Eine Krebspatientin mit MĂŒtze sitzt auf dem Sofa und schaut in die Ferne. Eine weitere Frau sitzt hinter ihr, schaut sie an und hĂ€lt ihren Arm.© KatarzynaBialasiewicz/iStock/Getty Images Plus
Eine Krebstherapie kann Betroffene und Pflegende durch Nebenwirkungen belasten – gut, wenn Sie vorab dazu beraten haben.

Nebenwirkungen mildern

DURCHFALL BEI KREBSBEHANDLUNG

Eine Krebsbehandlung belastet und verunsichert Patienten und Angehörige. In der Apotheke finden Betroffene eine erste Anlaufstelle. Hier finden PTA wertvolle Tipps zu hÀufigen Nebenwirkungen vieler Krebsmedikamente, heute zum Thema Durchfall.

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Weil die Krebsbehandlung in der Regel alle sich schnell teilenden Zellen schĂ€digt, betreffen Nebenwirkungen meist die SchleimhĂ€ute, die Haut, Haare und NĂ€gel. Die Schleimhaut des Gastrointestinaltraktes reicht von der Mundhöhle bis zum After. Sie kann durch die Krebsbehandlung in Mitleidenschaft gezogen werden.

Durchfall tritt als Nebenwirkung eines Krebsmedikamentes hĂ€ufig auf, eben weil die Schleimhaut des Verdauungstrakts SchĂ€den nimmt. Hier kommen Tipps fĂŒr die Beratung.

Durchfall nicht immer nur durch Krebsbehandlung selbst

Eine Krebsbehandlung stellt eine enorme körperliche, aber auch psychische Belastung fĂŒr Betroffene und ihr Umfeld dar. Durchfall tritt hĂ€ufig als Nebenwirkung der zytotoxischen Krebsmedikamente auf, die die Darmzellen schĂ€digen und so zu FlĂŒssigkeitseinstrom in den Darm fĂŒhren. Die Passagegeschwindigkeit steigt.

Besonders

  • Betroffene von LebensmittelunvertrĂ€glichkeiten,
  • Ältere und
  • Personen in schlechtem körperlichem Allgemeinzustand

neigen eher zu Durchfall. Stress und Angst verstĂ€rken die Probleme – Betroffene sollten sich Rat beim Psychoonkologen holen. Auch der Tumor selbst verursacht unter UmstĂ€nden Durchfall.

Vor der Krebsbehandlung Verdauung beobachten

Von Durchfall spricht man, wenn mindestens drei Mal pro Tag dĂŒnnflĂŒssiger Stuhl auftritt. Vor einer Krebsbehandlung sollte der Arzt das Normalmaß der behandelten Person in Bezug auf die Verdauung kennen. Hier gibt es große Unterschiede von Mensch zu Mensch.

Tritt unter der Krebsbehandlung dann Durchfall auf, sollten auch Begleitsymptome geklĂ€rt werden. Dies können KrĂ€mpfe, Schmerzen, Fieber, Kreislaufprobleme und Hautreizungen am After sein.

Der Onkologe sollte vorab Hinweise geben, wann Àrztlicher Rat nötig ist.

Schwere DurchfÀlle erfordern stets eine Stuhlkultur, um gegebenenfalls bakterielle Erreger zu erkennen. Auch ein Blutbild kann hilfreich sein.

FlĂŒssigkeitsverlust ausgleichen

Ein Hauptproblem bei starkem Durchfall ist der große FlĂŒssigkeitsverlust. Er kann zu Elektrolytverschiebungen und Kreislaufproblemen fĂŒhren.

Eine Trinkmenge von zwei bis vier Litern pro Tag schaffen viele Betroffene aber schlecht, vor allem dann, wenn sie durch die Krebsbehandlung Probleme mit Übelkeit oder wunder Mundschleimhaut haben. Dann braucht es oft Infusionen.

Nach dem Durchfall

Eine wichtige Maßnahme stellt die sanfte Reinigung und grĂŒndliche Pflege des Afters dar. Am besten eignen sich warmes Wasser und eine rĂŒckfettende Salbe nach jedem Stuhlgang.

Weil die Medikamente der Krebsbehandlung giftig sein können, sollte nach dem Stuhlgang die Toilette bei geschlossenem Deckel zwei Mal gespĂŒlt und ganz besonders auf die Handhygiene geachtet werden.

Das hilft bei Durchfall als Nebenwirkung von Krebsmedikamenten

Um der Nebenwirkung Durchfall bei Krebsmedikamenten vorzubeugen, gibt es keine zugelassenen Wirkstoffe. Selbstmedikation kommt fĂŒr die Behandlung nicht infrage. Bei gesundem Immunsystem kann aber nach sorgfĂ€ltiger RĂŒcksprache mit dem Arzt die vorbeugende Einnahme von Synbiotika empfohlen werden. In den allermeisten FĂ€llen normalisiert sich die Verdauung nach dem Ende der Krebsbehandlung.

Gegen den Durchfall setzt der Arzt fĂŒr gewöhnlich Loperamid ein, was die Darmbewegung hemmt. Hilft das nicht, kommt manchmal auch Octreotid off-label zum Einsatz, ein kurzwirksames Somatotropin-Analogon.

Es ist zugelassen gegen Akromegalie, senkt aber auch die MotilitÀt im gesamten Gastrointestinaltrakt. Auch Racecadotril kann helfen.

Die Nebenwirkung Durchfall setzt bei manchen Krebsmedikamenten, etwa bei Immuntherapien, verzögert ein. Dann kommen Glucocorticoide zum Einsatz. Bei Durchfall nach Strahlentherapie verschreiben die Ärzte mitunter Opiumtinktur, wenn andere Medikamente nicht helfen.

Darmfreundliche ErnÀhrung

Betroffene, die sich eine Krebsbehandlung unterziehen, aber auch Angehörige freuen sich oft ĂŒber Tipps und ein freundliches GesprĂ€ch in der Apotheke. Um die Nebenwirkung der Krebsmedikamente zu lindern, helfen die ĂŒblichen Maßnahmen gegen Durchfall.

Leicht verdauliche Lebensmittel wie Weißbrot, Haferflocken, Banane, BrĂŒhe und geriebene Äpfel liefern Energie und belasten die empfindlichen SchleimhĂ€ute nicht zusĂ€tzlich.

Quellen:
https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/supportive-therapie/
https://www.krebsinformationsdienst.de/nebenwirkungen-bei-krebs/durchfall

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