Fauchende Katze© GluePromsiri / iStock / Getty Images Plus
Ein Katzenbiss ist oft harmlos, aber potenziell gefÀhrlich wegen Bakterien im Katzenspeichel, die schwere Infektionen auslösen können.

Vorsicht

INFEKTION VORBEUGEN: WORAUF ES NACH TIERBISSEN ANKOMMT

Wenn Hund oder Katze zubeißen, ist das nie schön. Noch Ă€rgerlicher wird es, wenn sich daraus eine Tierbiss-Infektion entwickelt – mit Schmerzen, Schwellung oder Eiter. Dann ist es höchste Zeit, die Bisswunde zu reinigen und Ă€rztlichen Rat einzuholen.

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Ob es sich um einen Hundebiss oder einen Katzenbiss handelt: Die Gefahr einer Tierbiss-Infektion sollte man nie unterschĂ€tzen.

Expertinnen und Experten erklĂ€ren, wie Sie eine Bisswunde richtig reinigen, wann Sie einen Katzenbiss, der entzĂŒndet ist, Ă€rztlich abklĂ€ren mĂŒssen und wie man einen Hundebiss am besten behandelt.

1. Nach dem ersten Schock: Wie versorge ich die Bisswunde richtig?

„Falsch wĂ€re, eine blutende Wunde nur mit einem Papierhandtuch abzureiben und dann zu denken: Das war es dann“,

sagt der Infektiologe Professor Andrew Ullmann von der UniversitĂ€tsklinik WĂŒrzburg.

Besser: den Bereich sofort mit Wasser oder einer Kochsalzlösung ausspĂŒlen, dann ein Wunddesinfektionsmittel nutzen. Eine Bisswunde reinigen – das ist der wichtigste erste Schritt. Danach sollte die Wunde mit einem Pflaster oder einer sterilen Wundauflage plus Mullbinde versorgt werden.

Das grĂŒndliche Reinigen der Bisswunde kann helfen, eine Tierbiss-Infektion zu vermeiden. Doch nicht immer reicht das aus.

2. Wie heikel ist so ein Tierbiss ĂŒberhaupt?

Pauschal lĂ€sst sich das nicht beantworten. „Aber grundsĂ€tzlich ist es so, dass jeder Tierbiss zu wirklich gravierenden Problemen fĂŒhren kann und man ihn nicht als Bagatelle abtun sollte“, sagt Professor Frank Hildebrand, Direktor fĂŒr OrthopĂ€die, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie an der Uniklinik RWTH Aachen.

Vor allem eine Tierbiss-Infektion kann gefĂ€hrlich werden. Im Mund-Rachen-Raum von Hunden und Katzen befinden sich zahlreiche Bakterien. Sie gelangen bei einem Hundebiss oder Katzenbiss, der sich entzĂŒndet, ĂŒber den Speichel in den menschlichen Körper. Die Folge: eine schwerwiegende Infektion.

Auch Menschenbisse bergen ein Risiko, doch gerade bei einem Hundebiss ist das Gefahrenpotenzial hoch, wenn man die Bisswunde nicht richtig reinigt.

3. Macht es denn einen Unterschied, ob Hund oder Katze zugeschnappt hat?

„GrundsĂ€tzlich kann man nicht sagen, ob Hunde- oder Katzenbisse gefĂ€hrlicher sind“, sagt Andrew Ullmann. Entscheidend ist das Ausmaß der Verletzung. Ein Katzenbiss entzĂŒndet sich hĂ€ufig besonders schnell, weil die Tiere spitze, lange ZĂ€hne haben, die tief ins Gewebe eindringen. Das begĂŒnstigt eine Tierbiss-Infektion, die unter der Haut kaum sichtbar, aber gefĂ€hrlich ist.

Auch kleine Wunden, etwa bei einem Hundebiss, können zu Infektionen fĂŒhren – besonders, wenn man die Bisswunde nicht richtig reinigt. Wer einen Hundebiss behandeln möchte, sollte also nicht nur die Ă€ußeren Verletzungen im Blick haben.

4. Also muss auch ein kleiner Kratzer Àrztlich abgeklÀrt werden?

Ja – denn Laien können nicht sicher beurteilen, wie tief eine Wunde reicht. Besonders bei einem Katzenbiss, der sich entzĂŒndet, sollte man auf Nummer sicher gehen. Die Tierbiss-Infektion kann sich im Gewebe ausbreiten und ernsthafte SchĂ€den verursachen.

Wichtig ist in jedem Fall: die Bisswunde grĂŒndlich reinigen, den Heilungsverlauf beobachten und rechtzeitig eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.

Menschen mit geschwĂ€chtem Immunsystem sind besonders gefĂ€hrdet. Bei ihnen kann ein Hundebiss, der unbehandelt bleibt, rasch zu einer schweren Tierbiss-Infektion fĂŒhren. Auch bei Kindern oder Verletzungen im Gesicht ist Ă€rztliche Hilfe dringend angeraten.

5. Mit welchen Warnzeichen sollte ich unbedingt in die Praxis?

Wenn ein Katzenbiss entzĂŒndet aussieht, Schmerzen verursacht, anschwillt oder pocht – dann sind das deutliche Warnsignale. Auch Fieber kann ein Hinweis auf eine Tierbiss-Infektion sein. In jedem dieser FĂ€lle gilt: nicht abwarten, sondern handeln.

Diese Symptome können sich bei einem Hundebiss ebenso zeigen. Wird die Bisswunde nicht zeitnah gereinigt, steigt das Risiko, dass Bakterien tief ins Gewebe vordringen und sich dort ausbreiten.

6. Was kann passieren, wenn Tierbiss-Infektionenunbehandelt bleiben?

Unbehandelte Tierbiss-Infektion können verheerende Folgen haben: SchÀdigungen von Muskeln, Nerven und Gelenken sind möglich. Besonders bei einem Hundebiss, der die Hand betrifft, kann die Beweglichkeit dauerhaft eingeschrÀnkt werden.

Breitet sich die Infektion auf den ganzen Körper aus, droht eine Sepsis – also eine lebensbedrohliche Blutvergiftung. Umso wichtiger ist es, jede Bisswunde zu reinigen, selbst wenn sie harmlos erscheint.

7. Wie behandeln Ärztinnen und Ärzte eine entzĂŒndete Bisswunde?

Wenn ein Katzenbiss entzĂŒndet ist oder ein Hundebiss eine tiefere Wunde verursacht hat, sprechen Medizinerinnen und Mediziner von einem chirurgischen Notfall. In der Klinik wird die Wunde grĂŒndlich gesĂ€ubert – ein wichtiger Schritt, um die Tierbiss-Infektion zu stoppen.

Anschließend erfolgt eine gezielte Antibiotikatherapie. Gerade bei einer schweren Infektion durch einen Hundebiss ist schnelles Handeln entscheidend. Auch hier gilt: Je frĂŒher die Bisswunde gereinigt und behandelt wird, desto besser die Prognose.

8. Kann ich prophylaktisch etwas tun, damit ein Biss nicht gravierende gesundheitliche Folgen hat?

Eine wichtige Maßnahme ist der Schutz vor Tetanus. Bei jeder Behandlung nach einem Hundebiss oder Katzenbiss, der sich entzĂŒndet hat, wird der Impfstatus ĂŒberprĂŒft. Fehlt die Auffrischung, sollte sie sofort erfolgen.

Auch prophylaktisch gilt: Bei jeder Bissverletzung – ob Hund oder Katze – ist es entscheidend, die Bisswunde zu reinigen. Damit lĂ€sst sich das Risiko einer Tierbiss-Infektion erheblich verringern.

Quelle: dpa

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