Freddie Mercury trägt eine bunte Weste mit Katzenmotiven und posiert mit selbstbewusstem Blick. © Queen Productions Ltd.
Extravaganz pur: Queen-Legende Freddie Mercury war bekannt für seine exzentrischen Looks.

Persönlichkeiten

TODESURSACHE: WORAN IST FREDDIE MERCURY GESTORBEN?

Dass Zuneigung oder Sex umbringen kann, will niemand wahrhaben. Ein Schock für die Musikwelt war deshalb der für viele plötzliche Tod des Sängers und Frontman der britischen Rockgruppe Queen, Freddie Mercury. Aber was war jetzt die genaue Todesursache? Woran ist Freddie Mercury gestorben?

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Als Farrokh Bulsara, besser bekannt als Freddie Mercury, am 24. November 1991 im Alter von nur 45 Jahren starb, ging ein Aufschrei durch seine Fangemeinde. Millionen Menschen in aller Welt trauerten um ihn und wollten wissen, woran Freddie Mercury gestorben ist. Nur einen Tag vorher hatte er seine ihm lange bekannte Erkrankung öffentlich bekannt gegeben: Freddie Mercury war HIV-positiv und hatte AIDS. War das die Todesursache? Nein, offiziell ist Freddie Mercury an einer Lungenentzündung gestorben, die allerdings durch sein durch AIDS geschwächtes Immunsystem verursacht wurde.

„Nachdem ich die gewaltigen Spekulationen der Presse in den letzten zwei Wochen verfolgt habe, möchte ich hiermit bestätigen, dass ich positiv auf HIV getestet wurde und AIDS habe“, hieß es in einer Pressemitteilung. Und dass nun die Zeit gekommen sei, „meinen Freunden und Fans auf der ganzen Welt die Wahrheit zu sagen, und ich hoffe, dass jeder meinen Ärzten und all jenen weltweit, im Kampf gegen diese schreckliche Krankheit beisteht.“

Freddie Mercuryhält HIV-Diagnose über Jahre geheim

Mehr als vier Jahre – vermutet wird seit dem Frühjahr 1987 – wusste Freddie Mercury selbst von der Diagnose, hielt sie aber geheim. So wie es auch heute noch viele HIV-Positiv-Getestete tun. Die Stigmatisierung aufgrund einer HIV-Infektion ist damals wie heute enorm. In den Köpfen der Gesellschaft wird eine HIV-Diagnose oft mit einem Todesurteil gleichgesetzt – obwohl dem heute nicht mehr so ist. In den 80ern jedoch waren die verfügbaren Therapien noch nicht so effektiv wie heute.

Die offizielle Todesursache von Freddie Mercury lautet Lungenentzündung (pneumonische Komplikation von AIDS).

Selbst der engste private Kreis um Freddie Mercury wusste lange nichts, weder die Eltern, Freunde, noch die anderen Bandmitglieder der Rockgruppe Queen. Letztere sollen erst im Januar 1991 die ganze Wahrheit über Freddie Mercurys Gesundheitszustand und spätere Todesursache erfahren haben.

Freddie MercurysTodesursache generiert Aufmerksamkeit für AIDS

Zwar waren mit dem Schauspieler Rock Hudson, dem Fotografen Robert Maplethorpe (1986) und dem Künstler Keith Haring (1990) schon andere Prominente vor Freddie Mercury an oder mit AIDS gestorben und es folgten ihm andere wie der Tänzer Rudolf Nurejew (1993), der Tennisspieler Arthur Ashe (1993) und der Fotograf Herb Ritts (2002) nach. Doch niemandes Todesursache bescherte AIDS eine solch große Aufmerksamkeit wie die von Freddie Mercury.

Aufgewachsen im indischen Internat

Geboren wurde Farrokh Bulsara am 5. September 1946 auf Sansibar, einem Teil des heutigen Tansanias in Ostafrika. Seinen leiblichen Namen verdankte der später unter Freddie Mercury bekannte Sänger seiner indischen Familie – seine Mutter hieß Jer, sein Vater, ein britischer Regierungsangestellter, Bomi Bulsara. Mit acht Jahren wurde Farrokh nach Indien auf das englische Internat St. Peter‘s School in Panchgani geschickt, das etwa 250 Kilometer von der indischen Metropole Mumbai entfernt liegt.

Dort im Internat wurde aus Farrokh der Spitzname Freddie.

Freddies außerordentliches Musiktalent entging dem Internatsdirektor nicht. Er förderte den Jungen und empfahl den Eltern, ihm Klavierunterricht geben zu lassen. Ebenfalls war Freddie Mitglied des Schülerchors, spielte im Schultheater und mit zwölf Jahren in einer ersten Band mit, den „The Hectics“. Eine explizite Stimmausbildung erhielt er allerdings zeitlebens nicht. Im Sommer 1963 kehrte Freddie zu seiner Familie nach Sansibar zurück, floh jedoch ein Jahr später in den Revolutionswirren (gewaltsame Revolution gegen den Sultan von Sansibar) mit den Eltern und der kleinen zwölfjährigen Schwester Kashmira nach London.

1964 bis 1966 beendete er seine Schulzeit im Isleworth Polytechnikum (heute West Thames College) in West-London mit einem A-Level-Certificate, was vergleichbar dem deutschen Abitur ist. Von 1966 bis 1969 war er Kunststudent am Ealing College of Art mit Abschluss Grafik-Design. Als Student ließ Freddie seiner Liebe zum Zeichnen und zur Mode freien Lauf, entwarf Männer-Kleidung, zeichnete Porträts seiner Vorbilder wie Jimi Hendrix, Elizabeth Taylor, Cliff Richard oder Paul McCartney.

Kometenhafter Aufstieg eines außergewöhnlichen Musiktalents

Durch seinen Studienkollegen Tim Staffell, der dort Bass spielte und sang, lernte Freddie 1968 die Band Smile kennen. Freddie wurde zunächst Fan. Nach der Auflösung von Smile im April 1970 schlossen sich die verbliebenen Mitglieder Brian May und Roger Taylor sowie Freddie zur Band Queen zusammen. Noch im selben Jahr legte sich Freddie den Künstlernamen Mercury zu. Ein Jahr später stieß noch der Bassist John Deacon zur Band.

Logo, Bühnenkleidung und -programm sowie die meisten Songs stammten von Freddie Mercury.

Die im Oktober 1975 veröffentlichte Single „Bohemian Rhapsody“ belegte neun Wochen lang Platz eins der britischen Charts und war der erste Nummer-eins-Hit von Queen. „Radio Ga Ga“, „I want to break free“, „We will rock you“, „We are the champions” folgten – und viele ihrer Songs gehören heute gleichsam zum kollektiven Gedächtnis.

„Liebe ist für mich wie russisches Roulette“

In den frühen 1970er-Jahren lebte Freddie Mercury jahrelang mit der aus London stammenden Verkäuferin Mary Austin zusammen, teilte sich mit ihr als offizieller Lebenspartnerin auch eine Wohnung im Londoner Stadtteil West Kensington. Um die Jahreswende 1975/76 trennte sich Freddie Mercury in einem privaten Coming out von ihr, bekannte sich allerdings nie offiziell zur Homo- oder Bisexualität. Allerdings wird diese fortan nicht nur bei seinen Auftritten, sondern auch in vielen Video-Clips, mal offen, mal ironisch zur Schau gestellt.

Was folgte, war ein Leben in München, wo Mercury häufig in der Szene gesehen wurde, sowie in New York und ab 1985 wieder in London. Er soll den Ruhm Zeit seines Lebens ausgekostet haben, wozu außer Drogen (Kokain) und vielen Partys auch immer wechselnde Liebhaber zählten. Vielen galt er als Held, der den viel zitierten Sex, Drugs & Rock‘n Roll auslebte. Ob dies privat tatsächlich so stimmte, wird allerdings angezweifelt.

Fakt ist: Von 1985 bis zu seinem Tod hatte Freddie Mercury mit Jim Hutton einen festen Lebenspartner. Und er blieb bis zu seinem Lebensende mit Mary Austin eng befreundet, bestimmte sie 1991 sogar zur Erbin eines Großteils seines Vermögens.

Dr. Eva-Maria Stoya, Apothekerin / Journalistin

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