Ansteckung
NACH TUBERKULOSE-FALL IN KITA â HINTERGRĂNDE ZUR INFEKTIONSKRANKHEIT
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Wegen eines Tuberkulose-Falls bei einem vierjĂ€hrigen Kita-Kind in Senftenberg im SĂŒden Brandenburgs werden vorige Woche an rund 130 Menschen vorsorglich auf die Infektionskrankheit getestet. Das teilte der Landkreis Oberspreewald-Lausitz auf Anfrage mit.
Es handele sich dabei etwa um Kita-Kinder und Mitarbeitende der Einrichtung. Das Gesundheitsamt bereitet derzeit die Bluttests vor und ist im Einsatz, um eine Ausbreitung zu verhindern. Das Testergebnis des vierjÀhrigen Kindes lag laut Landkreis am 2. Februar vor. Im Januar wurde im benachbarten sÀchsischen Landkreis Bautzen nach einem Tuberkulose-Fall an einer Berufsschule eine weitere Ansteckung mit der Infektionskrankheit festgestellt.
Der Ausbruch von Tuberkulose sei zwar ernst zu nehmen, die Ansteckungsgefahr jedoch deutlich geringer als bei ErkÀltungskrankheiten, teilte der Landkreis mit und rief zu Besonnenheit auf. Ob es sich bei dem erkrankten Kind um einen Jungen oder ein MÀdchen handelt, wollte das Gesundheitsamt nicht sagen.
Wie hÀufig ist Tuberkulose in Deutschland?
Tuberkulose (TBC) ist heute in Deutschland eine sehr seltene Erkrankung, die aber dem Gesundheitsamt gemeldet werden muss. Sie lĂ€sst sich in der Regel gut behandeln. Weltweit ist sie aber noch immer die hĂ€ufigste zum Tode fĂŒhrende bakterielle Infektionskrankheit.
Im Jahr 2024 wurden laut Robert Koch-Institut (RKI) 4391 Neuerkrankungen in Deutschland registriert â das entspricht einer Inzidenz von 5,2 FĂ€llen pro 100000 Einwohner. Damit ist die Zahl im Vergleich zu 2023 leicht zurĂŒckgegangen (2023: 4.494 FĂ€lle).
Bei Kindern wurden 228 Tuberkulose-FÀlle gemeldet, darunter am hÀufigsten bei Kleinkindern unter 5 Jahren.
Das RKI schreibt auch:
âEs wird deutlich, dass internationale Migration und MobilitĂ€t aus Krisengebieten die Epidemiologie der Tuberkulose in Deutschland maĂgeblich mitbestimmen.â
Aktuelles zu Infektionskrankheiten:
Ist Tuberkulose ansteckend?
Ja, Tuberkulose ist ansteckend. Ăbertragen wird die Infektionskrankheit bei engem Kontakt von Mensch zu Mensch.
Dies geschieht per Tröpfchen-Infektion, das heiĂt durch das Einatmen erregerhaltiger Tröpfchen, die von erkrankten Personen freigesetzt werden â insbesondere beim Husten.Wie das Deutsche Zentralkomitee zur BekĂ€mpfung der Tuberkulose (DZK) in Berlin auf seiner Homepage schreibt, ist die Gefahr, schwer zu erkranken, bei Kindern gröĂer, weil ihr Immunsystem noch nicht so gut entwickelt ist.
Welche Symptome zeigen sich bei Tuberkulose?
Tuberkulose manifestiert sich laut RKI in etwa drei Viertel der FĂ€lle als Lungentuberkulose. Klassische Symptome sind lĂ€nger bestehender Husten, NachtschweiĂ, Fieber und Gewichtsverlust. Die Infektionskrankheit kann aber jedes Organ betreffen.
Eine frĂŒhzeitige Diagnose mit umgehend eingeleiteter wirksamer Therapie sowie die Untersuchung infektionsgefĂ€hrdeter Personen im Umfeld sind daher wichtig, um Infektionsketten zu erkennen und zu unterbrechen, wie das RKI in seinem Bericht zur Epidemiologie der Tuberkulose in Deutschland fĂŒr 2024 schrieb. Deshalb werden nun mögliche Kontaktpersonen im Umfeld des Kita-Kindes in SĂŒdbrandenburg getestet.
Bei Verdacht auf Tuberkulose erfolgt in der Regel eine Röntgenaufnahme des Brustkorbes und der Lunge sowie eine Untersuchung von Auswurf.
Wie gut ist Tuberkulose behandel- oder heilbar?
Tuberkulose wird mit einer Kombination mehrerer Medikamente behandelt und ist in der Regel heilbar. Die Therapie mit Antibiotika dauert nach Darstellung von Medizinern etwa sechs Monate. Aber nicht alle Erkrankten sind ansteckend â eine Ăbertragung ist vor allem bei unbehandelter Lungentuberkulose möglich. Solange eine Tuberkulose ansteckend ist, mĂŒssen besondere VorsichtsmaĂnahmen getroffen werden, wie das Deutsche Zentralkomitee zur BekĂ€mpfung der Tuberkulose (DZK) mitteilte.
Eine wirksame Impfung, die eine Erkrankung oder Ansteckung verhindert, gibt es laut Experten nicht.
In der Regel wird die Behandlung einer Tuberkulose im Krankenhaus begonnen. Patienten werden in einem Einzelzimmer isoliert untergebracht, bis kein Ansteckungsrisiko fĂŒr andere mehr vorliegt â âwas meist schon nach wenigen Wochen wirksamer Therapie der Fall istâ, wie das Kompetenzzentrum schildert. FĂŒr Kontakte zu anderen Menschen ist Mund-Nasen-Schutz wichtig.
Quelle: dpa












