MENSTRUATIONSPRODUKTE IM CHECK: FAKTEN ZU SCHADSTOFFEN, TOXISCHEM SCHOCKSYNDROM & CO.
Seite 1/1 2 Minuten
Schadstoffe, Toxisches Schocksyndrom und Spirale: Was steckt wirklich hinter den Risiken von Tampon, Tasse und PeriodenunterwĂ€sche? Expert*innen klĂ€ren auf â und rĂ€umen mit Halbwahrheiten rund um Menstruationsprodukte auf.
SchwĂ€mme aus dem Meer als nachhaltiges Menstruationsprodukt? Giftstoffe in Tampons? Und was hat die Menstruationstasse mit der Spirale zu tun? Rund um Menstruationsprodukte kursieren viele Halbwahrheiten. GrundsĂ€tzlich sollte âjede Frau und jedes MĂ€dchen das Periodenprodukt wĂ€hlen, mit dem sie sich am wohlsten fĂŒhltâ, heiĂt es vom Berufsverband der FrauenĂ€rztinnen und FrauenĂ€rzte (BVF). FĂŒnf Fakten zu Menstruationsprodukten.
Fakt 1: Toxisches Schocksyndrom betrifft nicht nur Tampon-Nutzerinnen
Plötzliches Fieber, Kopfschmerzen und ein Blutdruckabfall, der sich etwa durch Schwindel bemerkbar macht: Das sind die Symptome eines toxischen Schocksyndroms (TSS). Viele bringen das toxische Schocksyndrom ausschlieĂlich mit Tampons in Verbindung. Das ist jedoch irrefĂŒhrend. Die durch Bakterien ausgelöste Erkrankung kann zum Beispiel auch im Zusammenhang mit der Menstruationstasse oder -schwĂ€mmchen auftreten.
Um das Risiko fĂŒr das toxische Schocksyndrom zu verringern, gilt: Binden, Tampons und andere Menstruationsprodukte sollten regelmĂ€Ăig und mit gewaschenen HĂ€nden gewechselt werden.
Wiederverwendbare Produkte wie die Menstruationstasse oder PeriodenunterwĂ€sche mĂŒssen grĂŒndlich ausgespĂŒlt und ausgekocht beziehungsweise bei hoher Temperatur gewaschen werden.
Fakt 2: Pestizide in Tampons? Entwarnung vom BfR
Immer wieder sorgen Berichte ĂŒber Schadstoffe in Tampons und anderen Menstruationsprodukten fĂŒr Verunsicherung.
Das Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR) gibt jedoch Entwarnung: Gesundheitliche BeeintrĂ€chtigungen durch Schwermetalle und Pestizide seien bei der Nutzung von Tampons nicht zu erwarten.
Fakt 3: Menstruationstasse und Spirale: Komplikationen möglich
Die Menstruationstasse gilt als nachhaltige und auf Dauer kosteneffiziente Alternative unter den Menstruationsprodukten.
PTA können Kund*innen, die zur VerhĂŒtung eine Spirale verwenden, darauf hinweisen, dass in seltenen FĂ€llen das Saugprinzip der Menstruationstasse den Sitz der Spirale beeinflussen oder sie sogar lösen kann.
Eine RĂŒcksprache mit dem Frauenarzt oder der FrauenĂ€rztin kann in diesem Fall sinnvoll sein.
Fakt 4: PeriodenunterwÀsche: Auf Biozide achten
Mehrlagige PeriodenunterwĂ€sche ist praktisch und nachhaltig â beim Kauf lohnt jedoch ein Blick auf die Inhaltsstoffe. Manche Produkte enthalten Biozide wie Silberchlorid in der Saugschicht, die unangenehme GerĂŒche verhindern sollen. Mögliche gesundheitliche Auswirkungen dieser Substanzen sind noch nicht abschlieĂend geklĂ€rt.
Das BfR empfiehlt fĂŒr PeriodenunterwĂ€sche grundsĂ€tzlich eine Waschtemperatur von 60 Grad Celsius, auch wenn das Material darunter leidet. Erst dann wĂŒrden alle Bakterien abgetötet.
Fakt 5: Nachhaltige NaturschwÀmme? Besser verzichten
MeeresschwÀmme werden gelegentlich als besonders nachhaltige Menstruationsprodukte beworben. Aus medizinischer Sicht sind sie jedoch nicht zu empfehlen. Das Problem: Ihre stark poröse Struktur macht es unmöglich, sie zuverlÀssig keimfrei zu reinigen.
Wenn Kund*innen nach einer Alternative zu herkömmlichen Tampons fragen, können Sie eher zu Soft-Tampons raten â im Vergleich zu NaturschwĂ€mmen die hygienischere Einmal-Variante.
Quelle: dpa












