Nebenwirkungen mildern
DURCHFALL BEI KREBSBEHANDLUNG
Seite 1/1 3 Minuten
Weil die Krebsbehandlung in der Regel alle sich schnell teilenden Zellen schädigt, betreffen Nebenwirkungen meist die Schleimhäute, die Haut, Haare und Nägel. Die Schleimhaut des Gastrointestinaltraktes reicht von der Mundhöhle bis zum After. Sie kann durch die Krebsbehandlung in Mitleidenschaft gezogen werden.
Durchfall tritt als Nebenwirkung eines Krebsmedikamentes häufig auf, eben weil die Schleimhaut des Verdauungstrakts Schäden nimmt. Hier kommen Tipps für die Beratung.
Durchfall nicht immer nur durch Krebsbehandlung selbst
Eine Krebsbehandlung stellt eine enorme körperliche, aber auch psychische Belastung für Betroffene und ihr Umfeld dar. Durchfall tritt häufig als Nebenwirkung der zytotoxischen Krebsmedikamente auf, die die Darmzellen schädigen und so zu Flüssigkeitseinstrom in den Darm führen. Die Passagegeschwindigkeit steigt.
Besonders
- Betroffene von Lebensmittelunverträglichkeiten,
- Ältere und
- Personen in schlechtem körperlichem Allgemeinzustand
neigen eher zu Durchfall. Stress und Angst verstärken die Probleme – Betroffene sollten sich Rat beim Psychoonkologen holen. Auch der Tumor selbst verursacht unter Umständen Durchfall.
Vor der Krebsbehandlung Verdauung beobachten
Von Durchfall spricht man, wenn mindestens drei Mal pro Tag dĂĽnnflĂĽssiger Stuhl auftritt. Vor einer Krebsbehandlung sollte der Arzt das NormalmaĂź der behandelten Person in Bezug auf die Verdauung kennen. Hier gibt es groĂźe Unterschiede von Mensch zu Mensch.
Tritt unter der Krebsbehandlung dann Durchfall auf, sollten auch Begleitsymptome geklärt werden. Dies können Krämpfe, Schmerzen, Fieber, Kreislaufprobleme und Hautreizungen am After sein.
Der Onkologe sollte vorab Hinweise geben, wann ärztlicher Rat nötig ist.
Schwere Durchfälle erfordern stets eine Stuhlkultur, um gegebenenfalls bakterielle Erreger zu erkennen. Auch ein Blutbild kann hilfreich sein.
Aktuelles zu Krebsbehandlungen:
FlĂĽssigkeitsverlust ausgleichen
Ein Hauptproblem bei starkem Durchfall ist der groĂźe FlĂĽssigkeitsverlust. Er kann zu Elektrolytverschiebungen und Kreislaufproblemen fĂĽhren.
Eine Trinkmenge von zwei bis vier Litern pro Tag schaffen viele Betroffene aber schlecht, vor allem dann, wenn sie durch die Krebsbehandlung Probleme mit Ăśbelkeit oder wunder Mundschleimhaut haben. Dann braucht es oft Infusionen.
Nach dem Durchfall
Eine wichtige MaĂźnahme stellt die sanfte Reinigung und grĂĽndliche Pflege des Afters dar. Am besten eignen sich warmes Wasser und eine rĂĽckfettende Salbe nach jedem Stuhlgang.
Weil die Medikamente der Krebsbehandlung giftig sein können, sollte nach dem Stuhlgang die Toilette bei geschlossenem Deckel zwei Mal gespült und ganz besonders auf die Handhygiene geachtet werden.
Das hilft bei Durchfall als Nebenwirkung von Krebsmedikamenten
Um der Nebenwirkung Durchfall bei Krebsmedikamenten vorzubeugen, gibt es keine zugelassenen Wirkstoffe. Selbstmedikation kommt für die Behandlung nicht infrage. Bei gesundem Immunsystem kann aber nach sorgfältiger Rücksprache mit dem Arzt die vorbeugende Einnahme von Synbiotika empfohlen werden. In den allermeisten Fällen normalisiert sich die Verdauung nach dem Ende der Krebsbehandlung.
Gegen den Durchfall setzt der Arzt für gewöhnlich Loperamid ein, was die Darmbewegung hemmt. Hilft das nicht, kommt manchmal auch Octreotid off-label zum Einsatz, ein kurzwirksames Somatotropin-Analogon.
Es ist zugelassen gegen Akromegalie, senkt aber auch die Motilität im gesamten Gastrointestinaltrakt. Auch Racecadotril kann helfen.
Die Nebenwirkung Durchfall setzt bei manchen Krebsmedikamenten, etwa bei Immuntherapien, verzögert ein. Dann kommen Glucocorticoide zum Einsatz. Bei Durchfall nach Strahlentherapie verschreiben die Ärzte mitunter Opiumtinktur, wenn andere Medikamente nicht helfen.
Darmfreundliche Ernährung
Betroffene, die sich eine Krebsbehandlung unterziehen, aber auch Angehörige freuen sich oft über Tipps und ein freundliches Gespräch in der Apotheke. Um die Nebenwirkung der Krebsmedikamente zu lindern, helfen die üblichen Maßnahmen gegen Durchfall.
Leicht verdauliche Lebensmittel wie Weißbrot, Haferflocken, Banane, Brühe und geriebene Äpfel liefern Energie und belasten die empfindlichen Schleimhäute nicht zusätzlich.
Quellen:
https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/supportive-therapie/
https://www.krebsinformationsdienst.de/nebenwirkungen-bei-krebs/durchfall












