ĂśBELKEIT UND ERBRECHEN BEI KREBSBEHANDLUNG
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Übelkeit und Erbrechen zählen zu den am meisten gefürchteten Nebenwirkungen vieler Krebsmedikamente. Betroffene haben oft große Angst davor – und genau das ist ein Problem. Denn die Psyche spielt bei einer Krebsbehandlung eine immens wichtige Rolle.
Die gute Nachricht: Diese gefürchtete Nebenwirkung besitzen längst nicht alle Krebsmedikamente. Je höher die Dosis und je länger die Behandlung, desto höher auch das Risiko. Der wichtigste Tipp, den Sie in der Apotheke geben können, lautet: Nehmen Sie alle Medikamente, die Ihnen verordnet wurden, genau nach Plan ein. Auch dann, wenn Ihnen gar nicht übel ist.
Krebsbehandlung und Ăśbelkeit: Angst macht es schlimmer
Nicht jede Krebsbehandlung muss Ăśbelkeit und Erbrechen mit sich bringen. Moderne, zielgerichtete Wirkstoffe verursachen oft keine derartigen Beschwerden. Diese Information ist fĂĽr Betroffene immens wichtig, denn sie kann eine schwer zu behandelnde Form der Ăśbelkeit verhindern helfen.
Die sogenannte antizipatorische Übelkeit beruht nämlich auf der Angst davor, dass einem schlecht wird. Sie wird durch psychische Faktoren ausgelöst und reagiert nicht auf die üblichen Medikamente, sondern, wenn überhaupt, auf angstlösende Wirkstoffe wie Benzodiazepine. Vor dem Beginn einer Krebsbehandlung sollten Betroffene sich daher gründlich aufklären lassen – und vor allem klären, was sie im Falle eines Falles tun sollten.
Unterschiede bei den Krebsbehandlungen
Manche intravenösen Krebsbehandlungen, zum Beispiel mit Cisplatin, besitzen ein hohes, 90 bis 100-prozentiges emetogenes Potenzial. Mäßig, also bei 30 bis 90 Prozent, liegen Carboplatin, Oxaliplatin und Daunorubicin. Vincristin und viele Immuntherapien wirken kaum emetogen.
Oral eingenommene Krebsbehandlungen sind häufig zielgerichteter und daher nebenwirkungsärmer.
Aber auch hier gibt es Wirkstoffe, bei denen über 30 Prozent der Behandelten mit Übelkeit zu kämpfen haben: Imatinib und Cyclophosphamid zum Beispiel.
Aktuelles zu Krebsbehandlungen:
Arzneimittel gegen die Ăśbelkeit durch Krebsmedikamente
Bei hoch emetogenen Krebsbehandlungen bekommen Betroffene eine Prophylaxe. Sie besteht ĂĽblicherweise aus
- einem 5-HT3-Rezeptorantagonisten aus der Klasse der Setrone plus
- einem Neurokinin-1-Rezeptorantagonisten wie Aprepitant oder Fosaprepitant.
Beide wirken im Zentralnervensystem hemmend auf das Brechzentrum. Oft wird auch noch Dexamethason gegeben. Hier kennt man den Wirkmechanismus nicht. Manchmal kommt auch Olanzapin off-label zum Einsatz.
Wichtig: Betroffene sollten genau auf den Einnahmeplan achten! Dann ist in acht von zehn Fällen eine Prophylaxe erfolgreich.
Bei manchen Formen der Übelkeit geben die Ärzte auch Metoclopramid oder Domperidon. Selbstmedikation ist für zytostatikainduziertes Erbrechen nicht ratsam.
Nebenwirkungen hängen nicht allein vom Krebsmedikament ab
Generell hängen die Nebenwirkungen eines Krebsmedikamentes stark von der behandelten Person ab. Wer an Reiseübelkeit leidet oder Schwangerschaftserbrechen hatte, einen empfindlichen Magen besitzt oder starke Geruchsempfindlichkeit, neigt eher zu Nebenwirkungen der Krebsmedikamente mit Übelkeit und Erbrechen.
Wie bereits erwähnt, spielt die Psyche eine äußerst wichtige Rolle. Ein Besuch beim Psychoonkologen kann sinnvoll sein, und dafür sollte sich niemand schämen.
Zähne schützen, Flüssigkeit ersetzen
Erbrechen Betroffene, helfen anschließende Mundspülungen, Zahnschäden zu verhindern. Lauwarme, leicht verdauliche Speisen und vor allem genügend Flüssigkeit sind sehr wichtig. Klappt die Flüssigkeitsaufnahme nicht, können Infusionen helfen.
Im schlimmsten Fall kann ein Abbruch der Krebsbehandlung nötig sein.
Vorsicht im Umgang im Erbrochenem
Treten Übelkeit und Erbrechen als Nebenwirkungen oraler Krebsmedikamente auf, muss auch der Umgang mit der Situation vorab geklärt sein. Das Erbrochene ist mitunter stark giftig.
- Angehörige sollten sich mit Handschuhen und einem Mundschutz schützen.
- Diese sollten mitsamt den zur Reinigung benutzten EinmaltĂĽchern in einem verschlossenen Plastikbeutel entsorgt werden.
- Ist etwas danebengegangen, muss sorgfältig nachgespült und verschmutzte Wäsche möglichst sofort und separat gewaschen werden.
- Die Toilette spĂĽlt man nach Erbrechen am besten zwei Mal mit geschlossenem Deckel.
Ob die Einnahme nach Erbrechen wiederholt werden muss, sollte ebenfalls vor Beginn der Krebsbehandlung mit dem Arzt besprochen werden.
Generell gilt: Am besten holen sich Betroffene vor dem Beginn einer Krebsbehandlung alle benötigten Informationen beim Arzt oder in der Apotheke. Wichtig ist auch, einen Ansprechpartner für offene Fragen zu haben.
Quellen:
https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/supportive-therapie/
https://www.krebsinformationsdienst.de/nebenwirkungen-bei-krebs/uebelkeit-und-erbrechen













