastung durch Konsum nicht mehr ignoriert werden kann.

Ab wann wird Kaufen problematisch?

Patrick Trotzke, Professor fĂŒr Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Kölner Charlotte Fresenius Hochschule, definiert Kaufsucht folgedermaßen: Von Kaufsucht spreche man,

„wenn ein starker innerer Drang besteht, das Verhalten auszufĂŒhren.“

Die Betroffenen haben keine Kontrolle mehr ĂŒber Beginn und Beendigung ihres Verhaltens. Das exzessive Kaufverhalten fĂŒhrt oft zu schwerwiegenden Konsequenzen.
Sie können ihren Konsum nicht stoppen, obwohl bereits psychische Belastungen durch Konsum wie Überschuldung oder familiĂ€re Konflikte eingetreten sind.

Exzessives Kaufverhalten als Störung

Zwar haben Betroffene somit eine bestimmte Symptomatik; eine „Kauf-Shopping-Störung“, so nennt es etwa die Hannoveraner Professorin Astrid MĂŒller, ist aber bislang nicht als eigenstĂ€ndige Erkrankung in psychiatrischen Diagnosesystemen anerkannt.

Die Kaufsucht wird jedoch unter „anderen spezifischen Impulskontrollstörungen“ gefĂŒhrt.
Das bedeutet: Eine Therapie bei Kaufsucht kann unter UmstĂ€nden von der Krankenkasse ĂŒbernommen werden.

Therapie bei Kaufsucht: Wo gibt es Hilfe?

Viele Menschen mit Kaufsucht und exzessivem Kaufverhalten warten jahrelang, bis sie sich Hilfe suchen – hĂ€ufig dann, wenn die psychische Belastung durch Konsum kaum noch auszuhalten ist. Eine Spirale, in der der Leidensdruck immer grĂ¶ĂŸer wird.

Eine erste Anlaufstelle fĂŒr eine Therapie bei Kaufsucht können Beratungsstellen der Suchthilfe sein. In der Regel empfehlen Experten eine Psychotherapie – besonders eine kognitive Verhaltenstherapie.
Diese Form der Therapie bei Kaufsucht kann als Einzel- oder Gruppentherapie durchgefĂŒhrt werden. Dabei geht es darum, die Auslöser fĂŒr das exzessive Kaufverhalten zu erkennen und passende BewĂ€ltigungsstrategien zu lernen.

Psychische Belastung durch Konsum erkennen und bewÀltigen

Hat Kaufen etwa die Funktion einer Belohnung, kann man Alternativen finden. „Das ist oftmals ein schwieriger Prozess“, so Astrid MĂŒller. Denn es geht darum, etwas zu entdecken, das Ă€hnliche HochgefĂŒhle wie die Kaufsucht verschafft – ohne neue psychische Belastung durch Konsum.

Was ein „sinnvolles Kaufverhalten“ ist, sei schwer zu definieren, sagt MĂŒller. Sie rĂ€t dazu, eine Übersicht ĂŒber Ein- und Ausgaben zu erstellen.
Vor allem im Rahmen einer Therapie bei Kaufsucht kann es helfen, sich bei jedem Kauf zu fragen: Was war das Motiv dafĂŒr?

Tipps gegen exzessives Kaufverhalten

Oft werden zur Selbstdisziplin Maßnahmen empfohlen: mit Bargeld statt Karte zahlen, Shopping-Apps löschen, vor grĂ¶ĂŸeren KĂ€ufen 24 Stunden nachdenken – all das kann exzessives Kaufverhalten eindĂ€mmen.
Wichtig ist jedoch, eine eigene innere Motivation zur Änderung aufzubauen – der SchlĂŒssel zum erfolgreichen Umgang mit Kaufsucht und psychischer Belastung durch Konsum.

Quelle: dpa

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