Nebenwirkungen mildern
HAUTPROBLEME UND NAGELVERĂNDERUNGEN BEI KREBSBEHANDLUNG
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Jede Krebsbehandlung ist unterschiedlich und viele Reaktionen individuell verschieden. Die Nebenwirkungen eines Krebsmedikamentes unterscheiden sich also teils stark. Alle Medikamente richten sich gegen Zellen, die sich schnell teilen, wie die Tumorzellen.
Allerdings werden bei jeder Krebsbehandlung auch andere sich schnell erneuernde Gewebe geschĂ€digt. Etwa SchleimhĂ€ute, Haut und Haarwurzeln. Insbesondere unser gröĂtes Organ, die Haut, kann sehr unter einer Krebsbehandlung leiden, ebenso wie die NĂ€gel. Hier kommen Tipps fĂŒr die Beratung.
Krebsbehandlung trifft auch die Haut
Viele Medikamente zur Krebsbehandlung besitzen Nebenwirkungen auf die Haut. Diese kann trocken werden, jucken oder es können sich AusschlĂ€ge bilden. Damit sie möglichst gar nicht erst zum Problem werden, sollten Betroffene bereits vor Behandlungsbeginn tĂ€tig werden. Folgende Tipps helfen, die Haut bei einer Krebsbehandlung zu schĂŒtzen:
- Milde, seifenfreie Reinigung ohne Parfum
- Kurz, nicht zu heiĂ duschen; nicht baden
- Beim Abtrocknen nicht rubbeln, nur tupfen. Nicht kratzen!
- Kein alkoholhaltiges Aftershave, keine Nassrasur, kein Nagellack oder -hÀrter
- Pflege auch der (kurzen!) NĂ€gel mit harnstoffhaltiger Basispflege zwei Mal pro Tag
Haut schĂŒtzen, Infektionen vermeiden
Nicht jede Krebsbehandlung wirkt auf die Haut. Allerdings sind die oben angegebenen Tipps immer wichtig, denn geschĂ€digte Haut kann eine Eintrittspforte fĂŒr Infekte sein. Juckreiz sollte behandelt werden, damit sich Betroffene nicht aufkratzen.
Meist hilft in den ersten drei Wochen der Krebsbehandlung eine leichte, harnstoffhaltige Lotion am besten. Ab der vierten Woche empfiehlt man besser eine rĂŒckfettende Pflege auf Mandelölbasis, gegebenenfalls mit Polidocanol.
Aktuelles zu Krebsbehandlungen:
Akneiformes Exanthem
Manche Medikamente zur Krebsbehandlung wie Hemmer von epidermalen Wachstumsfaktoren (Cetuximab, Panitumumab) oder Checkpoint-Inhibitoren (Nivolumab, Pembrolizumab) können ein sogenanntes akneiformes Exanthem auslösen.
Der akneartige Ausschlag tritt wenige Tage bis Wochen nach Beginn der Krebsbehandlung auf. Er Ă€uĂert sich durch Rötungen, Schuppenbildung mit und ohne Juckreiz sowie durch Pusteln an Gesicht, Kopf, Brust und oberem RĂŒcken. Dort sitzen viele TalgdrĂŒsen.
Behandelt wird mit Antihistaminika, gegebenenfalls Schmerzmitteln, Cortisoncreme und bei bakteriellen Superinfektionen mit Antibiotika.
Hand-FuĂ-Syndrom ernstnehmen
Eine ernste Nebenwirkung mancher Krebsmedikamente ist das sogenannte Hand-FuĂ-Syndrom. Es tritt unter 5-Fluorouracil, Capecitabin und Docetaxel sowie unter Kinasehemmern auf. Das Syndrom Ă€uĂert sich mit Rötung, Schwellung und manchmal Blasenbildung der HĂ€nde und FĂŒĂe.
Eine Therapie besteht in Cortisoncreme und feuchter Wundversorgung. Im schlimmsten Fall muss die Dosis der Krebsbehandlung reduziert oder die Therapie abgebrochen werden. Vorbeugen können Betroffene durch konsequente Pflege mit einer harnstoffhaltigen Zubereitung.
Nebenwirkungen der Krebsmedikamente auch auf die NĂ€gel
Nebenwirkungen auf die NĂ€gel können viele Krebsmedikamente auĂerdem haben. Das Tragen weiter, bequemer Schuhe und Socken, das Vermeiden von langem Wasserkontakt durch Handschuhe und konsequente Nagelpflege verringern das Risiko. Auf Nagellack und KunstnĂ€gel sollten Betroffene verzichten.
Unter einer Krebsbehandlung können sich die NĂ€gel auch weiĂ, schwarz oder orange verfĂ€rben. Das ist meist harmlos, wie auch Furchen oder Rillen. Ein Ablösen des Nagels ist aber ebenfalls möglich und kann weh tun. Gegen diese Nebenwirkung der Krebsmedikamente helfen desinfizierende Wirkstoffe und gegebenenfalls Schmerzmittel.
Jede Krebsbehandlung ist unterschiedlich, und jeder Betroffene reagiert individuell. Oft stehen die Ărzte unter Zeitdruck, die erkrankten Personen sind verunsichert. Hier kann die Apotheke eine erste Anlaufstelle sein, um bei Nebenwirkungen der Krebsmedikamente zu unterstĂŒtzen und gegebenenfalls an den Arzt zu verweisen.
Quellen:
https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/supportive-therapie/
https://www.krebsinformationsdienst.de/nebenwirkungen-bei-krebs/hautprobleme












