Nebenwirkungen mildern
DURCHFALL BEI KREBSBEHANDLUNG
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Weil die Krebsbehandlung in der Regel alle sich schnell teilenden Zellen schÀdigt, betreffen Nebenwirkungen meist die SchleimhÀute, die Haut, Haare und NÀgel. Die Schleimhaut des Gastrointestinaltraktes reicht von der Mundhöhle bis zum After. Sie kann durch die Krebsbehandlung in Mitleidenschaft gezogen werden.
Durchfall tritt als Nebenwirkung eines Krebsmedikamentes hĂ€ufig auf, eben weil die Schleimhaut des Verdauungstrakts SchĂ€den nimmt. Hier kommen Tipps fĂŒr die Beratung.
Durchfall nicht immer nur durch Krebsbehandlung selbst
Eine Krebsbehandlung stellt eine enorme körperliche, aber auch psychische Belastung fĂŒr Betroffene und ihr Umfeld dar. Durchfall tritt hĂ€ufig als Nebenwirkung der zytotoxischen Krebsmedikamente auf, die die Darmzellen schĂ€digen und so zu FlĂŒssigkeitseinstrom in den Darm fĂŒhren. Die Passagegeschwindigkeit steigt.
Besonders
- Betroffene von LebensmittelunvertrÀglichkeiten,
- Ăltere und
- Personen in schlechtem körperlichem Allgemeinzustand
neigen eher zu Durchfall. Stress und Angst verstĂ€rken die Probleme â Betroffene sollten sich Rat beim Psychoonkologen holen. Auch der Tumor selbst verursacht unter UmstĂ€nden Durchfall.
Vor der Krebsbehandlung Verdauung beobachten
Von Durchfall spricht man, wenn mindestens drei Mal pro Tag dĂŒnnflĂŒssiger Stuhl auftritt. Vor einer Krebsbehandlung sollte der Arzt das NormalmaĂ der behandelten Person in Bezug auf die Verdauung kennen. Hier gibt es groĂe Unterschiede von Mensch zu Mensch.
Tritt unter der Krebsbehandlung dann Durchfall auf, sollten auch Begleitsymptome geklÀrt werden. Dies können KrÀmpfe, Schmerzen, Fieber, Kreislaufprobleme und Hautreizungen am After sein.
Der Onkologe sollte vorab Hinweise geben, wann Àrztlicher Rat nötig ist.
Schwere DurchfÀlle erfordern stets eine Stuhlkultur, um gegebenenfalls bakterielle Erreger zu erkennen. Auch ein Blutbild kann hilfreich sein.
Aktuelles zu Krebsbehandlungen:
FlĂŒssigkeitsverlust ausgleichen
Ein Hauptproblem bei starkem Durchfall ist der groĂe FlĂŒssigkeitsverlust. Er kann zu Elektrolytverschiebungen und Kreislaufproblemen fĂŒhren.
Eine Trinkmenge von zwei bis vier Litern pro Tag schaffen viele Betroffene aber schlecht, vor allem dann, wenn sie durch die Krebsbehandlung Probleme mit Ăbelkeit oder wunder Mundschleimhaut haben. Dann braucht es oft Infusionen.
Nach dem Durchfall
Eine wichtige MaĂnahme stellt die sanfte Reinigung und grĂŒndliche Pflege des Afters dar. Am besten eignen sich warmes Wasser und eine rĂŒckfettende Salbe nach jedem Stuhlgang.
Weil die Medikamente der Krebsbehandlung giftig sein können, sollte nach dem Stuhlgang die Toilette bei geschlossenem Deckel zwei Mal gespĂŒlt und ganz besonders auf die Handhygiene geachtet werden.
Das hilft bei Durchfall als Nebenwirkung von Krebsmedikamenten
Um der Nebenwirkung Durchfall bei Krebsmedikamenten vorzubeugen, gibt es keine zugelassenen Wirkstoffe. Selbstmedikation kommt fĂŒr die Behandlung nicht infrage. Bei gesundem Immunsystem kann aber nach sorgfĂ€ltiger RĂŒcksprache mit dem Arzt die vorbeugende Einnahme von Synbiotika empfohlen werden. In den allermeisten FĂ€llen normalisiert sich die Verdauung nach dem Ende der Krebsbehandlung.
Gegen den Durchfall setzt der Arzt fĂŒr gewöhnlich Loperamid ein, was die Darmbewegung hemmt. Hilft das nicht, kommt manchmal auch Octreotid off-label zum Einsatz, ein kurzwirksames Somatotropin-Analogon.
Es ist zugelassen gegen Akromegalie, senkt aber auch die MotilitÀt im gesamten Gastrointestinaltrakt. Auch Racecadotril kann helfen.
Die Nebenwirkung Durchfall setzt bei manchen Krebsmedikamenten, etwa bei Immuntherapien, verzögert ein. Dann kommen Glucocorticoide zum Einsatz. Bei Durchfall nach Strahlentherapie verschreiben die Ărzte mitunter Opiumtinktur, wenn andere Medikamente nicht helfen.
Darmfreundliche ErnÀhrung
Betroffene, die sich eine Krebsbehandlung unterziehen, aber auch Angehörige freuen sich oft ĂŒber Tipps und ein freundliches GesprĂ€ch in der Apotheke. Um die Nebenwirkung der Krebsmedikamente zu lindern, helfen die ĂŒblichen MaĂnahmen gegen Durchfall.
Leicht verdauliche Lebensmittel wie WeiĂbrot, Haferflocken, Banane, BrĂŒhe und geriebene Ăpfel liefern Energie und belasten die empfindlichen SchleimhĂ€ute nicht zusĂ€tzlich.
Quellen:
https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/supportive-therapie/
https://www.krebsinformationsdienst.de/nebenwirkungen-bei-krebs/durchfall












