Seniorin bekommt Impfung in den Arm verabreicht© Pornpak Khunatorn / iStock / Getty Images Plus
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Gürtelrose Impfung für alle Personen ab 60 Jahren.

Herpes Zoster

WARUM SICH EINE GÜRTELROSE IMPFUNG LOHNT

Die Gürtelrose Impfung kann schwere Krankheitsverläufe und chronische Nervenschmerzen verhindern. Trotzdem ist die Impfquote in Hessen niedrig. Warum die Immunisierung gegen Herpes Zoster besonders für ältere Menschen wichtig ist.

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Die Krankenkasse Barmer sieht in Hessen eine massive Impflücke bei der Gürtelrose Impfung. Die Impfquote liegt nach Erkenntnissen der Kasse hierzulande unter dem Bundesdurchschnitt und wird in den Hausarztpraxen sehr unterschiedlich gehandhabt.

Herpes Zoster ist sehr schmerzhaft und kann mit gefährlichen Komplikationen einhergehen. Die Infektionskrankheit hat ihren Namen von einem typischen bandförmigen Ausschlag. Die kleinen flüssigkeitsgefüllten Bläschen brennen stark. Nach Abheilen des Hautausschlages kann ein Nervenschmerz bleiben – in vielen Fällen handelt es sich dabei um eine postherpetische Neuralgie.

STIKO empfiehlt Gürtelrose Impfung breiter

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Gürtelrose Impfung für alle Menschen ab 60 Jahren. Seit November 2025 gilt die Empfehlung auch für Risikogruppen ab 18 Jahren. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für den Totimpfstoff Gürtelrose.

Laut aktuellem Arzneimittelreport der Barmer waren im Jahr 2023 rund 82 Prozent der hessischen Versicherten dieser Kasse über 60 Jahren nicht oder unvollständig gegen Herpes Zoster geimpft. Damit liegt die Impfquote in Hessen mit rund 18 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt von rund 21 Prozent – ein deutliches Signal für den Handlungsbedarf in Sachen Gürtelrose Impfung.

Totimpfstoff Gürtelrose: Große Unterschiede in den Praxen

Die Analyse der Barmer zeigt weiter, dass die Gürtelrose Impfung in Hessens Hausarztpraxen sehr unterschiedlich in Anspruch genommen wird. Die Quote reicht von 5 bis 61 Prozent der über 60-jährigen Barmer-Versicherten.

Laut Barmer wurde 2023 bei 11,3 von 1000 hessischen Versicherten über 60 die Diagnose Herpes Zoster gestellt. 1,4 von 1000 Versicherten litten an einer postherpetischen Neuralgie, einer chronischen Schmerzform im Anschluss an die Gürtelrose. Mit zunehmendem Alter steigt zudem das Risiko für eine Infektion mit Herpes Zoster – die Gürtelrose Impfung wird somit zunehmend wichtiger.

Postherpetische Neuralgie: Schmerzhafte Spätfolge vermeiden

„Der Arzneimittelreport zeigt auch, dass die Impfung wirksam ist“, erklärt Barmer-Landeschef Martin Till. „Unter nicht geimpften Versicherten trat die Erkrankung bei rund elf von 1000 Personen auf, unter Geimpften hingegen bei nur vier von 1000. Eine vollständige Gürtelrose Impfung kann das Erkrankungsrisiko um rund zwei Drittel senken – und damit auch das Risiko einer postherpetischen Neuralgie.“

Wie das Robert Koch-Institut (RKI) erklärt, wird Herpes Zoster durch das Varizella-Zoster-Virus ausgelöst, das im Kindesalter Windpocken verursacht. Das Virus bleibt aber lebenslang im Körper und kann zu einem späteren Zeitpunkt als Gürtelrose wieder auftreten. Der Totimpfstoff Gürtelrose schützt laut RKI ab dem Alter von 50 Jahren zu 92 Prozent vor Herpes Zoster und zu 82 Prozent vor postherpetischer Neuralgie.

Quelle: dpa

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