Impfstatus
DIPHTHERIE IN DEUTSCHLAND: NOCH LANGE NICHT BESIEGT
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Schmierige Wunden, starke Halsschmerzen und fiese BelĂ€ge, die im schlimmsten Fall zur Atemnot und dem Tod fĂŒhren können. Die Diphtherie ist alles andere als eine harmlose Erkrankung, vor allem Kinder sind von schweren VerlĂ€ufen betroffen. Daher ist die Impfung bereits seit den 1960er-Jahren Teil des Impfschutz-Kalenders.
Dennoch bereitet die Diphtherie aktuell Sorge. Das Robert Koch-Institut (RKI) sowie andere Gesundheitsbehörden verfolgen nicht nur steigende Infektionszahlen seit 2022. FĂŒr einen Diphtherie-Ausbruch spricht ebenfalls, dass nicht nur vereinzelte FĂ€lle unter geflĂŒchteten Personen oder Besucher*innen der Bundesrepublik auftreten, sondern auch andere vulnerable Gruppen betroffen sind, wie Wohnungslose, Drogenkonsument*innen, Ungeimpfte oder alte Menschen.
Diphtherie aktuell: Vor allem ein Sequenztyp fÀllt auf
Aktuelle Genomsequenzanalysen des KonÂsiliarlabors fĂŒr Diphtherie am Bayerischen Landesamt fĂŒr Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) zeigten eine enge Verwandtschaft der Erreger-Subtypen innerhalb bundesweiter Proben. Damit gehen die Behörden von einer Ăbertragung des Diphtherie-Erregers in Deutschland aus, er wird also nicht jedes Mal neu ins Land gebracht.
Im aktuellen Bulletin ist von einem grenzĂŒberschreitenden Diphtherie-Ausbruch die Rede. Der Sequenztyp ST-574, der erstmals 2022 in Deutschland auftrat, tritt gehĂ€uft auf.
Diphtherie â Was ist das?
Diphtherie ist eine bakterielle Infektion, ausgelöst durch toxigene Corynebakterien. Bei Befall der RachenschleimhĂ€ute (Rachendiphtherie, respiratorische Diphtherie) löst das Diphtherie-Toxin neben starken Halsschmerzen festanhaftende BelĂ€ge im Rachen auf. Diese können die Atemwege verengen, was zum Erstickungstod fĂŒhren kann. Ist die Haut betroffen (Hautdiphtherie, Wunddiphtherie), bilden sich schmierige, belegte Wunden. Selten können auch die SchleimhĂ€ute von Nase (Nasendiphtherie), Genitalbereich oder Auge betroffen sein.
Diphtherie-Ausbruch in Deutschland: RKI gibt Handlungsanweisungen
Ohne Panik verbreiten zu wollen, möchte das RKI dafĂŒr sensibilisieren, dass Diphtherie aktuell vermehrt auftritt, auch schwere bis tödliche VerlĂ€ufe. Sowohl von Wund- als auch von respiratorischer Diphtherie. Folgende Handlungsanweisungen schlĂ€gt die Behörde vor:
- FrĂŒhzeitige Diagnostik: Diphtherie tritt wieder hĂ€ufiger auf. Bei Wunden, die ins Symptombild passen, soll daran gedacht werden und ein entsprechender Nachweis durchgefĂŒhrt werden. Positive Proben sollen ans LGL Bayern gemeldet werden.
- Konsequente Kontaktverfolgung: Um einen Diphtherie-Ausbruch zu begrenzen, sollen enge Kontakte positiver Personen ausfindig gemacht und entsprechend betreut werden.
- VollstĂ€ndiger Impfschutz: Jede*r kann mithelfen, indem man seinen eigenen Impfschutz prĂŒft und gemÀà STIKO-Empfehlung anpasst. Insbesondere der Impfschutz geflĂŒchteter oder neu angekommener Personen soll geprĂŒft werden.
Aktuelles ĂŒber Impfungen:
Diphtherie-Impfung
Die Grundimmunisierung beginnt laut Impfempfehlung in Deutschland circa acht Wochen nach Geburt. Gegen Diphtherie wird in der Regel gemeinsam mit den Wirkstoffen gegen Tetanus, Pertussis, Polio, Haemophilus influenzae Typ b und Hepatitis B in der sogenannten 6-fach-Impfung gespritzt. Dabei richtet sich der Impfstoff gegen das Diphtherie-Toxin und enthÀlt ein inaktiviertes, also nicht krankheitsauslösendes Toxin (Toxoid).
Mit vier und elf Monaten wird erneut geimpft und die Grundimmunisierung gegen Diphtherie abgeschlossen. Die erste Auffrischimpfung wird im Alter von fĂŒnf bis sechs Jahren empfohlen, die zweite mit 9 bis 17 Jahren. Im Erwachsenenalter empfiehlt die STIKO weiterhin alle zehn Jahre eine Auffrischung.
Quellen:
https://www.rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/Impfen/Diphtherie/FAQ-Liste_Diphtherie_Impfung.html?nn=16905386#entry_16870720
https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Epidemiologisches-Bulletin/2025/18_25.pdf?__blob=publicationFile&v=5












